Sehr geehrte Redaktion, liebe Mitleserinnen und Mitleser,
ich muss heute ein Thema ansprechen, das mir seit Monaten keine Ruhe lässt. Ich habe den Verdacht, dass die Bangkok Bank – und möglicherweise andere Geldinstitute in Thailand – gezielt Bedingungen schaffen, die bestimmte Kundengruppen Schritt für Schritt loswerden sollen.
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Ich bin achtzig Jahre alt, deutscher Staatsbürger, und lebe meinen Lebensabend hier in Thailand. Was ich in den vergangenen Monaten bei meiner Bank erlebt habe, hat mich tief erschüttert.
Meine finanzielle Lage ist bescheiden. Ich beziehe eine kleine deutsche Rente – mehr nicht. Von diesem Geld unterstütze ich zusätzlich meine thailändische Schwägerin, die ohne meine monatliche Hilfe kaum über die Runden käme. Sie ist, wie ich, seit Jahren Kundin der Bangkok Bank.
Das eigentliche Problem ist das Visumskonto. Für mein Aufenthaltsvisum muss ich 400.000 Baht auf einem thailändischen Konto nachweisen. Die Bangkok Bank hat dafür eine Regel eingeführt: Dieses Geld wird für volle vier Monate gesperrt. Kein Zugriff, keine Ausnahmen.
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Kurz vor Weihnachten wurde mir das am Schalter unmissverständlich klargemacht: Das Bestätigungsschreiben für die Einwanderungsbehörde gibt es nur, wenn ich dieser Sperre zustimme. Ich nenne das Erpressung – ein starkes Wort, ich weiß. Aber was soll ich sonst dazu sagen?
Mit achtzig Jahren kann ich nicht planen, wann ein medizinischer Notfall eintritt. Wenn ich morgen ins Krankenhaus müsste und meine Ersparnisse bräuchte – meine eigene Bank würde mir den Zugriff verweigern. Was nützt mir da die angebliche Sicherheit dieses Instituts?
Dazu kommt eine zweite Entwicklung, die mich ärgert. Die Bangkok Bank hat eine Mindestguthabenregel von 2.000 Baht für normale Konten eingeführt – inzwischen angeblich wieder zurückgenommen, doch der Schaden ist angerichtet. Für einen Bankmanager klingt das nach Kleingeld. Für meine Schwägerin, die auf dem Land lebt, sind 2.000 Baht Geld für Essen, Strom oder Medikamente.
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Mir drängt sich der Eindruck auf, dass solche Gebühren genau einen Zweck haben: kleine, unrentable Konten loszuwerden. Das mag aus Bankensicht wirtschaftlich sein. Moralisch ist es schwer zu rechtfertigen.
Ich habe beschlossen, die Bangkok Bank zu verlassen – sobald die Sperrfrist abläuft. Meine alltäglichen Geschäfte mache ich schon länger problemlos über die Kasikorn Bank. Für das Visumskonto denke ich an die Siam Commercial Bank. Mein Geld will ich keiner Institution anvertrauen, die mich unter Druck setzt.
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Mir ist klar, was das bedeutet: Ein Bankwechsel in Thailand als Ausländer ist bürokratisch aufwendig. Neue Kontonummern bei der Einwanderungsbehörde hinterlegen, alle internationalen Überweisungen ummelden – das kostet Zeit und Nerven. Trotzdem bin ich bereit, das auf mich zu nehmen.
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Meine thailändische Frau sieht das anders. Sie hält die Bangkok Bank für die sicherste Bank des Landes – zu groß, um zu scheitern. Das mag stimmen. Aber was hilft mir die Stabilität einer Bank, wenn ich im Notfall nicht an mein eigenes Geld komme? Sicherheit bedeutet für mich, dass ich im Ernstfall handlungsfähig bleibe – nicht, dass das Institut nicht pleitegeht.
Ich wende mich deshalb an Sie, liebe Leserinnen und Leser des Wochenblitz: Wie sind Ihre Erfahrungen mit den thailändischen Banken, besonders bei Visumsguthaben und Kontosperrungen? Würden Sie mir zu einem Wechsel raten – oder teilen Sie die Bedenken meiner Frau? Ich freue mich über jeden Erfahrungsbericht und jeden Rat.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr besorgter deutscher Rentner in Thailand
Anmerkung der Redaktion:
Wir danken dem Verfasser für diesen persönlichen und offenen Bericht. Die Frage der Kontosperrungen bei Visumseinlagen trifft viele ausländische Residenten in Thailand – und das Spannungsfeld zwischen Bankvorschriften und den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden ist real. Wichtig zu wissen: Die erwähnte 2.000-Baht-Mindestguthabenregel der Bangkok Bank wurde inzwischen wieder zurückgenommen. Mehr dazu in unserem Artikel.
Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Schreiben Sie uns einen Leserbrief an redaktion@wochenblitz.com – wir freuen uns über Ihre Berichte, Meinungen und Erfahrungen aus dem Alltag in Thailand.
Diskutieren Sie mit! Welche Erfahrungen haben Sie mit Bankwechseln, Visumsguthaben und Kontosperrungen in Thailand gemacht? Schreiben Sie es in die Kommentare – Ihre Einschätzung hilft anderen Lesern in derselben Situation.



Wechseln! Natürlich ist es etwas aufwendig, ein neues Konto zu eröffnen, was die Bangkok Bank da allerdings macht ist nicht hinzunehmen. Meine Erfahrungen mit der Kasikorn sind durchweg positiv.
Meine Erfahrungen mit der Kasikorn sind in aller Regel auch positiv. Allerdings gibt es bei denen einen anderen Haken. Ich wollte für meine Frau eine Kontovollmacht erteilen. Für Fälle wie z.B. einen ungeplanten Krankenhausaufenthalt zu welchem Vorauszahlungen, etc. zu leisten wären und ich ggf. nicht mehr dazu in der Lage wäre. Das wurde abgelehnt, bei der Kasikorn gäbe es keine Kontovollmachen. Wollen mal hoffen, dass wir das nie brauchen werden.
Stimmt. Geht nur mit Konto in beider Namen.
Geht doch mit der Bankkarte. Damit kann sie doch Geld am Automaten holen.
Wechseln! Anders lernen es die Unternehmen nicht. Natürlich ändert sich die Bank wegen einem Kunden nicht, aber die Menge macht es. Mit dem Eintritt von Wise in den thailändischen Markt gibt es hier in Zukunft einen innovativen Wettbewerber der die Konkurrenz hoffentlich zu besserem Verhalten ermutigt.
Nur wird Wise für Visumsangelegenheiten kaum eine Option sein.
Keine Filialen
Kein Bankbuch in Papierform
Kein Bankbrief
Was spricht gegen ein PDF, was man sich ausdrückt?
Nein, bei einem für das Visum (z.B. Retirement/Non-Immigrant O-A) genutzten Festgeldkonto in Thailand können Sie das Geld nicht jederzeit frei abheben.
Für die Verlängerung muss der Betrag (meist 400.000 THB) drei Monate vor und einige Monate nach der Visumsverlängerung unangetastet auf dem Konto bleiben.
Das ist bei JEDER Bank so!
Das sind eben Vorschriften die die Immigration macht, also es liegt NICHT an der Bangkok Bank!!!
Also kannst Du Dir einen Banken Wechsel sparen!!
Das sehe ich ganz anders! Eine Bank ist kein Erfüllungsgehilfe der Immigration. Da liegt weder ein Auftrag, noch eine gesetzliche Grundlage dafür vor. Es obliegt dem Kontoinhaber die Anforderungen der Immigration zu erfüllen, oder eben auch nicht.
Trotzdem würde ich von einem Bankwechsel warnen wollen. Zumindest bei einigen Immigration Büros wird geprüft, ob das Guthaben aus dem Ausland stammt. Bei einem Bankenwechsel könnte das ziemlich schwierig werden, was einem der Willkür mehr oder weniger ausliefert. Das ist keine graue Theorie, weil mir genau das schon passiert ist.
So ist es!!!
Blödsinn! Die Bangkok Bank sperrt das Guthaben für vier Monate, bei den anderen Banken kann man es gegen Verlust der Zinsen jederzeit abheben.
Nach den Vorschriften der Immigration muss das festgelegte Geld jederzeit verfügbar sein. Und das ist es bei der BB nicht mehr.
Wenn man keine weitere Verlängerung braucht, muss das Geld auch nicht liegen bleiben.
Das ist so nicht korrekt. Es gibt ZWEI Arten von Festgeld bei den thailändischen Banken. Beim sog. „time- oder fixed deposit“ kann man jederzeit über das Geld verfügen, wie richtig beschrieben mit Zinsverlust.
Es gibt jedoch noch eine zweite Art Festgeld (leider ist mir die Bezeichnung dafür entfallen) und dieses ist tatsächlich „fest“ im Sinne von nicht vor Ablauf verfügbar. Schließt man einen solchen Vertrag ab, dann kommt man definitiv nicht früher an sein Geld. Ich habe in einem Artikel vor einiger Zeit gelesen, dass die Immigration für die EoS ein solches Festgeld nicht akzeptiert aus genau dem Grund.
Tja so sind eben die Bestimmungen hier in Thailand, Bankwechsel macht wenig Sinn, überall das selbe. Ich verstehe das Gejammere nicht, in Europa sind die Banken bei weitem schlimmer als hier. Da wird einem schon bei einer größeren Überweisung – 2000 € – das Konto gekündigt und Mitleid haben diese Banken überhaupt nicht.
Es gibt hier überall ein tolles Service, man kann TÄGLICH OHNE TERMIN diese Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Aber die Banken sind eben an die Gesetze gebunden.
Seltsam das man dann darüber berichten und diskutieren muß, speziell wenn man aus einem Land kommt wo jeder Furz geregelt ist und es dafür eine Verordnung gibt.
Das muss ja ein seltsames Land in Europa sein. Also ich habe, bzw. hatte Konten in D, B, GB, Li, E und I. Und nirgendwo wurde mir ein Konto nach einer größeren Überweisung gekündigt.
Ich überweise regelmäßig deutlich größere Summen zwischen verschiedenen Banken und noch nie würde überhaupt nachgefragt woher das Geld kommt und noch nie hat eine Bank darin ein Problem bei mir gesehen.
So ein Quatsch! In Deutschland würde niemals ein Konto gekündigt werden, wenn man €2.000 oder mehr überweist. Das sind doch ganz normale Beträge. Wer weiß, welcher Hintergrund bei dir vorlag.
Es stimmt einfach nicht, ein Bankkonte in Deutschland wird nicht gekundigt, weil man mehr als 2000,–€ uberweist, Ich habe 20.000€ uberwiesen ohne Probleme…!