Thailand – Die Bank of Thailand (BOT) hat ihre BIP-Prognose für 2026 auf nur 1,5 % gesenkt und am 25. Februar 2026 den Leitzins auf ein historisches Tief von 1,00 % gesenkt, um eine sich verlangsamende Wirtschaft zu stützen. Die Entscheidung folgt auf anhaltende geopolitische Spannungen und hohe Energiepreise und betrifft Kreditkosten für Haushalte, Sparzinsen und die Stimmung in Exportbranchen. Für viele Thailänder bedeutet das schnellere Entlastung bei Krediten, aber weniger Ertrag für Sparer.
Zinssenkung und Abstimmung im MPC
Das Monetary Policy Committee stimmte am 25. Februar 2026 mit 4 zu 2 Stimmen für eine Senkung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte von 1,25 % auf 1,00 % pro Jahr. Die Senkung gilt sofort und hebt das Zinsniveau auf ein historisch niedriges Niveau.
Die Mehrheit argumentierte, niedrigere Zinsen entlasteten kleine Unternehmen und Haushalte und könnten die schwache Binnennachfrage stützen. Zwei Mitglieder wollten den Zinssatz bei 1,25 % belassen und warnten vor weniger Spielraum und möglichen Inflationsrisiken durch Energiepreise.
Warum das Wachstum schwächelt
Die BOT nennt anhaltenden geopolitischen Druck und strukturelle Verschiebungen in der globalen Produktion als Hauptgründe für die Abwärtskorrektur der Wachstumsprognose. Besonders belastend wirken US-Importzölle auf thailändische Exporte und die hohen Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten.
Die Zentralbank korrigierte das BIP-Wachstum für 2026 auf 1,5 % und erwartet eine Erholung auf etwa 2,0 % im Jahr 2027. Die Prognose liegt deutlich unter dem Wachstum von 2,4 % im Jahr 2025.
Inflation: Negativ, aber keiner ruft Deflation aus
Die Headline-Inflation war zehn Monate in Folge negativ, doch die BOT sieht darin noch keinen umfassenden Nachfrageeinbruch. Die niedrigen Werte seien vor allem auf günstigere Energie- und Frischlebensmittelpreise zurückzuführen.
Die Zentralbank geht davon aus, dass die Gesamtinflation im zweiten Quartal 2026 wieder positiv wird und bis Anfang 2027 ins Zielband von 1 bis 3 % zurückkehrt, während die mittelfristigen Inflationserwartungen des Privatsektors verankert bleiben.
Tourismus und Notkredit als Puffer
Die BOT erwartet 33 Millionen internationale Touristenankünfte für 2026 mit Tourismuseinnahmen von etwa 1,4 Billionen Baht und rechnet für 2027 mit 35,5 Millionen Ankünften und 1,6 Billionen Baht Einnahmen. Der Tourismus bleibt damit eine wichtige Stütze der Wirtschaft.
Zusätzlich plant die Regierung eine Notkreditverordnung über 400 Milliarden Baht, die das BIP-Wachstum 2026 um rund 0,6 Prozentpunkte erhöhen soll. Die schnellere Regierungsbildung erhöht die Chancen, dass der Haushalt für 2027 planmäßig genehmigt wird und die Ausgaben das Wachstum im vierten Quartal dieses Jahres stützen.
Folgen für Verbraucher, Sparer und Banken
Für Haushalte und kleine Unternehmen könnten die Kreditkosten spürbar sinken, denn die BOT erwartet, dass Banken die Zinssenkung schrittweise an Kreditnehmer weitergeben. Das soll die Rückzahlungen bei Hypotheken, Autokrediten und Geschäftsdarlehen erleichtern.
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Sparer müssen dagegen mit niedrigeren Renditen bei Festgeld rechnen. Die Zentralbank signalisierte, dass sie bei einer weiteren Verschlechterung der Lage Spielraum für zusätzliche Senkungen sieht, aber vorsichtig vorgehen will, da die Zinsen bereits historisch niedrig sind.
Stand und Ausblick
Die BOT hat die Wachstumsprognose für 2026 deutlich nach unten korrigiert, den Leitzins auf 1,00 % gesenkt und setzt auf Tourismus sowie eine 400-Milliarden-Baht-Notkreditverordnung, um die Wirtschaft zu stützen. Die Zentralbank beobachtet weiter Energiepreise und die Entwicklung der US-Zollverhandlungen und behält sich bei Bedarf weitere Maßnahmen vor, geht aber vorsichtig vor.
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Abgesehen davon, dass die Leitzinssenkung vom Februar ein alter Hut ist und sogar schon längst wirkungslos verpufft ist, sind die hier publizierten Annahmen der BOT auch schon wieder überholt. Das von diesem Jesus-Verschnitt verursachte geopolitische Chaos mit seinen Folgen, plus die Ausländer- und Tourismusfeindlichen Stellungnahmen der Anutin-Regierung deren Umsetzung erst noch ausstehen, wird die internationalen Ankünfte dieses Jahr vermutlich auf etliches unter 30 Millionen drücken und für 2027 sieht es ganz und gar nicht besser aus. Damit bröckelt die eine „Stütze“ für den Staatshaushalt schon ganz gewaltig dahin. Der 400-Milliarden-Notkredit wird mittelfristig die Wirtschaft nicht stützen, sondern wie ein zusätzlicher Mühlstein um den Hals hängen. Wie man sich damit freischwimmen will erschließt sich mir nicht wirklich.