Betrügerische Bande in Chiang Mai: 100 Millionen Baht Betrug aufgeflogen

Über 50 Scheinfirmen schleusten Opfergelder ins Ausland. Jetzt klickten für die Geschäftsführerin in Saraphi die Handschellen. Die Ermittler jagen die Hintermänner der Callcenter-Mafia.

Betrügerische Bande in Chiang Mai: 100 Millionen Baht Betrug aufgeflogen
Matichon

CHIANG MAI – Die thailändische Kriminalpolizei hat eine 46-jährige Frau festgenommen, die als Geschäftsführerin einer Scheinfirma für ein riesiges Callcenter-Netzwerk tätig war. Mehr als 50 Strohfirmen schleusten über 100 Millionen Baht an Opfergeldern ins Ausland. Die Beschuldigte gestand, selbst Firmen gegründet und SIM-Karten für die Betrugsbanden beschafft zu haben.

Zugriff im Apartment in Saraphi

Am 7. Juli klickten für Thanyarat die Handschellen. Beamte der Abteilung 2 der Kriminalpolizei spürten die 46-Jährige in der Nähe eines Apartments im Bezirk Saraphi in der Provinz Chiang Mai auf.

Grundlage war ein Haftbefehl des Strafgerichts Phra Khanong vom 9. Juni 2026. Die Liste der Vorwürfe ist lang: gemeinschaftlicher Betrug, Fälschung von Computerdaten, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Über 100 Millionen Baht Schaden

Hinter der Festnahme stecken monatelange Ermittlungen. Die Beamten waren auf ein bestens organisiertes Netzwerk gestoßen, das ahnungslose Anleger mit vorgetäuschten Geschäftsmodellen köderte.

Mehr als 50 Scheinfirmen dienten als Geldwaschanlage. Immer mehr Opfer erstatteten Anzeige, der Gesamtschaden übersteigt nach Polizeiangaben 100 Millionen Baht. Gegen über 50 Beteiligte liegen inzwischen Haftbefehle vor.

Flucht in den Norden

Thanyarat war nach Erkenntnissen der Ermittler eine der Geschäftsführerinnen einer dieser Tarnfirmen. Allein auf Konten ihres Unternehmens überwiesen geprellte Anleger mehr als drei Millionen Baht.

Als das Netz aufflog, setzte sie sich in die Provinz Chiang Mai ab. Dort blieb sie unter dem Radar, bis die Kriminalpolizei schließlich ihren Aufenthaltsort ermittelte.

Vier Firmen für die Callcenter-Mafia

Bei der Vernehmung packte die Beschuldigte aus. Sie gab zu, früher selbst für Callcenter und Glücksspielseiten in Nachbarländern gearbeitet zu haben.

Mit ehemaligen Kollegen gründete sie nach ihrer Rückkehr vier Unternehmen als Strohmänner. Die Firmen dienten nur einem Zweck: Bankkonten für illegale Transaktionen der Callcenter-Banden bereitzustellen.

Prozente vom Betrugsumsatz

Für ihre Dienste als Firmenchefin auf dem Papier kassierte Thanyarat eine prozentuale Beteiligung. Auch um die Beschaffung und Registrierung sogenannter Stroh-SIM-Karten kümmerte sie sich.

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Diese Telefonnummern gingen direkt an die Callcenter und wurden für die Betrugsanrufe genutzt. Die Ermittler überstellten die 46-Jährige nach dem Geständnis an die Polizeistation Khlong Tan zur weiteren Strafverfolgung.

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Quelle: Matichon

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