BANGKOK, Thailand – Die Regierung hat die Regeln für den Cannabisverkauf drastisch verschärft: Künftig ist Cannabis strikt auf medizinische Zwecke begrenzt, und Shops müssen sich in medizinische Kliniken umwandeln, um Lizenzen zu erhalten oder zu verlängern. Die neuen Vorschriften sind seit dem 30. April in Kraft und betreffen zehntausende Lizenzen – viele laufen noch in diesem Jahr aus. Für Betreiber, Patienten und Anwohner bedeutet das deutlich strengere Kontrollen und neue Meldewege gegen illegale Geschäfte.
Medizinischer Fokus statt Coffeeshop-Größe
Das Department of Thai Traditional and Alternative Medicine hat verfügt, dass Cannabis nur noch für anerkannte medizinische Behandlungen ausgegeben werden darf. Verkaufsstellen müssen künftig wie Kliniken organisiert sein, damit Arzneimittel nur durch Ärzte oder autorisierte Praktiker verschrieben werden.
Dr. Pongsadhorn Pokpermdee nannte die Maßnahme eine Neuordnung der Branche im Sinne der Regierungspolitik und einen Schritt hin zu strengerer Kontrolle. Er sagte: „Die neuen Vorschriften gelten ab sofort für alle neuen Lizenzanträge.“
Was Ladenbetreiber jetzt tun müssen
Neue Lizenzanträge werden nur noch akzeptiert, wenn Unternehmer mit medizinischen oder gesundheitlichen Unternehmen verbunden sind, etwa Kliniken, Hersteller oder lizenzierte traditionelle Heiler. Jede Verkaufsstelle muss Personal beschäftigen, das vom Ministerium beaufsichtigte Schulungen absolviert hat.
Bestehende Lizenzen bleiben bis zum Ablauf gültig, eine Erneuerung setzt jedoch die Einhaltung der neuen Regeln voraus. Wie das Ministerium erklärte: „Bestehende Läden können weiterarbeiten, bis ihre Lizenzen ablaufen, aber jede Erneuerung muss den aktualisierten Regeln entsprechen.“
Neue Meldewege und schärfere Kontrollen vor Ort
Die Verordnung führt digitale Systeme ein, mit denen die Öffentlichkeit illegale Cannabisgeschäfte melden kann, und stärkt die Inspektionen durch lokale Behörden. Behörden versprechen dadurch eine bessere Überwachung der Verkaufsstellen und schnellere Eingriffe bei Verstößen.
Zusätzlich sollen umfangreichere Kontrollen verhindern, dass Schlupflöcher für Freizeitkonsum ausgenutzt werden, wie es in einigen Tourismusgebieten beobachtet wurde. Die Maßnahmen sollen auch die Sicherheitsstandards in der Branche anheben.
Warum die Politik umsteuert
Seit der Entkriminalisierung im Juni 2022 fehlte laut Regierungsseite ein klarer Rechtsrahmen, was zu starkem Wachstum der Branche und mehr Freizeitkonsum führte. Beschwerden aus der Öffentlichkeit und Berichte von Krankenhäusern über Fälle von übermäßigem Konsum hatten die Debatte befeuert.
Die Bhumjaithai-Partei hatte den Aufbau einer Cannabiswirtschaft als politische Leitlinie gefördert; Anutin Charnvirakul war 2022 Gesundheitsminister. Die neue Verordnung soll laut Ministerium die vier Jahre andauernde Verwirrung beenden.
Zahlen, Fristen und die unmittelbare Folge
Dem Ministerium zufolge wurden etwa 12.000 Cannabis-Vertriebslizenzen genehmigt, mit Gültigkeitszeiträumen zwischen 2026 und 2028. Etwa die Hälfte dieser Lizenzen läuft noch in diesem Jahr aus und steht damit vor einer möglichen Anpassung an die neuen Regeln. Die Vorschriften wurden am 29. April im Royal Gazette veröffentlicht und traten am 30. April in Kraft; Betreiber müssen jetzt ihre Geschäftsmodelle anpassen, und Behörden haben angekündigt, die Umsetzung streng zu überwachen.
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Wenn man sich mal in Erinnerung ruft wem wir das diesbezügliche jahrelange Chaos eigentlich zu verdanken haben und dann vergegenwärtigen wer die aktuelle Regierung führt, dann versteht man vielleicht schon ein bisschen mehr wie Politik in Thailand funktioniert. 🤔