BANGKOK, THAILAND – Thailands Einwanderungspolizei hat einen 37-jährigen Chinesen festgenommen, der in China per Haftbefehl gesucht wird. Ihm wird vorgeworfen, zu einem grenzüberschreitenden Netzwerk zu gehören, das über mehr als 133 Bankkonten Geld gewaschen haben soll. Die Transaktionen belaufen sich laut Polizei auf über 500 Millionen Yuan, umgerechnet rund 2 Milliarden Baht.
Festnahme in einer Luxusanlage in Saphan Sung
Beamte der Einwanderungsbehörde nahmen den Mann namens Wu am 16. Oktober in einer Luxusanlage im Bezirk Saphan Sung in Bangkok fest. Nach Angaben der Behörde war er den Beamten über drei Jahre lang entwischt.
Die Operation führte die Ermittlungseinheit Division 3 des Einwanderungsbüros durch. Den Auftrag erteilte Polizeigeneralleutnant Nopasilp Poolsawat, der Kommissar des Büros. Er hat die Einheiten angewiesen, den Druck auf ausländische Flüchtige und kriminelle Netzwerke zu erhöhen.
Kredithaie und Geldwäsche unter Verdacht
Laut Ermittlern wird Wu in China mit einem Haftbefehl gesucht. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit einer Bande, die Kredite zu Wucherzinsen vergab. Außerdem soll er geholfen haben, Menschen anzuwerben, die Bankkonten eröffnen, und Bankkarten sowie Kontodaten für Geldwäschegruppen eingesammelt haben.
Das Netzwerk soll mit mehr als 133 Konten verbunden sein. Die Transaktionen übersteigen 500 Millionen Yuan. Wu soll zudem für kriminelle Gruppen digitale und Fremdwährungen getauscht und Visa für Personen organisiert haben, die mit anderen mutmaßlichen Geldwäschefällen in Verbindung stehen.
Falsche Angaben und ein neu beklebtes Auto
Dass Wu so lange unentdeckt blieb, lag laut Behörden an seinem Vorgehen. Er soll falsche Dokumente vorgelegt haben, um seine Unterkunft zu melden. Außerdem wechselte er die Kennzeichen seines Autos und ließ die Farbe mit einer neuen Folie ändern.
Nach einer Auswertung von Informationen fahndeten die Ermittler nach einem mutmaßlichen Versteck in einem Luxusobjekt im Gebiet Ramkhamhaeng in Saphan Sung. Dort griffen sie zu.
Aufenthaltserlaubnis seit rund drei Jahren und acht Monaten abgelaufen
Die Kontrollen ergaben, dass Wus Aufenthaltserlaubnis für Thailand rund drei Jahre und acht Monate zuvor abgelaufen war. Ihm wurde deshalb zur Last gelegt, sich nach Ablauf seiner Erlaubnis weiter im Königreich aufgehalten zu haben.
Grundlage ist Paragraf 81 des thailändischen Einwanderungsgesetzes von 1979. Anschließend übergab die Polizei ihn an die Ermittler für das weitere Verfahren.

Abschiebung nach China geplant
Die Behörden kündigten an, ein Abschiebeverfahren einzuleiten. Dazu wollen sie sich mit chinesischen Stellen abstimmen, damit Wu nach China zurückkehrt und sich dem offenen Haftbefehl stellen kann.
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Nopasilp hat die Einheiten zudem angewiesen, Ermittlungen gegen grenzüberschreitende Netzwerke zu beschleunigen. Besonders im Blick stehen Konten, die als Geldkuriere genutzt werden, sowie Geldwäsche. Die Behörden sprechen von erheblichen Schäden für Einzelpersonen und Finanzsysteme in Thailand und im Ausland.
Hinweise bitte an die Hotline 1178
Das Einwanderungsbüro will weiter alle Ausländer prüfen, die ins Land einreisen. Wer gegen thailändisches Recht verstößt, soll mit harten Konsequenzen rechnen. Ziel sei es, Thailand nicht zu einem Zufluchtsort für Flüchtige werden zu lassen.
Wer Informationen über verdächtige Personen oder Aktivitäten hat, kann die Hotline des Einwanderungsbüros unter der Nummer 1178 anrufen. Sie ist rund um die Uhr erreichbar.
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