Exklusive Ausstellung: Schweizer Botschafter zeigt Theo Meier Werke

Brisante Kunstschätze aus Privatbesitz: Schweizer Botschafter Pedro Zwahlen enthüllt bisher nie gezeigte Werke von Theo Meier im diplomatischen Zentrum Bangkoks – doch welche Verbindung besteht wirklich zur einflussreichen Familie Rangsit?

Exklusive Ausstellung: Schweizer Botschafter zeigt Theo Meier Werke
ThaiRath

BANGKOK – Ein Hauch von Geschichte und Kunst durchwehte die Schweizer Botschaft in Bangkok, als Botschafter Pedro Zwahlen kurz vor seinem Abschied eine ganz besondere Ausstellung persönlich vorstellte. 21 Werke des als „Gauguin der Schweiz“ bekannten Künstlers Theo Meier, der ein Vierteljahrhundert in Thailand lebte, wurden enthüllt. Viele der Gemälde, Leihgaben von Sammlern und der Fürstenfamilie Rangsit, sind zum ersten Mal überhaupt öffentlich zu sehen – eine intime Verneigung vor einer tiefen, jahrhundertealten Freundschaft.

Eine letzte Führung voller Leidenschaft

Die Atmosphäre an der Witthayu Road war an diesem Nachmittag erfüllt von Geschichten. Botschafter Zwahlen, dessen Amtszeit in wenigen Monaten endet, empfing die Gäste herzlich und führte sie exklusiv durch die Schau „Paintings by Theo Meier (1908-1982)“.

Es war ein sehr persönlicher Rundgang, bei dem der Diplomat seine Begeisterung für die Kunst und die thailändische Kultur mit jedem Wort teilte. Für ihn sind die Bilder mehr als nur Farbe auf Leinwand – sie sind ein lebendiges Zeugnis der Verbundenheit zweier Länder.

Das namenlose Porträt als Favorit

Auf die Frage nach seinem Lieblingsbild steuerte der Botschafter sofort auf ein Gemälde in der Raummitte zu. Das „Porträt einer namenlosen thailändischen Frau“ aus der Sammlung von Rolf von Büren, einem engen Freund Meiers, hat es ihm besonders angetan.

„Es ist ein Bild, das ruhig und ernst wirkt, aber voller Kraft ist. Es vermittelt die Haltung, die Denkweise und den Geist der Thailänder jener Zeit auf hervorragende Weise“, erklärte Zwahlen. Für ihn spiegelt das Werk Zurückhaltung, würdevolle Eleganz und meisterhafte Selbstbeherrschung wider.

Vom Basler Jungen zum Siam-Liebhaber

Um die Seele der Bilder zu verstehen, muss man in Meiers bewegtes Leben eintauchen. Geboren 1908 in Basel, zog es ihn auf eine lange Reise über Kontinente, zunächst nach China und Bali, bevor er 1957 in Bangkok ankam und in Thailand seine zweite Heimat fand.

Er verbrachte 25 Jahre im Land, ein vorübergehender Aufenthalt in Hua Hin wurde zur dauerhaften Ansiedlung. Am Ufer des Ping-Flusses in Chiang Mai baute er ein traditionelles Thai-Haus auf Stelzen, das bald zum Treffpunkt für Einheimische, Künstler und Diplomaten wurde.

Fürstlicher Schutz und offene Türen

Ohne einen wichtigen Förderer wäre dieses Leben undenkbar gewesen. Mom Chao Sanit Prayurasak Rangsit, den Meier Jahre zuvor auf Bali getroffen hatte, und Mom Amelia öffneten dem ziellos ankommenden Künstler die Tür zu Siam.

Die fürstliche Familie Rangsit spielte nicht nur in Meiers Leben eine Schlüsselrolle. Dieselbe Familie kümmerte sich historisch um thailändische Monarchen, die in der Schweiz studierten, und schließt so einen generationenübergreifenden Kreis der Freundschaft.

Landschaften als Gefühl der ersten Begegnung

Neben den Porträts zeigt die Ausstellung die Faszination Meiers für die Weite Thailands. Ein Bild weiter Reisfelder, das sich seit langem im Besitz der Botschaft befindet, fängt dieses Gefühl der Ankunft ein.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Der Botschafter erzählte, wie Meier einst von der Gegend um Phetchaburi überwältigt war, die er als so weitläufig wie die gesamte Insel Bali empfand. Das Gemälde gilt als eine der besten thailändischen Landschaften des Schweizers und ist weit mehr als eine bloße Abbildung der Natur.

Eine Freundschaft, die 1897 begann

Das Gespräch weitete sich von der Leinwand auf die historischen Beziehungen beider Länder aus. Zwahlen erinnerte an das Jahr 1897, als König Chulalongkorn (Rama V.) auf seiner Europareise drei Wochen in der Schweiz verbrachte – fasziniert von Thun und Interlaken.

Der König suchte damals Wege, Siams Identität auf der Weltbühne zu stärken. Ein Freundschaftsvertrag von 1931 vertiefte diese Bande, die bis zur Ausbildung thailändischer Könige im schweizerischen Lausanne reichten.

Bildung als wertvollstes Abschiedsprojekt

Auf die Frage nach seinem stolzesten Werk als Botschafter wählte Zwahlen jedoch kein diplomatisches Dokument, sondern ein Bildungsprojekt. In den drei südlichen Grenzprovinzen fördert die Botschaft mehrsprachiges Lernen, bei dem Kinder mit Muttersprache Malaiisch besser Thai lernen, ohne ihre eigene sprachliche Identität zu verlieren.

„Gleichberechtigte Bildung ist das wichtigste Fundament, um Verständnis und nachhaltigen Frieden zu schaffen“, betonte der Botschafter. Für ihn liegt hier der Schlüssel für eine friedliche Koexistenz in der kulturell vielfältigen Region.

Eine wertvolle Lektion fürs Leben

Bevor der letzte Gast an jenem Nachmittag ging, fasste Zwahlen seine Zeit im Königreich mit einfachen, kraftvollen Worten zusammen. Seine Verbundenheit zu Land und Leuten war in jedem Satz spürbar. Er sagte: „Ich liebe Thailand. Die Zeit hier ist eine wertvolle Erfahrung. Die Schweiz kann noch viel von der thailändischen Kultur lernen, denn sich offen für das gegenseitige Lernen zu zeigen, ist der beste Weg, unsere Gesellschaft zu entwickeln.“

Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Thairath

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.