Die Nachricht verbreitete sich in am wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken: Holger Baum, bekannt als „Metzger Holger“ von Koh Chang, ist am 26. April 2026 verstorben. Für jeden, der die Insel kennt – ob Urlauber oder Langzeitbewohner – war dieser Name ein Begriff. Mit seinem Tod endet eine Ära der deutschsprachigen Gastronomie auf Koh Chang, ein Kapitel, das über Jahrzehnte das Gesicht der Insel geprägt hat.
Die Familie Baum betrieb ihre Metzgerei und ihr Restaurant im Dschungel, nur wenige hundert Meter vom Klong Plu Wasserfall entfernt. Dort entstanden täglich Spezialitäten nach deutschem Handwerk: Leberkäse, Cordon Bleu, Schnitzel, hausgemachte Wurstwaren – alles ohne künstliche Zusatzstoffe, alles mit Sorgfalt. Der Betrieb war nicht nur eine Gaststätte. Er war für viele Deutsche und Touristen ein Ankerpunkt, ein Ort, an dem man sich verstanden fühlte, weil die Qualität und Authentizität der Arbeit unverkennbar waren.
Ein Unternehmer mit Charakter
Baums Ruf reichte über die Inselgrenzen hinaus. Auf YouTube-Kanälen wie dem populären „K&K Auswandern Thailand“ von Karl und Korawan, die über 4.000 Abonnenten haben, tauchte Holger regelmäßig auf. In diesen Videos zeigt sich ein Mann, der offen über sein Leben, sein Handwerk und die Realität der Auswanderung spricht – nicht inszeniert, nicht geschönt. Für viele deutschsprachige Auswanderer im DACH-Raum wurde er dadurch zur vertrauten Figur, zum Beispiel dafür, wie man auf authentische Weise in Thailand Fuß fassen kann.
Die Online-Bewertungen seiner Metzgerei und seines Restaurants sprechen dieselbe Sprache: Gäste schreiben von „herrlichen Schnitzel“, von einer familiären Atmosphäre, von großzügigen Portionen zu fairen Preisen, von einem Wirt, der sich Zeit für jeden nahm. Es ist nicht die Sprache von Marketing, sondern von Menschen, die einen Ort fanden, der sich anfühlte wie Heimat, weil jemand dafür sorgte, dass dieser Ort echt war.

Eine Lücke auf Koh Chang
Koh Chang hatte während der schwierigen Pandemie-Jahre viele Geschäfte verloren. Baum hielt durch. Das allein sagt etwas über seinen Willen, seine Verwurzelung auf dieser Insel. Es gibt natürlich andere Gastronomen und Unternehmer auf Koh Chang, andere Deutsche, die ihr Leben hier aufgebaut haben. Aber nicht jeder bringt diese Kombination aus handwerklichem Stolz, persönlicher Wärme und unerschütterlicher Authentizität mit, die Holger Baum über Jahrzehnte vorlebte.
Die Metzgerei wird vermutlich nicht mehr dieselbe sein. Ein Lokal ohne seinen Gründer verliert das, was es eigentlich ausmacht: den Menschen dahinter, seine Überzeugungen, seine tägliche Präsenz. Für Koh Chang bedeutet dieser Verlust mehr als den Wegfall eines Restaurants. Es ist das Verblassen einer Ära, in der es noch möglich war, authentisch zu wirtschaften, ohne sich dem Tourismus-Geschäft völlig zu unterwerfen.
Holger Baum hinterlässt eine Familie und eine Community, die ihn vermisst. Die deutschsprachigen Langzeitbewohner und Urlauber, die je bei ihm gesessen haben, wissen: Mit ihm geht nicht nur ein guter Wirt, sondern auch ein Stück Inselgeschichte.

Mein Herzliches Beileid. RIP
Habe viel von ihm gehört, vor zwei Jahren persönlich kennen gelernt. Er war ein Unikum, ebenso wie sein alter Daimler. Viel zu früh, Holger. R.I.P.