BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Reisebranche bittet das Finanzministerium, die geplante Abflugsteuer von 1.000 Baht für internationale Flugpassagiere zu verschieben. Der Verband fürchtet, dass der Aufschlag Reisen bremst und Familien, Fluggesellschaften und kleine Unternehmen weiter belastet. Betroffen wären zunächst internationale Flugreisende aller Nationalitäten.
Abflugsteuer: 1.000 Baht pro Person bei Flügen
Die Steuerbehörde Revenue Department führt derzeit eine öffentliche Anhörung zu einem Gesetzesentwurf über die Abflugsteuer durch. Zunächst würde die Abgabe bei Abflügen per Flugzeug 1.000 Baht pro Person betragen. Der Entwurf erlaubt einen Höchstsatz von 5.000 Baht.
Abreisen über Land und See wären zunächst von der Steuer ausgenommen. Die Rückmeldungen können vom 30. September bis zum 29. Oktober eingereicht werden. Die Maßnahme ist noch nicht genehmigt und noch nicht eingeführt.
Reisebüro-Verband legt sechs Einwände vor
Der Verband der thailändischen Reisebüros (ATTA) will offiziell Einspruch einlegen. Er nennt sechs Bedenken und fordert eine umfassende wirtschaftliche Bewertung, bevor das Gesetz weiterkommt. Generalsekretär Adith Chairattananon sagt, die Abgabe belaste Reisende unnötig.
Besonders hart träfe sie Menschen, die für Ausbildung, Arbeit, Geschäft oder Investitionen ins Ausland reisen und nicht aus Urlaubsgründen. Eine pauschale Gebühr würde laut Verband vor allem Familien, Studierende und Kleinunternehmen mit knappem Budget treffen.
Flughafengebühr steigt schon, weitere Abgaben sind geplant
Die Flughafengesellschaft Airports of Thailand (AOT) hat ihre internationale Passagiergebühr am 20. Juni von 730 auf 1.120 Baht angehoben. Betroffen sind sechs große Flughäfen, darunter Suvarnabhumi, Don Mueang und Phuket. Anders als die Abflugsteuer ist diese Gebühr bereits in Kraft.
ATTA warnt, dass die Belastung aus allen bestehenden und geplanten Reiseabgaben zusammen wirkt. Jede weitere Erhöhung könnte die Nachfrage nach Flugtickets weiter drücken. Der Verband verwies zudem auf die finanziellen Schwierigkeiten von Haushalten und Kleinunternehmen, die sich von den jüngsten Überschwemmungen erholen.
Regierung prüft Einreisegebühr von 450 Baht
Die Regierung prüft zusätzlich eine Einreisegebühr von 450 Baht für ausländische Touristen. Die Erhebung bei berechtigten Ankömmlingen per Flugzeug ist für 2027 vorgesehen. Auch diese Gebühr ist bislang nur ein Vorschlag.
Finanzminister Ekniti Nitithanprapas hat die Abflugsteuer zuvor verteidigt. Sie könne mehr Thailänder dazu bringen, im Inland Urlaub zu machen, und Tourismusausgaben im Land halten.
Flugverbindungen und Beziehungen zu Japan und China auf dem Spiel
Der Verband warnt, dass weitere Kostensteigerungen die Zahl der Passagiere senken könnten. Das würde die Auslastung der Airlines treffen. Fluggesellschaften könnten dann weniger Flüge anbieten, Kapazitäten kürzen oder Strecken streichen.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Laut ATTA reisen mehr als 13 Millionen Thailänder ins Ausland und tragen zu internationalem Handel, Investitionen und persönlichen Beziehungen bei, besonders mit Japan und China. Wer Auslandsreisen durch höhere Kosten einschränkt, schwächt diese Verbindungen und damit auch die Tourismuswirtschaft des Landes.
Verband verlangt Aufschub und breitere Prüfung
ATTA fordert, die Abflugsteuer vorerst aufzuschieben, bis Regierung, Tourismus-, Transport- und Wirtschaftsvertreter die Folgen geprüft haben. Die Prüfung soll mögliche Jobverluste, Konsumausgaben, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und andere Steuereinnahmen berücksichtigen. Außerdem soll die Regierung nach Einnahmequellen suchen, die Reisende und Kleinunternehmen nicht zusätzlich belasten.
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
Lesen Sie auch: Thailand plant 1.000 Baht Ausreisesteuer!

Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: