🚨 Update 13. Oktober: Das Provinzgericht Pattaya hat den Prozess auf den 8., 9. und 11. Dezember angesetzt. Die Anklage will an zweieinhalb Tagen ihre Zeugen hören, die Verteidigung hat einen halben Tag und nur einen Zeugen: Carman selbst. Sein Anwalt erwartet das Urteil rund einen Monat nach Prozessende, also voraussichtlich im Januar. Eine Entschuldigung bei der Familie lehnte Carman im Gerichtssaal ab: Er könne sich nicht entschuldigen, er habe dem Mädchen nichts getan.
PATTAYA, Thailand – Im Koffer-Mord von Pattaya gibt es eine neue Wendung: Der Australier Simon Peter Carman hat sich vor dem Provinzgericht bereit erklärt, sich im Anklagepunkt des Verbergens der Leiche schuldig zu bekennen. Den Mord und zwei weitere Vorwürfe bestreitet er weiter. Die Familie der getöteten 17-jährigen Tunchanok Donhomla verlangt zugleich 1,65 Millionen Baht Schadenersatz.
Richter drängt Carman zum Teilgeständnis
Beim Termin am Montag, dem 12. Oktober, sprach der vorsitzende Richter den 45-Jährigen über einen Dolmetscher direkt an. Er legte ihm nahe, sich zumindest beim Verbergen der Leiche schuldig zu bekennen, und verwies dabei auf die Aufnahmen der Überwachungskameras.
Carman stimmte nur in diesem einen Punkt zu. Beim Vorwurf des vorsätzlichen Mordes und den beiden Anklagepunkten rund um die Mitnahme einer Minderjährigen blieb er bei seinem Nein. Bei seinem ersten Auftritt am 18. September hatte er noch alle vier Punkte bestritten.
Familie fordert 1,65 Millionen Baht
Die Angehörigen von Tunchanok verlangen von Carman 1,65 Millionen Baht. Nach ihren Angaben soll die Summe die Beerdigungskosten decken und den finanziellen Beitrag ausgleichen, den das Mädchen künftig für ihren Vater geleistet hätte. Die Forderung soll in der vergangenen Woche eingereicht worden sein.
Das Büro für Rechtsschutz und Rechtshilfe hilft der Familie, einen staatlichen Anwalt zu bekommen. Zivil- und Strafverfahren werden gemeinsam verhandelt und entschieden, Geld gibt es nur bei einer Verurteilung. Wir hatten über den Entschädigungsantrag der Familie bereits berichtet.
Carman lehnt Zahlung ab
Die Richter fragten Carman, ob er der Familie eine Entschädigung zahlen werde. Seine Antwort: Er sei nicht schuldig und könne deshalb nicht zahlen. Zugleich erklärte er, dass ihm die Angehörigen leidtun.
Schon kurz nach der Tat war diskutiert worden, ob Geld die Strafe des Australiers mindern könnte. Der Vater hatte damals ein Angebot abgelehnt und erklärt, die Würde seiner Tochter nicht gegen Geld zu tauschen.
Vater bittet unter Tränen um Entschuldigung
Im Gerichtssaal sah die Familie Carman erstmals persönlich. Er erschien barfuß, mit Fußfesseln und Handschellen. Der Vater Thongchai Donhomla, 46, bat ihn unter Tränen, an die Gefühle der Angehörigen zu denken und sich zu entschuldigen.
Das ist ein deutlicher Kontrast zum Sommer: Damals hatte der Vater Vergebung verweigert und sich gegen eine Freilassung auf Kaution ausgesprochen. Die Familie will nach eigenen Worten, dass das Gesetz in vollem Umfang angewandt wird.
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So geht der Prozess weiter
Carman bleibt in Untersuchungshaft und gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig. Bei einer Verurteilung wegen vorsätzlichen Mordes drohen lebenslange Haft oder die Todesstrafe. Sein Anwalt rechnet etwa einen Monat nach Prozessende mit dem Urteil.
Die 17-Jährige war am 25. Juni nach einem Besuch in Carmans Kondominium in Jomtien spurlos verschwunden. Ihre Leiche fand die Polizei in einem Koffer an Bahngleisen, Carman wurde am Flughafen festgenommen. Mehr zum Hintergrund lesen Sie im Profil des Verdächtigen.
Redaktioneller Hinweis: Simon Peter Carman gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig. Die Angaben beruhen auf dem Gerichtstermin vom 12. Oktober 2026. Zur Höhe der Forderung und zum Zeitpunkt der Einreichung gab es unterschiedliche Darstellungen; wir folgen der vorsichtigeren Angabe.

So ganz alleine wird sie aber wohl nicht gestorben sein. Es wurde nie veröffentlicht, was die Rechtsmedizin als Todesursache festgestellt hat.
Guten Morgen und vielen Dank für Ihren Kommentar.
Über das Obduktionsergebnis haben wir berichtet, und zwar am 24. August 2026 in unserem Artikel „Pattaya: Australier bestreitet Mord an 17-Jähriger“. Nach Angaben der Polizei ergab die Obduktion Ersticken als Todesursache, außerdem eine Verletzung am Kopf, und DNA des Tatverdächtigen wurde am Körper der Jugendlichen nachgewiesen. Den Artikel finden Sie hier: https://www.wochenblitz.com/pattaya-australier-bestreitet-mord-an-17-jaehriger/ Freundliche Grüße,
Ihre Wochenblitz-Redaktion