PHUKET, Thailand – In einer Luxusvilla auf Phuket klickten am Samstag die Handschellen für einen Russen, den Interpol jagte. Der Mann soll mit einem ausgeklügelten Firmenbetrug über 150 Millionen Baht ergaunert haben. Doch damit nicht genug: Die Einwanderungspolizei entdeckte, dass der Verdächtige auch noch illegal im Land war.
Die Sache mit dem abgelaufenen Stempel
Die Beamten überprüften die Aufenthaltsdaten des Mannes, der nur als Mr. Igor identifiziert wurde, im biometrischen System. Er war am 7. März 2026 über den Phuket Airport eingereist und hatte ein Touristenvisum, das bis zum 5. Mai gültig war.
Eine beantragte Verlängerung wurde ihm bis zum 4. Juni 2026 gewährt. Danach blieb Igor einfach. Als das Team ihn schnappte, hatte er seine Aufenthaltserlaubnis um neun Tage überzogen.
Haftbefehl mit dem roten Eck
Der Zugriff war eine koordinierte Aktion der Einwanderungsbehörde Region 6 und des Phuket Immigration Office. Man hatte Hinweise, dass der mit internationalem Haftbefehl Gesuchte untergetaucht war. Polizeigeneralmajor Chutharet Yingyongdamrongsakul, der Kommandeur der Region 6, ordnete die Jagd an.
Die thailändischen Ermittler arbeiteten dabei eng mit der russischen Polizei und der Auslandsabteilung der Royal Thai Police zusammen. Sie bestätigten: Mr. Igor stand auf der Interpol-Red-Notice Nr. A-6580/4-2026, ausgestellt am 27. April 2026 wegen schweren Betrugs und Urkundenfälschung.
Zwei dreiste Firmen-Maschen
Die Ermittler werfen dem Russen zwei getrennte Betrugsschemata in den Jahren 2024 und 2025 vor. Bei der ersten Operation soll er mit Komplizen gefälschte Beschaffungs- und Transportpapiere erstellt haben, um an Firmengelder zu kommen. Der Schaden: mehr als 80 Millionen Baht.
Anfang 2025 flog laut Polizei eine zweite Masche auf. Diesmal soll die Gruppe mit erfundenen Produktionsaufträgen für Waren gearbeitet haben, die nie hergestellt wurden. Trotzdem flossen Zahlungen. Das brachte den Unternehmen weitere Verluste von über 70 Millionen Baht ein.
Das dicke Ende der Fahndung
Die Spur führte das internationale Ermittlerteam schließlich zu einer schicken Villa auf der Ferieninsel Phuket. Beamte um Polizeioberstleutnant Sitthimon Soiphuraya und Polizeileutnant Pavaret Nontasut überwachten das Anwesen akribisch, in ständiger Abstimmung mit Polizeioberst Wuttipat Napachoti.
Am Samstag, dem 13. Juni, zeigte sich der Verdächtige dann. Gegen 11 Uhr verließ er das Haus und das Zugriffsteam schlug sofort zu. Die Beamten gaben sich als Einwanderungspolizei zu erkennen und nahmen Igor widerstandslos fest.
Was dem mutmaßlichen Millionen-Betrüger nun blüht
Nach der Festnahme wurde der Russe über seine Rechte und die Vorwürfe belehrt. Neben dem Interpol-Haftbefehl wird ihm nun auch der Overstay zur Last gelegt. Er wurde an die Ermittler des Einwanderungsbüros überstellt.
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Seine Zeit in Thailand ist damit endgültig vorbei. Nach Abschluss des thailändischen Gerichtsverfahrens wird der Mann in sein Heimatland Russland abgeschoben. Dort erwarten ihn die weitaus schwereren Betrugsvorwürfe.



„In einer Luxusvilla auf Phuket klickten am Samstag die Handschellen für einen Russen, den Interpol jagte. (…) Die Einwanderungspolizei entdeckte, dass der Verdächtige auch noch illegal im Land war.“
Nein, eine per Haftbefehl gesuchter Krimineller hält sich illegal auf? Wer hätte denn das gedacht.
Spaß beseite. Das wird nur die Spitze des Eisbergs sein. Die vielen Russen die sich offensichtlich dauerhaft auf Phuket aufhalten, müssen von irgendwas schon leben. Natürlich nicht alle kriminell oder so kriminell, aber ganz ohne Geld geht es eben auch nicht und legale Tätigkeiten sind bekanntlich nur schwer möglich.