Neue Steuer-Regeln: Thailands Alkohol-Hersteller schlagen Alarm

Steuer-Hammer gegen Thailands Brauer! Die neue Abgabenregelung droht kleine Produzenten zu ruinieren, während Großkonzerne profitieren. Kann die Branche den umstrittenen Beschluss in letzter Sekunde noch stoppen?

Neue Steuer-Regeln: Thailands Alkohol-Hersteller schlagen Alarm
Pornprom Satrabhaya / Bangkok Post

Hersteller von Craft Beer und lokalen Spirituosen in Thailand protestieren gegen eine neue Methode zur Berechnung der Verbrauchssteuer auf Basis von Einzelhandelspreisen und warnen, dass kleine Produzenten dadurch unverhältnismäßig belastet würden. Eine Petition an die Regierung wurde am Donnerstag übergeben, die Verbände verlangen eine Überarbeitung, bevor die Regelung am Freitag in Kraft tritt. Das Finanzministerium und das Excise Department verteidigen die Änderung als Maßnahme zur Transparenz.

Petition übergeben

Taopiphop Limjittrakorn, Abgeordneter der People’s Party, nahm am Donnerstag eine Petition der Craft Beer Business Trade Association und der Thai Local Spirits Association entgegen. Die Verbände fordern, dass das Excise Department die Steuerstruktur noch vor dem geplanten Inkrafttreten anpasst.

Die Gruppen machen Druck, weil sie befürchten, dass die neue Berechnungsmethode kleine Betriebe stärker trifft als große Hersteller. Sie wollen, dass Industrievertreter in die Überarbeitung einbezogen werden.

Warum kleine Produzenten klagen

Die Verbände sagen, die Einzelhandelspreis-Methode bilde die Marktrealität nicht ab und erhöhe die Steuerlast für kleine Produzenten im Vergleich zu großen Firmen. „Kleine Produzenten können die Kosten nicht auf die gleiche Weise senken wie große Firmen, daher sind ihre Einzelhandelspreise höher. Wenn Steuern auf Basis dieser Preise berechnet werden, steigt die Belastung weiter“, heißt es aus den Reihen der Lokalhersteller.

Kleine Brauereien und Destillerien sehen sich zudem mit höheren Betriebs- und Vertriebskosten sowie geringerer Verhandlungsmacht konfrontiert, was ihre Wettbewerbsfähigkeit einschränkt. Die Verbände verlangen deshalb eine fairere Bemessung.

Steuerbasis: 22 Prozent

Thailand besteuert Alkohol derzeit sowohl nach Alkoholgehalt als auch nach Einzelhandelswert; der Anteil, der über den Einzelhandelspreis berechnet wird, liegt bei 22 Prozent. Diese Mischung aus Methoden ist genau der Punkt, den die Produzenten kritisieren.

Als Alternative schlagen die Verbände ein gestaffeltes Steuersystem vor, das sich am Produktionsvolumen orientiert, damit kleinere Betriebe besser wachsen und reinvestieren können. Diese Forderung steht zentral in der Petition.

Abgeordneter fordert Steuer nach Alkoholgehalt

Taopiphop Limjittrakorn sprach sich dafür aus, dass die Verbrauchsteuer ausschließlich auf dem Alkoholgehalt basieren sollte, weil das einfacher und transparenter wäre. Er warnte außerdem, vage Preisstandards könnten zu uneinheitlicher Durchsetzung und Korruption führen.

Er forderte den stellvertretenden Premierminister und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas auf, die Politik zu überprüfen und die Industrieverbände in die Überarbeitung einzubeziehen. Ekniti war früher Generaldirektor des Excise Department.

Excise Department bleibt bei den neuen Kriterien

Das Excise Department verteidigt die neuen Kriterien und betont, es handele sich nicht um eine Steuererhöhung, sondern um eine Maßnahme zur Verbesserung der Transparenz und zur genaueren Abbildung der Verbraucherpreise. Die Behörde hält an der Umstellung fest.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Im März hatte das Department bereits eine Mitteilung veröffentlich, die neue Kriterien für die Erhebung von Einzelhandelspreisen und die Bestimmung des sogenannten Modalpreises als Steuerbasis einführte. Diese Vorgaben sind Grundlage der aktuellen Änderung.

Forderung vor dem Inkrafttreten

Die Verbände fordern eine Überarbeitung der Steuerstruktur noch vor dem angekündigten Inkrafttreten am Freitag; Abgeordnete und Hersteller drängen auf Gespräche mit dem Finanzministerium. Der Protest zeigt, wie stark die Branche von der Entscheidung betroffen wäre.

Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Bangkok Post Thailand

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.