Pattaya Hochsaison: Flüge zu teuer – Vietnam gewinnt

Flüge sind teurer, Vietnam lockt Urlauber ab, aus China kommt eine Warnung. Wie ernst ist die Lage, und welche Klage der Branche hält einer Prüfung nicht stand?

Pattaya Hochsaison: Flüge zu teuer - Vietnam gewinnt
Photo by Markus Winkler on Unsplash

Pattayas Hochsaison steht unter Druck, und die Branche klagt so laut wie lange nicht. Genannt werden teure Flüge, fehlende Vorausbuchungen, Konkurrenz aus Vietnam und eine Warnung aus China. Manche dieser Gründe halten einer Prüfung stand, andere nicht. Wer in den kommenden Wochen nach Pattaya reist oder dort sein Geld verdient, sollte den Unterschied kennen, bevor er plant. Das gilt für Urlauber genauso wie für Überwinterer.

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Flugpreise nach Thailand: Wie viel teurer die Anreise ist

Die Anreise aus Europa ist teurer geworden, aber um wie viel, hängt vom Zeitpunkt ab. Im März meldete die Luftfahrtbehörde CAAT Aufschläge von bis zu 100 Prozent, weil acht Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten ihre Thailand-Flüge aussetzten. Diese Gesellschaften beförderten sonst täglich mehr als 10.000 Passagiere ab Thailand.[1] Weniger Sitzplätze trieben die Preise nach oben.

Der Tourismusverband Chon Buri nennt heute 30 bis 40 Prozent Aufschlag.[2] Das sind andere Monate und andere Strecken, deshalb passen die Zahlen nicht zusammen. Wie stark die Preise schwanken, zeigt ein Economy-Ticket auf einer Europa-Strecke: Mitte März kostete es 71.190 Baht, drei Tage später 27.045 Baht.[1] Seit 20. Juni kostet auch die Ausreise mehr, 1.120 statt 730 Baht je Person.[1] Pauschale Prozentwerte taugen nicht als Reisebudget.

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Umsteigen über den Nahen Osten: Warum Europäer mehr zahlen

Europäer zahlen mehr, weil ihnen der günstige Umweg fehlt. Flüge mit Umstieg im Nahen Osten sind laut dem Tourismusverband Chon Buri sonst etwa 20 bis 30 Prozent billiger als Direktflüge.[2] Wegen der Einschränkungen in der Region fällt dieser Spartarif für viele weg. Manche Reisende verschieben ihre Reise deshalb, andere buchen teurer.

Gleichzeitig suchen viele Fluggäste bewusst den Direktflug, um nicht an einem Umsteigeort festzusitzen. Das meldete die CAAT im März, die Thai Airways verzeichnete damals deutlich mehr Buchungen auf Europa-Strecken.[1] Wer jetzt bucht, vergleicht Direktflug und Umsteigeverbindung einzeln nach Preis und Reisedauer. Umwege um gesperrten Luftraum können die Flugzeit verlängern.

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Pattaya Hochsaison: Warum Vorausbuchungen kaum sichtbar sind

Hoteliers in Pattaya fehlt die Planungssicherheit. Früher sahen Betreiber zwei bis drei Monate im Voraus, wie voll die Saison wird, sagt der Präsident des Tourismusverbands Chon Buri. Dieses Signal fehle heute.[2] Das ist eine Aussage des Verbands, mit öffentlichen Zahlen lässt sie sich nicht belegen. Für die Betriebe heißt das: Sie wissen nicht, wie viele Gäste kommen.

Die Hochsaison dauert in Pattaya von November bis Februar.[4] Ob die Zimmer knapp werden oder frei bleiben, ist offen. Wer an bestimmten Tagen reisen will, bucht früh und achtet auf kostenlose Stornierung. Wer flexibel ist, vergleicht die Preise für mehrere Wochen. Die aktuellen Meldungen aus Pattaya zeigen, wie sich die Lage entwickelt.

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Auslandsgäste: Minus 4,59 Prozent in Thailand

Der Gesamtmarkt schwächelt, aber er bricht nicht ein. Vom 1. Januar bis 31. Oktober zählte Thailand 25,46 Millionen Auslandsgäste, 4,59 Prozent weniger als im Vorjahr.[3] Ende August lag das Minus noch bei 3,08 Prozent.[3] Es wächst also leicht, und es betrifft das ganze Land, nicht nur Pattaya.

Das Tourismusministerium ging Ende August davon aus, das Jahr ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres abzuschließen.[3] Dafür müssten November und Dezember klar besser laufen als im Vorjahr. Bis zum 24. Oktober lag das Minus bei 4,43 Prozent.[3] Ob das Jahr noch aufgeholt wird, ist offen.

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Pattaya vor Ort: Strand und Feuerwerksfest

In Pattaya selbst füllen sich die Strände wieder. Eine Beobachtung vor Ort am 1. Oktober ergab mehr ausländische Urlauber am Strand, aus Fernmärkten kehren sie langsam zurück.[4] Das ist ein Eindruck, keine Statistik. Am langen Wochenende vom 23. bis 25. Oktober waren Strände und Hotels nach Berichten voll, auch mit thailändischen Urlaubern.[4]

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Das Internationale Feuerwerksfest läuft am 27. und 28. November am Pattaya Beach. Erwartet werden Zehntausende Besucher.[4] Rund um die Beach Road gibt es an solchen Abenden üblicherweise Sperrungen und Staus, Hotels in Strandnähe füllen sich schnell. Wer dann übernachten will, bucht früh und plant mehr Zeit für Wege ein.

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Vietnam: Warum der Nachbar Gäste gewinnt

Vietnam wächst, während Thailand schrumpft. Von Januar bis April kamen 8,8 Millionen internationale Gäste nach Vietnam, 14,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Thailand zählte im gleichen Zeitraum 11,3 Millionen, 3,4 Prozent weniger.[5] Nach Angaben des Verbands ist Urlaub in Vietnam 20 bis 30 Prozent billiger.[2]

Das Wachstum hat sich im Sommer abgeschwächt: Im Juli lag es noch bei 6,6 Prozent.[5] Trotzdem hält der Präsident des Tourismusverbands Chon Buri es für möglich, dass Vietnam Thailand bei den Gästezahlen in zwei bis drei Jahren überholt.[5] Das ist seine Einschätzung, keine Prognose einer Behörde. Es tut weh. Es ist aber Wettbewerb, kein Naturgesetz.

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Japan und China: Zwei Konkurrenten, zwei Geschichten

Japan taugt schlecht als Sündenbock. Der schwache Yen lockt, doch Japans größtes Reisebüro JTB erwartet für das Jahr etwa 3 Prozent weniger Auslandsgäste, insgesamt 41,4 Millionen.[6] In der ersten Jahreshälfte kamen 2 Prozent weniger Besucher als im Vorjahr, das war der erste Rückgang seit fünf Jahren.[6]

Der Grund ist China: Die Zahl chinesischer Gäste in Japan brach in der ersten Jahreshälfte um 56,4 Prozent ein, nachdem Peking vor Reisen dorthin gewarnt hatte.[6] Für Thailand ist China vor allem Kunde. Mit 4,19 Millionen Ankünften bis zum 24. Oktober bleibt es der größte Herkunftsmarkt.[3] Der Verband nennt China auch als Reiseziel mit neuen Angeboten, Zahlen dazu legt er nicht vor.[2]

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Chinesische Reisewarnung: Was die Botschaft geschrieben hat

Die chinesische Botschaft in Bangkok warnte am 16. Oktober vor Fällen, in denen Chinesen verschwanden, unrechtmäßig festgehalten oder an die Grenze zu Myanmar gelockt wurden. Sie rät zu erhöhter Vorsicht, vor allem bei betrügerischen Jobangeboten.[7] Ein Reiseverbot ist das nicht. Der chinesische Botschafter betonte Ende Oktober, die Warnung diene dem Schutz der Bürger und richte sich nicht gegen Thailand.[7]

Spürbar ist die Wirkung schon jetzt. In der Woche vom 18. bis 24. Oktober kamen 49.494 Chinesen nach Thailand, rund 24 Prozent weniger als in der Woche davor.[7] Thailändische Stellen führten das teils auf die Zeit nach den Feiertagen zurück, teils auf geringeres Vertrauen. Der Tourismusminister sagte, die Warnung habe dem Ansehen Thailands geschadet.[7]

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Gruppenreisen aus China: Droht ein Einbruch zum Neujahrsfest?

Der Reisebüroverband ATTA warnt vor einem Einbruch bei chinesischen Gruppenreisen. Seit der Warnung lägen die Buchungen mehr als 30 Prozent unter dem Vorjahr, zum nächsten chinesischen Neujahrsfest könnten es bis zu 50 Prozent werden, wenn die Regierung nicht handelt.[7] Das betrifft Gruppenreisen, nicht alle Chinesen. Das Ziel von mindestens fünf Millionen chinesischen Gästen im Jahr wäre dann in Gefahr.[7]

Außenminister Sihasak Phuangketkeow sagte am 27. Oktober, eine Warnung allein löse das Problem nicht. Er will mit dem chinesischen Botschafter sprechen und die kriminellen Netzwerke dahinter aufspüren.[7] Er hat recht. Nur löst Reden es auch nicht. Wer vom chinesischen Geschäft lebt, wartet auf Ergebnisse, nicht auf Gespräche.

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Visum und Aufenthalt: Was Langzeiturlauber vor dem Abflug klären

Wer länger bleiben will, plant besser vor dem Abflug. Seit 15. September gilt für Deutsche, Österreicher und Schweizer bei visumfreier Einreise nur noch ein Aufenthalt von 30 statt 60 Tagen.[8] Eine Verlängerung um bis zu 30 Tage ist bei der Immigration möglich und kostet 1.900 Baht. Ob sie bewilligt wird, entscheidet die Immigration im Einzelfall.[8]

Wer mehr als 60 Tage braucht, braucht ein passendes Visum. Ausgestellt wird es nur von Botschaften und Konsulaten, nicht von der Immigration. Die Immigration wandelt die Visaart um und verlängert den Aufenthalt. Die Regeln hängen vom Pass ab und können sich innerhalb weniger Monate ändern, wie die Umstellung im September zeigt. Eine Anfrage bei der thailändischen Botschaft oder dem Konsulat klärt den eigenen Fall.

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Krankenversicherung in Thailand: Wer jetzt kommt, sichert sich selbst ab

Wer in Pattaya krank wird oder verunglückt, braucht eine Police, die in Thailand gilt. Das Gesundheitsministerium prüft seit Mai eine Pflichtversicherung für Touristen, weil ausländische Patienten ihre Krankenhausrechnungen oft nicht bezahlen. Ein Beschluss ist nicht bekannt.[9]

Private Kliniken verlangen vor großen Operationen Vorauszahlungen von bis zu 800.000 Baht. Ein Dengue-Fieber mit Klinikaufenthalt kann bis zu 80.000 Baht kosten.[9] Vor dem Abflug zählt deshalb ein Blick in die Police: Gilt sie für Thailand, für Privatkliniken und für die geplante Aufenthaltsdauer? Wer überwintert, vergleicht sie mit einer internationalen Krankenversicherung für Auswanderer. Wer auf eine Imagekampagne des Staates wartet, wartet vergeblich. Die Klinikrechnung kommt trotzdem.

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Redaktionelle Hinweise

Lesen Sie auch: Thailand im Wandel, wohin steuert das Land?

Die Ankunftszahlen entsprechen dem Stand vom 31. Oktober, die Angaben zur chinesischen Reisewarnung dem Stand vom 5. November. Die Flugpreise stammen aus verschiedenen Monaten und von unterschiedlichen Strecken und widersprechen sich teilweise. Welche Visa- und Verlängerungsregeln für den eigenen Pass gelten, erfahren Reisende bei der thailändischen Botschaft oder dem Konsulat. Ob eine Police Thailand, Privatkliniken und die geplante Aufenthaltsdauer abdeckt, regeln allein die Vertragsbedingungen des Versicherers.

  1. CAAT-Meldung zu Aufschlägen von bis zu 100 Prozent, acht ausgesetzten Nahost-Fluggesellschaften, Preisverlauf eines Europa-Tickets und höherer Ausreisegebühr: Thaiger, Nation Thailand (Meldung vom 6. März), Nation Thailand (Meldung vom 13. März), Pattaya Mail (Ausreisegebühr). ↩
  2. Aussagen des Präsidenten des Tourismusverbands Chon Buri zu Flugpreisen, Umsteigeverbindungen, Vietnam, China und fehlenden Vorausbuchungen: Naewna (thailändisch, 5. November). ↩
  3. Ankunftszahlen des Tourismusministeriums: The Star (Reuters), Nation Thailand, Kaohoon International. ↩
  4. Beobachtungen und Veranstaltungen in Pattaya: Pattaya Mail (1. Oktober), Pattaya Mail (Wochenende 23. bis 25. Oktober), Pattaya Mail (Feuerwerksfest). ↩
  5. Vietnam und Thailand im Vergleich: Saigon Times, Dan Tri International, Trading Economics (Juli). ↩
  6. Japan: Prognose von JTB und Halbjahreszahlen: ChinaTravelNews, Hotel Online (Jiji Press). ↩
  7. Chinesische Reisewarnung vom 16. Oktober, Wochenzahlen, Reaktionen von ATTA, Außenminister und Botschafter: Skift, Nation Thailand (ATTA, Außenminister), Nation Thailand (Botschafter), Nation Thailand (Tourismusminister). ↩
  8. Visumfreie Einreise: 30 Tage seit 15. September, Verlängerung um bis zu 30 Tage für 1.900 Baht: Tourism Authority of Thailand, VisasNews. ↩
  9. Geplante Pflichtversicherung und Behandlungskosten: Nation Thailand (1. Mai), Thaiger (Vorauszahlungen), Expat Focus (Dengue-Fieber). ↩

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2 Kommentare zu „Pattaya Hochsaison: Flüge zu teuer – Vietnam gewinnt“

  1. Ob die Zimmer knapp werden oder frei bleiben??? In meinen 17 Jahren hier,gab es noch nie Probleme, ein Zimmer zu finden. 2019 (40 Mio. in TH) ,war Pattay höchstens 50 % ausgebucht. Keiner, der hier 2-3 Wochen Urlaub macht, kommt nicht wegen des Feuerwerks nach Pattaya.

  2. Für mich bleibt die Verkürzung auf 30 Tage der Grund, Thailand mal ausfallen zu lassen. Ich möchte halt nicht für jeden Kurzbesuch – für mich sind das 35 bis 55 Tage – ein Non-O zur Einreise beantragen. Wobei, Hotels verdienen an mir sowieso nichts. Für 2 bis 3 Wochen? Dafür ist mir die Anreise zu stressig und prozentual zu teuer, da bleibe ich dann in Köln oder springe mal nach Riga.
    Den gestiegenen Flugpreisen kann ich noch durch eine geeignete Routen Planung gut ausweichen, das hält sich im Rahmen.

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