HONGKONG – Die Polizei hat ein Prostitutionssyndikat ausgehoben, das thailändische Frauen nach Hongkong gebracht haben soll. 16 Menschen wurden festgenommen und 13 Millionen Hongkong-Dollar Bargeld beschlagnahmt. Laut Ermittlern wurden die Frauen auch in Thailand angeworben. Der Fall umfasst den Verdacht auf Menschenhandel, Prostitution und Geldwäsche.
Syndikat behielt 70 Prozent der Einnahmen
Kunden sollen zwischen 700 und 1.000 Hongkong-Dollar pro Treffen gezahlt haben. Von diesem Betrag habe die Organisation laut Polizei rund 70 Prozent einbehalten, die Frauen erhielten nur 30 Prozent.
Die Organisation übernahm nach Angaben der Polizei Flüge, Hotelunterkunft und Verpflegung der Frauen. Die Werbung lief über Fotos und Videos im Internet und auf Telegram.
Razzien in Hotels und einer Wohnung in Tuen Mun
Die koordinierten Razzien fanden am Donnerstag und Freitag, 8. und 9. Oktober, statt. Ziele waren Hotels in Tsim Sha Tsui sowie eine Wohnung in einer privaten Wohnanlage in Tuen Mun.
In der Wohnung nahmen die Beamten zwei zentrale Mitglieder des Syndikats fest. Beide sollen beim Eintreffen der Polizei über Telegram mit Kunden und Frauen in Kontakt gestanden haben. Zwei Computer mit Terminplänen und Kundendaten wurden beschlagnahmt.
Sieben Organisatoren in Haft, vier als Hauptverdächtige
Insgesamt wurden sieben mutmaßliche Organisatoren festgenommen. Fünf von ihnen sind einheimische Männer, zwei sind ausländische Staatsangehörige. Alle sieben sind zwischen 44 und 54 Jahre alt.
Als Hauptverdächtige gelten drei Brüder aus Hongkong und ein Thailänder. Ihnen wird Menschenhandel vorgeworfen, außerdem Geldwäsche, das Verleiten zur Prostitution und das Erzielen von Gewinnen aus Prostitution.
Neun Thailänderinnen wegen Verstößen gegen Aufenthaltsbedingungen festgenommen
Bei einer verdeckten Operation am Freitag, 9. Oktober, nahm die Polizei neun Thailänderinnen fest. Sie sind 19 bis 33 Jahre alt.
Die Polizei verdächtigte sie, gegen die Bedingungen ihres Aufenthalts in Hongkong verstoßen zu haben. Ihre Verfahren laufen getrennt von den Ermittlungen gegen die Organisatoren. Ob sie auch denselben strafrechtlichen Vorwürfen unterliegen, ist nicht bestätigt.
13 Millionen Hongkong-Dollar Bargeld beschlagnahmt
Die Polizei stellte 13 Millionen Hongkong-Dollar Bargeld sicher, das mit dem Geschäft in Verbindung stehen soll. Rund 400.000 Hongkong-Dollar davon sollen aus den zwei Tagen vor den Razzien stammen.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Zusammen mit den eingefrorenen Konten geht es um mehr als 18 Millionen Hongkong-Dollar. Das beschlagnahmte Bargeld entspricht laut Angaben rund 55 Millionen thailändischen Baht.
Vier Konten eingefroren und monatlich Millionen ins Ausland überwiesen
Die Polizei identifizierte vier Privatkonten, die zentralen Mitgliedern des Syndikats zugeordnet werden. Die Konten laufen auf die Namen der Verdächtigen. Chefinspektorin Yip Yan-wa von der Bezirks-Kriminalabteilung erläuterte die finanziellen Beweise.
Die Polizei geht davon aus, dass monatlich rund 2 Millionen Hongkong-Dollar ins Ausland flossen. Mehr als 5 Millionen Hongkong-Dollar auf den vier Konten wurden eingefroren. Zielländer und Empfänger nannte die Polizei nicht.
Rekrutierung in Thailand bleibt ungeklärt
Superintendent Gar Kam-lam von der Kriminalabteilung der Zentrale West Kowloon erklärte, Mitglieder des Netzwerks in Thailand hätten die Frauen überzeugt, nach Hongkong zu reisen. Danach organisierte das Netzwerk Flüge und Unterkünfte.
Wer in Thailand konkret rekrutierte, wo das geschah und welche Vereinbarungen die Frauen vorab trafen, ist nicht bekannt. Die vorliegenden Angaben nennen weder Festnahmen in Thailand noch Ermittlungen der thailändischen Polizei.
Zwölf Beschuldigte angeklagt, Anhörung am Montag
Der Sender RTHK berichtete, dass zwölf Beschuldigte angeklagt wurden. Der Fall ist für Montag, 12. Oktober, am Kowloon City Court angesetzt. Das Ergebnis dieser Anhörung ist nicht bekannt.
Lesen Sie auch: Polizei hebt Lachgas-Quelle aus
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: