Razzia in Chiang Mai: Luxus-Villen als Basis für Chinesen-Scammer

Fünfzehn Kriminelle aus China und Myanmar nutzten noble Anwesen in Chiang Mai als Betrugszentrale. Während die Polizei die Täter stellte, stellt sich die Frage: Wer sind die Hintermänner und wusste der Vermieter von alledem?

Razzia in Chiang Mai: Luxus-Villen als Basis für Chinesen-Scammer
ThaiRath

CHIANG MAI, THAILAND – Die Polizei hat zwei hochklassige Betrüger-Nester ausgehoben, die aus luxuriösen Poolvillen heraus operierten. Insgesamt 15 Chinesen und Myanmarer sollen von dort aus Landsleute in China mit einer perfiden Daten-Masche abgezockt haben. Jetzt klickten die Handschellen.

Poolvillen als Betrugszentralen

Zwei Prachtbauten im Bezirk Saraphi, Unterbezirk Nong Phueng, dienten einer Scammer-Bande als Hauptquartier. Das eine Haus kostete 80.000 Baht Miete im Monat, das andere schlug mit satten 100.000 Baht zu Buche.

Am 8. Juni 2026 um die Mittagszeit rückten Spezialkräfte der Cyber-Polizei (PCT) der Region 5 unter Leitung von Polizeigeneralmajor Thawatchai Pongwiwattanachai an. Die Beamten hatten Durchsuchungsbeschlüsse des Provinzgerichts Chiang Mai in der Tasche.

50 Handys und 10 Laptops sichergestellt

Im ersten Haus gingen den Fahndern zehn Verdächtige ins Netz – neun Männer und eine Frau. Im zweiten Gebäude fanden sie fünf weitere Ausländer, vier Männer und eine Frau.

Die Einsatzkräfte beschlagnahmten eine digitale Betrugswaschstraße: zehn Laptops und fünfzig Smartphones. Für die Ermittler eine Goldgrube, um die Betrugsstränge im Detail nachzuverfolgen.

Monatsgehalt 50.000 Baht in Krypto

Die Täter kassierten laut Polizeiangaben ein festes Monatsgehalt von jeweils 50.000 Baht, ausbezahlt in Kryptowährung. Polizeigeneralmajor Thawatchai betonte, die Gruppe sei seit rund drei Monaten in Thailand aktiv gewesen.

Die Masche war ebenso einfach wie effektiv: Die Opfer in China wurden gezielt mit Geschichten unter Druck gesetzt, die eine angebliche Versicherung oder ein Paketproblem betrafen. Die Täter wiesen sie an, Geld zur Prüfung zu überweisen.

Datenkauf aus China

Die Polizei geht davon aus, dass die Bande die Daten ihrer Opfer in China kaufte. Mit diesen Informationen wurde das Vertrauen der Geschädigten erschlichen, bis sie zur Zahlung bereit waren.

Sobald das Geld floss, wurde es umgehend an einen Boss oder Manager weitergeleitet. Die Basis in Chiang Mai war der perfekte Ort, um im Verborgenen die Strippen zu ziehen.

Touristenvisa und illegale Aufenthalte

Die Mehrheit der Festgenommenen reiste mit einem 60-Tage-Touristenvisum ein. In vielen Fällen war die erlaubte Aufenthaltsdauer längst abgelaufen, die Personen hielten sich illegal im Königreich auf.

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Bei einem der Chinesen, Mr. Lin Dao Quan, fanden die Einwanderungsbeamten überhaupt keine Daten im System. Ein klarer Hinweis auf eine illegale Einreise.

Hausbesitzer stehen im Visier

Die Polizei nimmt nun auch die Vermieter der Luxusdomizile ins Visier. Bei der Überprüfung durch die Einwanderungspolizei kam ans Licht, dass für die Häuser nie eine Meldung über die ausländischen Mieter erstattet wurde.

Gegen die Eigentümer wird wegen unterlassener Anmeldung bei der Einwanderungsbehörde ermittelt. Das ist kein Kavaliersdelikt und kann empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Ermittlungen international ausgeweitet

Nach der heutigen Festnahme plant die Polizei, die Ermittlungen deutlich auszuweiten. Die gesammelten Informationen sollen mit den chinesischen Behörden geteilt werden.

Die Auftraggeber und Hintermänner sitzen nach ersten Erkenntnissen nicht in Thailand. Die enge Kooperation mit den Behörden in China soll die Strippenzieher im Ausland zu Fall bringen.

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Quelle: Thairath

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