BANGKOK – Eine Untersuchung zeigt eine deutliche Impflücke gegen Masern bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe von 14 bis 31 Jahren lag die schützende Immunität nur bei 27 bis 46 Prozent. Forschende schlagen deshalb eine dritte Masernimpfung für Menschen zwischen 10 und 40 Jahren vor.
Die Ergebnisse wurden am 17. August 2026 von der Medizinischen Fakultät der Chulalongkorn-Universität gemeinsam mit dem Institut für Gesundheitsforschung, dem Department für Krankheitskontrolle, dem Gesundheitsministerium und weiteren Einrichtungen vorgestellt.
Immunität bei 14- bis 31-Jährigen besonders niedrig
Für die Studie wurden 3.675 Serumproben von Menschen im Alter zwischen sechs Monaten und 80 Jahren untersucht. Der Anteil der Bevölkerung mit schützenden Antikörpern gegen Masern lag insgesamt bei 61,3 Prozent.
Besonders deutlich war die Immunitätslücke bei den 14- bis 31-Jährigen. In dieser Gruppe lag die Immunität nur bei 27 bis 46 Prozent, weil der durch Impfungen aufgebaute Schutz mit der Zeit abnimmt.
Dritte Impfung für 10- bis 40-Jährige vorgeschlagen
Die Forschenden empfehlen, eine dritte Masernimpfung, MCV3 genannt, für die Altersgruppe von 10 bis 40 Jahren zu prüfen. In diesem Bereich wurde die größte Lücke beim Immunschutz festgestellt.
Die Impfung könnte in das bestehende Impfsystem für Jugendliche und Erwachsene eingebunden werden, etwa an Schulen, Universitäten oder Arbeitsplätzen. Eine politische Entscheidung dazu steht noch aus.
Zweite MMR-Impfung erreicht Zielwert noch nicht
Thailand setzt bei der MMR-Impfung auf zwei Dosen. Die erste Impfung soll jedes Kind im Alter von neun Monaten erhalten, die zweite im Alter von zwei Jahren und sechs Monaten.
Die Durchimpfung der ersten Dosis liegt landesweit bei mehr als 90 Prozent. Bei der zweiten Dosis wird das Ziel von mindestens 95 Prozent noch nicht erreicht.
Wegen der Belastungen durch COVID-19 verschob die WHO das Ziel für die Maserneliminierung auf 2026.
Vier Provinzen liefern Daten für die Untersuchung
Die Blutproben stammten aus Uttaradit, Phra Nakhon Si Ayutthaya, Buriram und Trang. Die vier Provinzen wurden als Vertreter verschiedener Regionen ausgewählt; aus jeder Provinz wurden etwa 900 Menschen untersucht.
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Die Immunität nach Altersgruppen zeigte eine U-förmige Kurve. Menschen über 40 Jahren hatten Werte von mehr als 95 Prozent, was auf einen natürlichen Schutz nach durchgemachten Infektionen zurückgeführt wurde.
Masernfälle betreffen häufig Menschen über 15
Die niedrigen Immunitätswerte bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen passen zu den landesweiten Statistiken. Dort stellen Menschen über 15 Jahren den größten Anteil der Masernpatienten.
Nach Einschätzung des Forschungsteams liegt die Immunität der thailändischen Bevölkerung derzeit unter dem Niveau, das nötig wäre, um die Übertragung des Masernvirus zu stoppen. Die hohe Anfälligkeit bei Jugendlichen und Erwachsenen zeigt, dass zwei reguläre Impfdosen unter den aktuellen Bedingungen möglicherweise nicht ausreichen.
Behörden planen Nachholimpfungen und bessere Überwachung
Das Department für Krankheitskontrolle will die Impfquote beider MMR-Dosen in allen Landesteilen auf mindestens 95 Prozent steigern. Geplant sind eine schnellere Suche nach Kindern mit fehlenden Impfungen, eine Krankheitsüberwachung und Untersuchungen innerhalb von 48 Stunden nach einem Ausbruch.
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Bis zur Entscheidung über MCV3 sollen vor allem die zweite MMR-Dosis und gezielte Auffrischimpfungen in Gruppen und Gebieten mit niedriger Impfquote vorangebracht werden. Als besonderes Einsatzgebiet gelten die südlichen Grenzprovinzen. Geplant sind außerdem ein verknüpftes elektronisches Impfregister und ein System zur laufenden Kontrolle der Immunitätslücken.


Ich weiß ja nicht, was für Erkenntnisse die „Forschenden“ umtreiben, aber was im Artikel steht kann nicht sein. Nach erfolgreicher Grundimmunisierung mit 2 Impfungen gilt man als lebenslang immun, wo da in Thailand ausgerechnet bei der jüngeren Bevölkerung ein „nachlassender“ Impfschutz herkommen soll? Über 90 % hat eine Erstimpfung, 95% wird bei der Zweitimpfung nicht erreicht. Diese Information hat Null Wert, denn zwischen Null Prozent und 94 Prozent ist nun mal ein gewaltiger Unterschied , obwohl es im Rahmen „95 % wird nicht erreicht“ liegt?
Impfungen sind Big Business, deswegen ist immer Vorsicht angeraten.
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben recht, dass die zweite MMR-Dosis in Thailand noch nicht die angestrebte Durchimpfungsrate von 95 % erreicht – genau das steht auch im Artikel. Was die Studie aber zeigt: Selbst wer beide Impfungen erhalten hat, kann im Laufe der Zeit einen nachlassenden Antikörperspiegel entwickeln. Genau das wurde bei den 14- bis 31-Jährigen gemessen, mit Immunitätswerten von nur 27 bis 46 %. Das ist kein theoretisches Szenario, sondern das Ergebnis von 3.675 Blutproben. Menschen über 40, die Masern noch selbst durchgemacht haben, sind dagegen zu über 95 % geschützt.