Rolls-Royce-Skandal: Gesuchter Ex-Manager ausgeliefert

Drei Länder arbeiteten zusammen: Interpol und Antikorruptionsbehörden spürten den flüchtigen thailändischen Ex-Spitzenmanager in Indonesien auf.

Rolls-Royce-Skandal: Gesuchter Ex-Manager ausgeliefert
Naewna

BANGKOK, Thailand – Die thailändische Antikorruptionskommission NACC hat den früheren Spitzenmanager des Energiekonzerns PTTEP, Phaophet Worabut, aus Indonesien zurückgeholt. Ihm wird in der Rolls-Royce-Schmiergeldaffäre vorgeworfen, Bestechungsgelder kassiert zu haben. Er wurde mit Hilfe der internationalen Polizeibehörde Interpol gefasst und kehrte in der Nacht nach Thailand zurück.

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Delegation holt Ex-Manager aus Indonesien ab

Nach Angaben von NACC-Generalsekretär Nitipat Prachuabmoh reiste eine Delegation nach Indonesien, um den Mann dort abzuholen. Beteiligt waren Abteilungen der Kommission für internationale Verpflichtungen und Zusammenarbeit sowie für Ermittlungen und Sonderaufgaben, dazu die Auslandsabteilung der Königlich Thailändischen Polizei.

Zur Tatzeit war Phaophet Worabut stellvertretender Geschäftsführer im Offshore-Bereich und stellvertretender Geschäftsführer eines Joint-Venture-Projekts bei PTTEP. In der Nacht landete er wieder in Thailand.

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Lieferauftrag für das Arthit-Projekt im Visier

Laut Kommission soll Phaophet Worabut dafür gesorgt haben, dass Rolls-Royce Energy Systems den Zuschlag für einen Feed-Gas-Turbinenverdichter erhielt. Das Gerät war für die Förderplattform des Arthit-Feldes vorgesehen.

Dafür sollen über Vermittlerfirmen Schmiergelder von insgesamt 300.543 US-Dollar geflossen sein. Umgerechnet entsprach das damals gut zehn Millionen Baht.

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US-Justiz setzte den Fall in Gang

Den Anfang machte das US-Justizministerium (DOJ), das zunächst gegen die private Seite der Bestechung vorging. Danach übernahm die thailändische Kommission die weiteren Untersuchungen und fand Hinweise, die zu thailändischen Staatsbediensteten führten.

In ihrem Beschluss stellte die NACC fest, dass sich Phaophet Worabut strafbar gemacht haben soll. Die Kommission betont aber, dass dieser Beschluss noch nicht endgültig ist.

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Flucht über Malaysia nach Indonesien

Während des Verfahrens verließ der Mann Thailand und reiste nach Malaysia. Von dort soll er nach Indonesien weitergezogen sein und sich dort versteckt haben. Daraufhin beantragte die Kommission eine Red Notice von Interpol.

Der Erfolg beruhte auf abgestimmter Informationsarbeit mit der Auslandsabteilung der Polizei, der malaysischen Antikorruptionsbehörde MACC, der indonesischen Antikorruptionsbehörde KPK und der indonesischen Einwanderungsbehörde. Mit dieser Zusammenarbeit konnten die Behörden den Mann schließlich aufspüren und festhalten.

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Der Fall geht vor das Strafgericht für Korruption

Die NACC will Phaophet Worabut dem Zentralen Strafgericht für Korruptions- und Amtsmissbrauchsfälle übergeben, damit dort das Verfahren beginnt. Bis zu einem rechtskräftigen Gerichtsurteil gilt er als unschuldig.

Lesen Sie auch: Wieder Interpol-Gesuchter in Phuket festgenommen

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Quelle: Naewna

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