KASAN – Mitten im Asean-Russland-Gipfel haben Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul und Russlands Präsident Wladimir Putin einen entscheidenden Handelshebel umgelegt. Beide Staaten einigten sich auf die schnelle Aufnahme von Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen mit der Eurasischen Wirtschaftsunion und setzten für August ein Arbeitstreffen in Moskau an.
Gipfeltreffen in Kasan bringt die Wende
Am Rande des hochkarätigen Treffens in der tatarischen Hauptstadt kam es am Donnerstag zum direkten Austausch der beiden Staatschefs. Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek bestätigte, dass die Chemie stimmte: Anutin würdigte Russlands Gastgeberrolle und nannte das Land einen langjährigen Freund, mit dem enge Beziehungen auf allen Ebenen gepflegt werden.
Putin wiederum verwies auf ein bevorstehendes Jubiläum: Im Jahr 2027 feiern Thailand und Russland 130 Jahre diplomatische Beziehungen. Die lockere, aber bestimmte Atmosphäre soll den Weg für eine neue wirtschaftliche Dynamik ebnen.
Freihandelszone mit fünf Staaten im Fokus
Konkret geht es um ein Abkommen mit der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU). Neben Russland als treibender Kraft gehören Armenien, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan zu dem Staatenbund, dessen Märkte für thailändische Exporteure geöffnet werden sollen.
Thailand verspricht sich durch den Schritt einen massiven Schub für Handel und Investitionen. Das aktuelle bilaterale Handelsvolumen liegt bei rund 1,5 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 49 Milliarden Baht – viel Luft nach oben, wie Anutin betonte.
Moskau-Reise im August fixiert
Um aus Worten Taten werden zu lassen, setzten beide Seiten einen engen Zeitrahmen. Bereits im August soll die 9. Thai-Russische Gemeinsame Kommission für bilaterale Zusammenarbeit in Moskau tagen. Ziel der Sitzung: Kooperationen in praktische Ergebnisse ummünzen.
Auch ein Follow-up des Russian-Thai Investment Forums ist für Oktober geplant. Schon die letztjährige Veranstaltung hatte beide Länder wirtschaftlich nähergebracht und konkrete Investitionsfelder ausgeleuchtet.
Von Konsumgütern bis zu Düngemitteln
Neben den Hafen- und Zollfragen geht es Thailand um handfeste Produkte. Der Thai-Russian Business Council pocht auf eine deutliche Ausweitung von Konsumgüterexporten in die EAEU-Region. Russisches Interesse gibt es an thailändischen Lebensmitteln, Elektronik und Textilien.
Die Agenda reicht jedoch weit über Handelsgüter hinaus. Saubere Energie, Flüssigerdgas, Petrochemie und Düngemittel standen ebenso auf der Wunschliste wie vertiefte Kooperation in Militärfragen, öffentlicher Gesundheit, Informationstechnologie und Bildung.
Milliardenmarkt in Sicht
Die Zahl von 1,5 Milliarden Dollar Handelsvolumen unterstreicht das Potenzial. Mit der Anbindung an den postsowjetischen Wirtschaftsraum könnte Thailand seine Abhängigkeit von traditionellen Märkten merklich reduzieren und sich neue Lieferketten erschließen. Das Freihandelsabkommen wäre ein strategischer Coup, der nicht nur Zölle senkt, sondern auch Investitionsschutz und Technologietransfer neu regelt. Die kommenden Verhandlungen in Moskau werden zeigen, wie schnell die Partner liefern können.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: