BANGKOK – Thailand und die Schweiz wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen enger knüpfen. Industrieminister Wrawuth Silpa-archa empfing kürzlich die Schweizer Staatssekretärin Helene Budliger Artieda und eine Delegation aus Wirtschaftsorganisationen und führenden Industrieverbänden. Im Mittelpunkt steht ein Handelsabkommen zwischen Thailand und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), das voraussichtlich Anfang 2027 in Kraft treten soll.
Handelsabkommen mit der EFTA soll Anfang 2027 greifen
Wrawuth sagte, die Schweizer Seite habe die Nutzung des Handelsabkommens zwischen Thailand und der EFTA angesprochen. Das Abkommen soll als wichtiges Instrument dienen, um die Zusammenarbeit zu stärken, neue Geschäftschancen zu schaffen und Lieferketten miteinander zu verbinden.
Die Schweiz lobte nach Angaben des Ministers die enge und lange Partnerschaft mit Thailand, vor allem die Zusammenarbeit im Rahmen des Pariser Abkommens. Regierung und Privatwirtschaft in der Schweiz wollen laut Wrawuth helfen, Thailand zu einem der führenden Handelspartner der Region zu machen.
Schweizer Industrie diskutiert mit Thailand über Technik und Infrastruktur
An dem Treffen nahmen Vertreter zahlreicher Industriebereiche und Schlüsseltechnologien teil. Genannt wurden unter anderem der Maschinen- und Elektrotechnikbau, intelligente Fertigungstechnik, Robotik, Sensoren, hochmoderne Elektronikgeräte und Hochleistungswerkstoffe.
Auch Schienenverkehr und Verkehrsinfrastruktur standen auf der Agenda. Die Schweizer Teilnehmer konnten Vorschläge einbringen.
Finanzierung und Exportrisiken im Blick
Zur Delegation gehörten auch Vertreter von Entwicklungsfinanzierungsinstituten sowie einer Exportkredit-Risikoversicherungsagentur. Diese Institutionen unterstützen nach Angaben des Ministers Kapital und Risikomanagement bei internationalen Investitionsprojekten.
Die Schweizer Wirtschaft zeigte Interesse an konkreten Investitionsfeldern in Thailand. Genannt wurden Elektrofahrzeuge, Halbleiter, Infrastruktur, erneuerbare Energien und die Wasserwirtschaft.
Thailand setzt auf Biokraftstoffe und Solarstrom
Beim Thema Energie stellte Thailand laut Wrawuth seine Politik zur Förderung von Biokraftstoffen vor, etwa E20 und B20. Außerdem sollen Solaranlagen auf Dächern gefördert werden, und der direkte Stromkauf zwischen Unternehmen (Direct PPA) soll einfacher werden.
Ziel sei es, die Industrie beim Umstieg auf saubere Energie zu unterstützen. Dazu zählten auch umweltfreundliche Agrartechnik und grüne Industrien.
Thailand will Medizinzentrum der Region werden
Die Gesprächspartner tauschten Ansichten darüber aus, wie Thailand zu einem medizinischen Zentrum der Region aufsteigen kann. Dazu gehört auch die Frage, wie Investitionen in fortschrittliche Behandlungstechnologien angezogen werden können.
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Wrawuth nannte dafür Voraussetzungen wie Forschung und Entwicklung, wirksamen Schutz geistigen Eigentums sowie transparente, schnelle und internationale Standards erfüllende Genehmigungs- und Lizenzverfahren. So sollen Investoren und Unternehmer im globalen Innovationsbereich Vertrauen fassen.
Beide Seiten sehen Potenzial für weiteres Wachstum
Beide Seiten waren sich laut Wrawuth einig, dass die Zusammenarbeit zwischen Thailand und der Schweiz noch viel Wachstumspotenzial hat. Sie wollen die Kooperation eng begleiten, um Wirtschaft, Technik und Nachhaltigkeit voranzubringen.
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