Du lebst seit Jahren in Thailand und wirst älter. Oder du wohnst noch in Europa und denkst an deine Eltern. Ein deutsches Pflegeheim für Mutter oder Vater kommt nicht in Frage? Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass es solche Häuser auch in Thailand gibt? Es gibt Seniorenresidenzen und Pflegeeinrichtungen, mehrere mit deutschsprachigem Personal. Die Preise liegen nach Angaben der Häuser deutlich unter denen europäischer Heime.
Carewell in Rawai auf Phuket
Wer von Europa aus einen Pflegeplatz auf Phuket sucht, findet weniger Auswahl als in Chiang Mai oder Pattaya. Das bekannteste Haus mit stationärer Pflege ist Carewell in Rawai, wenige Minuten vom Meer entfernt. Es hat rund 30 Plätze in Standardzimmern, Studios und vier angrenzenden Villen, alles rollstuhlgerecht.[1]
Zum Haus gehören ein Pool, ein Restaurant mit eigener Bäckerei sowie Bereiche für Physiotherapie, Fitness und Massage. Betreut werden Menschen mit Demenz und neurologischen Erkrankungen, aber auch nach Operation, Unfall oder Schlaganfall. Geschäftsführerin Anita Somaini berät auf Deutsch, Englisch und Französisch, Telefon +66 (0)82 717 9275.[1]
Was ein Platz auf Phuket kostet
Carewell nennt keine feste Preisliste, die Leistungen sind in Paketen gebündelt. Für private Pflege im Einzelzimmer gibt das Haus eine Spanne von 2.900 bis 4.600 US-Dollar im Monat an (Stand Juli). Darin stecken Unterkunft, Verpflegung, Pflege, Therapien und Massage. Nachtzuschläge fallen nicht an.[1]
Die Spanne ist groß, weil sich der Betrag nach Pflegebedarf und Zimmer richtet. Für den Vergleich nennt Carewell Pflegeheime in der Schweiz mit 11.000 bis 15.000 US-Dollar im Monat. Das sind Angaben des Hauses selbst. Wer vergleicht, lässt sich deshalb ein schriftliches Angebot für den konkreten Pflegebedarf geben.[1]
Pflege zu Hause auf Phuket
Nicht jeder zieht in ein Heim. RentMyNurse in Rawai schickt Pflegekräfte und Begleiter in die eigene Wohnung, rund um die Uhr. Nach eigenen Angaben betreibt das Unternehmen seit mehreren Jahren auch das Pflegeheim Carewell.[2]
Eine Pflegekraft kann auch im Krankenhaus eingesetzt werden und arbeitet dort mit dem Klinikpersonal zusammen. Erreichbar ist RentMyNurse unter +66 (0) 80 415 1799, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr und samstags bis 14 Uhr. Das passt für Menschen, die bereits in Thailand wohnen und noch keinen Heimplatz brauchen.[2]
Vivobene in Chiang Mai
In und um Chiang Mai stehen mehrere Häuser mit europäischer Führung. Vivobene in Doi Saket arbeitet unter Schweizer Leitung, das Personal spricht Deutsch und Englisch. Es gibt Grundpflege für weitgehend selbstständige Bewohner und Intensivpflege mit täglicher Physiotherapie und wöchentlicher Massage.[3]
Angehörige können das Haus per Videoanruf kennenlernen. Vivobene bietet außerdem Visumunterstützung für internationale Bewohner und Probewohnen an. Preise nennt das Haus auf Anfrage, die Beratung läuft in der Schweiz unter +41 (0) 31 311 1192 und in Thailand unter +66 (0) 53 496 000.[3]
Care Resort Chiang Mai
Das Care Resort Chiang Mai bietet Wohnen in Villen mit Anschluss an eine Pflegestation, dazu eine kleine Station für Alzheimer und Demenz. Die Villen stehen in einem großen Garten mit See. Kurz- und Langzeitaufenthalte sind möglich, das Haus nennt sich selbst mehrfach ausgezeichnet.[4]
Die Mitarbeiter sprechen Englisch und Thai. Das Haus organisiert Aktivitäten an sieben Tagen in der Woche, einen Einkaufsausflug pro Woche und einen Ausflug pro Monat. Preise stehen nicht auf der Website, das Haus nennt sie auf Anfrage unter +66 (0)53 044 097.[4]
VivoCare in Chiang Mai
VivoCare ist nur auf Demenz und andere neurodegenerative Erkrankungen spezialisiert. Das Haus nennt ein Verhältnis von mindestens einer Pflegekraft je Gast und eine Zertifizierung durch das thailändische Gesundheitsministerium. Gründerin und Leiterin ist Doris Knecht.[5]
Der Preis ist ein Pauschalbetrag: 3.000 Euro im Monat, alternativ 2.750 Franken oder 3.500 US-Dollar. Darin sind Pflege rund um die Uhr, Unterkunft, drei Mahlzeiten täglich, Ergotherapie, wöchentliche Massage und Visumunterstützung enthalten. Für die Nachtbetreuung eins zu eins und für Premium-Zimmer kommen Aufpreise dazu.[5]
Homerly in Pattaya
Homerly liegt außerhalb von Pattaya. Es gibt sechs Wohnformen, vom Luxus-Zimmer mit 34 Quadratmetern bis zur Pool-Villa mit 145 Quadratmetern. Das Personal spricht Deutsch, Niederländisch und Englisch, dazu kommen ein Salzwasserbecken von 30 Metern und Villen, in denen Haustiere erlaubt sind. Die Flughäfen von Bangkok sind etwa 90 Minuten entfernt.[6]
Im Monatspreis stecken Zimmer, Pflegekräfte rund um die Uhr, Verpflegung, Aktivitäten, Fahrten zu Arztterminen und Hilfe bei der Immigration. Nach einem Videogespräch von 45 Minuten schickt Homerly ein schriftliches Angebot innerhalb von 48 Stunden. Der Preis selbst steht nicht auf der Website.[6]
VivoCare in Hua Hin
Hua Hin hat weniger Heime als Chiang Mai oder Pattaya. VivoCare betreibt dort seinen zweiten Standort für Demenzpflege, an der Küste und näher an Bangkok. Das Haus verlangt in Hua Hin denselben Pauschalpreis wie in Chiang Mai, 3.000 Euro im Monat.[5]
Zusatzkosten nennt VivoCare nur für Physiotherapie, Nachtbetreuung eins zu eins und Premium-Zimmer. Kautionen oder Stornogebühren gibt es nach Angaben des Hauses nicht. Zu Lage, Zimmerzahl und Eröffnung des Standorts in Hua Hin macht die Website keine Angaben, hier hilft nur die Anfrage beim Haus.[5]
ANDA Life Solution in Cha-am
ANDA Life Solution liegt in Cha-am, nördlich von Hua Hin und etwa 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Die Residenz besteht aus 25 modernen, barrierefreien Bungalows mit Klimaanlage. Dazu kommen ein Pool, ein Fitnessstudio und eine Gemeinschaft, in der Aktivitäten und Austausch zum Alltag gehören.[7]
Bewohner mieten einen Bungalow, ein Pflegeteam hilft bei gelegentlichem wie bei höherem Bedarf. Eine Krankenschwester ist dauerhaft vor Ort, eine Klinik in der Nähe arbeitet mit der Residenz zusammen. Es gibt einen deutschen Betreuungsservice, zum Kennenlernen einen Probeaufenthalt von einem Monat. Mietpreise nennt ANDA auf Anfrage.[7]
Visum für Bewohner von Seniorenresidenzen
Die meisten Rentner nutzen das Non-Immigrant-O-Visum für Personen ab 50 Jahren. Es gilt zunächst 90 Tage und wird bei der Immigration um ein Jahr verlängert.[8] Für diese Jahresverlängerung zählt ein Guthaben von 800.000 Baht auf einem thailändischen Konto, ein Einkommen von 65.000 Baht im Monat oder eine Kombination, die zusammen 800.000 Baht ergibt.[8]
Das Non-Immigrant-O-A-Visum gilt von Anfang an für ein Jahr und gibt es nur bei einer Thai-Botschaft im Ausland.[9] Bei den Formalitäten helfen mehrere Häuser. Homerly und VivoCare nennen Visumunterstützung als Teil ihrer Leistungen, Vivobene bietet sie für internationale Bewohner an. Das Geld auf dem Konto muss der Bewohner selbst nachweisen.[3][5][6]
Wer eine Krankenversicherung braucht
Beim Non-Immigrant-O-Visum ist keine Krankenversicherung vorgeschrieben, weder beim Antrag noch bei der Jahresverlängerung. Pflicht ist sie beim Non-O-A-Visum und beim zehnjährigen Non-O-X-Visum. Dort muss die Police beim Antrag vorliegen und bei jeder Verlängerung in Thailand nachgewiesen werden. Wer ohne Police lebt, zahlt Krankenhausrechnungen aus eigener Tasche.[10]
Verlangt werden 3.000.000 Baht oder 100.000 US-Dollar Deckung für die gesamte Aufenthaltsdauer (Stand Oktober). Nach Angaben von Vermittlern wenden einzelne Botschaften noch die ältere Regel an, 400.000 Baht stationär und 40.000 Baht ambulant. Wer von Europa aus beantragt, fragt deshalb vorher bei der zuständigen Botschaft nach.[10]
Krankenversicherung im Alter
Das Alter entscheidet über Zugang und Preis. Nach Angaben eines Vermittlers steigen die Beiträge oft mit 60, 65 und 70 Jahren sprunghaft. Er rät, die Police vor dem 65. Lebensjahr abzuschließen. Wer bis 75 wartet, findet kaum noch bezahlbaren Schutz.[11]
Auch die Anbieter setzen Grenzen. Luma Long Stay Care nimmt Personen unter 80 Jahren, ab 70 ohne Gesundheitsprüfung. Das Senioren-Angebot von Cigna richtet sich an Menschen ab 60. Ab 70 wird die Auswahl insgesamt kleiner.[10] Der Vermittler schätzt Expat-Tarife mit vollem Schutz auf 960 bis 4.800 US-Dollar im Jahr.[11]
Vorerkrankungen und Pflegekosten
Vorerkrankungen sind der zweite Stolperstein. Bei Tarifen ohne Gesundheitsfragen ist jede Erkrankung der letzten fünf Jahre automatisch ausgeschlossen. Bei Krebs oder Herzleiden zahlen manche Policen in den ersten 90 Tagen nicht. Bei voller Prüfung legt der Antragsteller seine Krankengeschichte offen.[11]
Ob die Policen Pflege im Pflegeheim zahlen, ist aus den Quellen nicht bekannt. Das muss der Versicherer vor dem Einzug schriftlich bestätigen. Ebenso gehört in die Unterlagen, ob das Haus direkt mit dem Versicherer abrechnet. Wer in den ersten Jahren einzieht, hat dabei die besseren Chancen als jemand, der erst mit 75 anfragt.[11]
Redaktionelle Hinweise
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Stand der Angaben ist Oktober. Die Häuser nennen ihre Preise in Euro, Franken und US-Dollar. Preise und Leistungen können sich ändern, aktuelle Angebote nennen die Häuser auf Anfrage. Visa- und Versicherungsregeln legen Immigration und Botschaften unterschiedlich aus, verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Stelle.
- Carewell Service: Zimmer und Ausstattung, Kostenvergleich (Stand Juli), Startseite mit Kontaktdaten. ↩
- RentMyNurse: Angebot und Kontakt. ↩
- Vivobene: Startseite und Pflegepakete. ↩
- Care Resort Chiang Mai: Angebot. ↩
- VivoCare: Startseite und Preise. ↩
- Homerly: Startseite und Unterkünfte und Leistungen. ↩
- ANDA Life Solution: Angaben der Residenz. ↩
- Thailändisches Außenministerium: Non-O Retirement. Thailand Starterkit: Rentenvisum. ↩
- Thai Visa Services: Non-O und Non-O-A im Vergleich. ↩
- Thailand Starterkit: Pflichtversicherung für Rentner (geändert im Oktober). The Thaiger: Krankenversicherung für Rentner. ↩
- Best Insurance Thailand: Ratgeber Krankenversicherung für Rentner (veröffentlicht im April). ↩

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