Songkran in Pattaya treibt Langzeitgäste in die Flucht

Viele packen schon den Koffer: Schmutzwasser, Chaos und stundenlange Wasserschlachten vertreiben Langzeitgäste aus Pattaya.

Songkran in Pattaya treibt Langzeitgäste in die Flucht
Pattaya Mail

Pattaya, Thailand – Immer mehr Langzeitbesucher empfinden das auf über eine Woche ausgedehnte Songkran-Fest in Pattaya nicht als Highlight, sondern als Belastung. In Online-Foren häufen sich Berichte über Ausweichpläne, Gesundheitsbedenken und Alltagseinschränkungen – während andere auf die wirtschaftliche Bedeutung des Events verweisen.

Songkran in Pattaya: Vom Drei-Tage-Fest zur Dauerparty

Songkran gilt für viele Touristen als Pflichtprogramm mit Wasserschlachten, Straßenpartys und durchgehender Feierlaune. In Pattaya werden die Feierlichkeiten jedoch zunehmend deutlich länger als die traditionellen drei Tage ausgedehnt.

Genau diese Verlängerung sorgt bei einem wachsenden Teil der regelmäßigen und langfristigen Besucher für Frust. In Foren wird das Festival teils als etwas beschrieben, das man „aushalten“ müsse, statt es zu genießen.

„Einmal reicht fürs Leben“: Fluchtpläne statt Vorfreude

Mehrere Kommentatoren schreiben, ein einziges Songkran in Pattaya sei „genug für ein Leben“ gewesen. Andere berichten, sie planten inzwischen bewusst, die Stadt während des Festivals zu verlassen.

Als Alternativen werden ruhigere Reiseziele wie Vietnam oder Laos genannt, um dem Gefühl zu entkommen, „zehn Tage nicht rausgehen zu können“. Für viele ist das weniger eine spontane Entscheidung als eine feste Strategie geworden.

Anpassen statt Mitmachen: Vorräte, Rückzug und Symbolik

Wer bleibt, versucht laut den Berichten häufig, das Chaos zu umgehen, etwa indem man sich mit Lebensmitteln eindeckt und Wege nach draußen minimiert. Ein Langzeitbewohner schrieb, der Gefrierschrank werde vorher aufgefüllt, damit man nicht raus müsse.

Andere reduzieren ihre Teilnahme auf eine symbolische, traditionelle Geste und distanzieren sich von den intensiven Wasserschlachten. Genannt wird etwa das „nur Wasser auf die Füße sprenkeln“ statt stundenlanger Straßenschlachten.

Gesundheit und Sicherheit: Schmutzwasser, Infektionen, starke Wasserpistolen

Wiederkehrend sind Sorgen um Hygiene und Gesundheit, darunter Beschwerden über „schmutziges Wasser“ sowie Augen- und Ohreninfektionen. Besonders ältere Besucher äußern dabei Unbehagen über die Intensität der Wasserschlachten.

Zusätzlich werden sehr leistungsstarke PVC-Wasserpistolen erwähnt, von denen einige laut Nutzern illegal sein sollen. Ein Kommentar bringt die Ermüdung auf den Punkt: Nach dem „hundertsten Mal ins Gesicht gespritzt“ verliere es seinen Reiz.

Stau, teure Fahrten und eingeschränkte Mobilität

Neben dem Wassertrubel belasten auch Verkehrsprobleme den Alltag: Staus und überfüllte Straßen werden als Teil des Songkran-Chaos beschrieben. Dadurch werde es schwierig, sich normal durch die Stadt zu bewegen.

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Hinzu kommen Berichte über steigende Transportkosten, etwa durch teurere Motorbike-Taxis während der Festtage. Für manche wird damit selbst eine kurze Strecke zur Geduldsprobe.

Auswirkungen auf Geschäfte: Teilweise Schließungen und veränderte Kundschaft

Einige lokale Betriebe berichten demnach von temporären Schließungen in den Spitzentagen, weil Menschenmengen und Verkehr den Betrieb erschweren oder unrentabel machen. Außerhalb der zentralen Entertainment-Zonen verschiebe sich der normale Tagesumsatz spürbar.

Viele Stammkunden blieben in dieser Zeit zu Hause oder verließen die Stadt, was den Alltagshandel zusätzlich verändere. Das führt zu einer anderen Dynamik als an gewöhnlichen Tagen, selbst wenn Party-Hotspots stark frequentiert sind.

Generationenfrage: Party-Magnet für Junge, Belastung für Langzeitgäste

In den Diskussionen zeigt sich eine klare Kluft: Jüngere Touristen und Kurzzeitbesucher genießen häufig die durchgehende Party-Atmosphäre. Ältere oder langjährige Pattaya-Besucher empfinden das verlängerte Format dagegen eher als zu viel.

Ein Bewohner, der seit fast zwei Jahrzehnten in der Stadt lebt, beschreibt den Wandel persönlich: Früher habe er es geliebt, heute nehme er lieber Abstand. Damit wird Songkran für manche weniger zum Fest als zur Zeit des Rückzugs.

Wie sich Songkran verändert hat: Von Tagesprogramm zu 24-Stunden-Event

Mehrere Stimmen betonen, das Fest habe sich in Pattaya stark gewandelt: Aus einigen Tagen mit überwiegend tagsüber stattfindenden Aktivitäten sei ein nahezu rund um die Uhr laufendes Ereignis geworden. In der Wahrnehmung vieler zieht es sich über eine Woche oder länger.

Ein Kommentator fasst das Problem als fehlende Erholungsphasen zusammen: „Man bekommt nie eine Pause davon.“ Gerade diese Dauerbelastung wird als Hauptgrund genannt, warum die Stimmung bei Langzeitgästen kippt.

Wirtschaftsfaktor vs. Lebensqualität: Für wen ist das Festival?

Nicht alle teilen die Kritik: Einige argumentieren, Songkran sei ein wichtiger Wirtschaftsmotor und ziehe zahlungskräftige Kurzzeitgäste an. Diese würden in kurzer Zeit mehr ausgeben, als Langzeitbesucher es typischerweise tun.

Genau daraus entsteht die zentrale Spannung: Soll Pattaya Songkran primär als Tourismus-Magnet maximieren oder stärker auf Alltagstauglichkeit achten? Die Debatte läuft letztlich auf die Frage hinaus, für wen das Festival in seiner heutigen Form gedacht ist.

Steigende Reisekosten und Druck auf Langzeitbesucher

Vor dem Hintergrund weltweit steigender Reisekosten und wirtschaftlicher Belastungen warnen einige Langzeitbesucher, dass anhaltende Störungen und höhere Preise sie langfristig zum Umdenken bewegen könnten. Genannt werden dabei praktische Nachteile, die sich Jahr für Jahr wiederholen.

Die aktuelle Botschaft aus Teilen der Long-Stay-Community wirkt eindeutig: Wenn Songkran kommt, machen viele nicht mit, sondern weichen aus. Für Pattaya könnte das mittelfristig bedeuten, dass sich die Zusammensetzung der Besucher weiter verschiebt.

Deine Meinung

Wie erlebst du Songkran in Pattaya: als einmaliges Highlight oder als zu langes, zu intensives Event, das den Alltag lahmlegt? Schreib in die Kommentare, ob du während Songkran bewusst bleibst, mitfeierst oder die Stadt verlässt.

Sollte Pattaya die Feierlichkeiten wieder stärker auf die traditionellen Tage begrenzen, oder ist die verlängerte Festivalzeit wichtig für Tourismus und Einnahmen? Diskutiere mit: Was wäre aus deiner Sicht ein fairer Ausgleich zwischen Party und Lebensqualität?

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Quelle: Pattaya Mail

6 Kommentare zu „Songkran in Pattaya treibt Langzeitgäste in die Flucht

  1. Kein Wunder hauen Langzeitresidenten ab. Den ganzen [entfernt] kann man auch sein lassen. [entfernt] Übrigens, liebe Thais, Neujahr findet am 31. Dezember statt!

    Hinweis: Ein Wort wurde durch die Redaktion entfernt.

    1. Neujahr ist eine Frage der Kultur, nicht nur des Kalenders. Songkran (Thai Neujahr) findet im April statt und das Chinesische Neujahrsfest folgt dem Mondkalender – beide fallen definitiv nicht auf den 31. Dezember. Wer die Vielfalt Thailands nicht schätzt, hat das Land wohl nie wirklich verstanden.

    2. Selbst dieser spätpubertäre Quatsch ist auch noch falsch! Neujahr fällt nach unserem Kalender immer auf den 1. Januar. Am 31. Dezember ist Sylvester. Auf Englisch „New Years Eve“.

  2. Es ist totales Chaos und dauert in Pattaya viel zu lang. Es müsste Zonen geben und zeitliche Einschränkungen. Für viele ist es eine extrem nervige Zeit.

  3. Jeder, oder viele, die in Pattaya leben, wird/werden es so machen, wie oben beschrieben. Mit allem Nötigen eindecken und eine Woche im Garten oder auf der Terrasse verbringen. Jeder, der wegen dem „Spass“ nach Pattaya kommt, wird wissen, warum. Also lasst sie doch machen…solange sie nichts zerstören.

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