BANGKOK – Die Kerosinpreise explodieren, und Thailands Airlines ziehen die Notbremse. Steigende Treibstoffkosten von über 240 US-Dollar pro Barrel zwingen Thai Airways, Thai Lion Air und Thai AirAsia zu massiven Flugstreichungen auf Inlands- und Auslandsstrecken. Wer in den kommenden Monaten verreisen will, muss mit ausgedünnten Flugplänen und teureren Tickets rechnen.
Spritpreis-Schock durch Nahost-Konflikt
Anhaltende Spannungen im Nahen Osten haben den Preis für Jet A-1-Treibstoff auf das Zwei- bis Dreifache des normalen Niveaus katapultiert. Kostete ein Barrel vor dem Konflikt noch rund 80 US-Dollar, liegt der Preis jetzt bei mehr als 240 US-Dollar.
Damit schnellen die Betriebskosten für die Fluggesellschaften in dramatische Höhen. Machte der Treibstoff früher etwa 30 Prozent der Kosten eines Fluges aus, verschlingt er inzwischen mehr als die Hälfte des gesamten Budgets.
Nebensaison verschärft die Krise
Die Explosion der Treibstoffkosten fällt ausgerechnet in die verkehrsarme Nebensaison. Das Passagieraufkommen ist ohnehin rückläufig, was den finanziellen Druck auf die Airlines weiter erhöht.
In der Folge kürzen die Gesellschaften Frequenzen, setzen Routen vorübergehend aus oder streichen Verbindungen komplett. Auf Hauptstrecken halten sie jedoch genügend Sitzplätze bereit, um bei sinkenden Preisen und steigender Nachfrage schnell wieder aufzustocken.
Thai Airways streicht zehn Verbindungen
Thai Airways hat Flüge auf insgesamt zehn Routen gestrichen oder zusammengestrichen. Betroffen sind vor allem Strecken nach Indien, Taiwan und China, teilweise bis in den September hinein.
So fallen die Verbindungen Bangkok-New Delhi und New Delhi-Bangkok den gesamten Juni über aus. Die Route Bangkok-Changsha wird sogar vom 1. Juni bis 30. September komplett gestrichen. Auch Flüge nach Kaohsiung, Hong Kong und Sapporo sind an zahlreichen Tagen betroffen.
Thai Lion Air dampft Dutzende Strecken ein
Besonders hart trifft es Passagiere von Thai Lion Air. Die Billigfluggesellschaft hat auf einer Vielzahl von Routen den Betrieb vorübergehend ausgesetzt oder die Frequenzen massiv zusammengestrichen.
Don Mueang-Tianjin fliegt vom 1. Juni bis 31. Juli gar nicht mehr. Don Mueang-Linyi bleibt sogar bis Ende September am Boden. Auch Verbindungen nach Xi’an, Amritsar, Hefei und Jinan sind betroffen. Die Strecke Phuket-Singapur wird von Juni bis August drastisch reduziert.
AirAsia streicht Inlands- und Auslandsflüge
Auch Thai AirAsia zieht Konsequenzen aus der Kostenexplosion. Zahlreiche Inlandsverbindungen ab Suvarnabhumi fallen im gesamten Juni aus oder sind bereits seit Wochen eingestellt.
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Betroffen sind unter anderem Buri Ram, Chiang Rai, Khon Kaen, Hat Yai, Krabi und Surat Thani. International trifft es Strecken nach Indien: Don Mueang-Guwahati, Jaipur, Ahmedabad und Hyderabad bleiben teils bis Ende Oktober am Boden. Auch Hong Kong, Singapur und Bali sind massiv von Kürzungen betroffen.
Ticketpreise steigen spürbar an
Die Fluggesellschaften haben bereits damit begonnen, Tarife und Flugpläne an die geschrumpfte Kapazität und die gestiegenen Betriebskosten anzupassen. Passagiere müssen sich in den kommenden Monaten auf deutlich höhere Ticketpreise einstellen.
Sollten die Treibstoffkosten jedoch sinken und die Nachfrage wieder anziehen, wollen die Airlines ihre Flugfrequenzen rasch wieder erhöhen. Bis dahin bleibt die Lage für Reisende ungemütlich und vor allem teuer.
Ausblick und Reaktionen der Fluggesellschaften
Die Fluggesellschaften restrukturieren ihre Tarife und Flugpläne, um den gestiegenen Treibstoffkosten Rechnung zu tragen. Sie halten die Kapazitäten auf den Kernrouten aufrecht und planen, bei sinkenden Kosten und steigender Nachfrage die Frequenzen zu erhöhen.
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