BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Regierung plant eine umfassende Reform der Stromtarife zur Entlastung der Bürger. Während Premierminister Anutin Charnvirakul von sinkenden Kosten spricht, warnen Kritiker vor einer unfairen Belastung für Vielverbraucher.
Neue Tarife für Thailands Haushalte
Die Regierung will die Stromrechnungen für die breite Bevölkerung spürbar senken. Für die ersten 200 Einheiten wurde der Preis bereits auf 3 Baht pro Einheit festgesetzt.
Anutin Charnvirakul betonte am Freitag, dass alle normalen Verbraucher gleichermaßen von dieser Senkung profitieren sollen. Das neue Modell soll die Kosten für die Öffentlichkeit letztendlich deutlich reduzieren.
Staffelung belastet hohe Verbräuche
Wer mehr Energie verbraucht, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Für einen Verbrauch zwischen 200 und 400 Einheiten gilt ein gestaffeltes Preismodell.
Verbräuche über 400 Einheiten werden nach einem anderen, teureren Tarif abgerechnet. Die Beamten bezeichnen dieses System als eine faire Verteilung der finanziellen Lasten.
Sonnenlicht soll zu Geld werden
Ein wichtiger Teil der Reform ist die Förderung von Solaranlagen auf Hausdächern. Haushalte sollen Strom für den Eigenbedarf produzieren und Überschüsse an den Staat verkaufen.
Anutin erklärte dazu: „Wir verwandeln Sonnenlicht in Geld.“ Er erwartet, dass die Preise für Solarsysteme durch die steigende Nachfrage in Zukunft deutlich sinken werden.
Kritik an der Reformplänen
Die ehemalige Senatorin Rosana Tositrakul übt scharfe Kritik an den Plänen der Regierung. Sie bezeichnet die Versprechen der Politik als nur die halbe Wahrheit.
Laut Rosana werden lediglich Kosten zwischen den Verbrauchergruppen verschoben. Die strukturellen Probleme und Ineffizienzen des Stromsystems bleiben ihrer Meinung nach völlig ungelöst.
Private Stromerzeuger im Fokus
Kritiker bemängeln, dass private Stromunternehmen mittlerweile etwa 70 Prozent der Energie erzeugen. Diese Unternehmen erhalten oft garantierte Zahlungen, selbst wenn gar kein Strom produziert wird.
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Die staatliche Elektrizitätsbehörde fungiert dabei zunehmend nur noch als Käufer. Rosana warf der Regierung vor, die Gewinne privater Produzenten zu schützen, während die Bürger die Zeche zahlen.
Umsetzung erst im Juni
Die neuen Tarife treten nicht sofort mit dem aktuellen Abrechnungszyklus in Kraft. Grund dafür sind notwendige Verfahrensschritte und die Rolle der Energieregulierungsbehörde.
Die Regierung strebt eine Umsetzung bis Anfang Juni an. Ziel ist es, den Bürgern so schnell wie möglich greifbare finanzielle Vorteile zu verschaffen.
Menschliche Dimension der Stromkosten
Für viele Haushalte in Thailand ist die Stromrechnung eine enorme monatliche Belastung. Die Frage bleibt, ob die Reform wirklich eine Entlastung bringt oder nur die Lasten innerhalb der Bevölkerung neu verteilt.
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.



für mich ist ein Stufenmodell nachvollziehbar. Ein Land, das so viel Sonnenenergie sammeln könnte, muß schnell alles dafür tun, das diese ausgenutzt wird! Die Stromnetze müssen dementsprechend rasch ausgebaut werden, um mit der zunehmenden Nutzung von Solarenergie Schritt zu halten. Auch die Windenergie muß stärker ausgebaut werden.
Umweltfreundliche Energiequellen nutzen allen und können auch die Luftqualität verbessern helfen und wer eine Solaranlage zuhause hat, schafft sich wenn möglich ein preiswertes und umweltfreundliches Elektroauto und auch zunehmend einen Elektroroller an. Die passenden Angebote dazu kommen auch allmählich! Der billigste Strom ist der, den ich selbst erzeugen kann, sagt auch richtigerweise Oskar Kusch!
Vermutlich hat die Frau Rosana Tositrakul schon recht. An den strukturellen Problemen löst die Umverteilung der Energiekosten nichts. Es ist halt wie immer und überall wenn staatliche Monopole und private Wirtschaftsinteressen Symbiosen eingehen. Herauskommt zumeist ein undurchdringliches Geflecht aus Abhängigkeiten, Korruption und Misswirtschaft. Warum das in einem Land wie Thailand anders sein sollte, das noch dazu aus einer traditionellen Patronatswirtschaft erwachsen ist, dürfte ziemlich klar sein.
Dabei halte ich es grundsätzlich für richtig Niedrigverbraucher zu entlasten. Meine Erfahrungen sind dazu schon etwas betagt, aber seinerzeit hatte so ein Haus eine einzige Steckdose, in welche man zwei Drähte steckte um die eine Leuchtstoffröhre auch zum leuchten zu bringen. Vielleicht auch noch einen Kühlschrank in dem meistens nur ein paar Wasserflaschen waren und eventuell noch einen Fernseher. Vielleicht ist das heutzutage etwas anders. Aber solche, ähnliche Haushalte mit höheren Stromtarifen zu belasten wäre m.E. einfach falsch. Dafür die „Geldigeren“ mit hohen Verbrauch mehr zu belasten, erscheint mir daher grundsätzlich nicht ganz unsympathisch. Zumal die meisten von denen mit hoffentlich bald überschaubaren Aufwand etwas tun könnten die Stromrechnung erträglich zu halten. Wie auch immer, mir scheint es geht zumindest in die richtige Richtung. Mal schauen was dabei rauskommt.
Benachteiligt sind Haushalte mit mehreren Personen. Mehrere Personen in einem Haushalt bedeutet auch einen höheren Stromverbrauch.
Nehmen wir an, ein Einpersonenhaushalt verbraucht 180 kWh, so zahlt er den niedrigsten Tarif. Ein Haushalt mit 5 Personen verbraucht meinetwegen 800kWh im Monat, so sind das ebenfalls pro Person 180kWh, aber hier wird der hohe Tarif berechnet. Somit wird also der Mehrpersonenhaushalt weitaus stärker belastet.
„Die Beamten bezeichnen dieses System als eine faire Verteilung der finanziellen Lasten.“ Können Anutin und seine Beamten nicht rechen?
Ich bin da der Meinung von Oskar, diejenigen die jenseits von 5000THB monatliche Stromkosten liegen rentiert sich eine Solaranlage auf jeden Fall, selbst wenn man die Solaranlage auf Kredit kauft wird ein Teil von den reduzierten Stromkosten bezahlt. Ein 5 Personenhaushalt hat nicht zwangsläufig 5 Fernseher und Kühlschränke