Supermarkt, App oder Shopee: So kaufen Expats in Thailand ein

Makro und Lotus's gibt es fast überall – aber Villa Market, Rimping und Co. sind Großstadtsache. Was wo in Thailand zu kaufen ist, was online geht und wo Expats außerhalb Bangkoks wirklich einkaufen können.

Supermarkt, App oder Shopee: So kaufen Expats in Thailand ein
KI generiertes Symbolbild

Wer neu in Thailand ankommt, stellt schnell fest: Der Wocheneinkauf funktioniert hier anders als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Nicht schlechter – aber anders. Die Auswahl an Supermärkten, Lieferdiensten und Online-Plattformen hat sich in den letzten Jahren stark verändert, und wer das System kennt, lebt günstiger und entspannter.

Ob man in Bangkok in einer Eigentumswohnung wohnt, in Chiang Mai ein Haus gemietet hat oder irgendwo in der Provinz lebt – die Optionen für den Lebensmitteleinkauf unterscheiden sich erheblich. Dieser Artikel sortiert, was es wo gibt, was online geht und wo man als Expat wirklich gut aufgehoben ist.

Was überall zu finden ist – und was nicht

Lotus’s und Big C sind die zwei großen Ketten, die sich wirklich durch das ganze Land ziehen. Lotus’s betreibt in Thailand über 2.500 Filialen – der Großteil davon sind kleinere Formate wie Go Fresh oder Express-Märkte. Big C kommt auf über 200 Standorte allein in Thailand, davon mehr als 160 in den Provinzen. Wer also in Ubon Ratchathani, Khon Kaen oder Nakhon Ratchasima lebt, hat in der Regel eine Lotus’s oder einen Big C in Reichweite. Günstige Grundnahrungsmittel, Obst, Gemüse, Haushaltsartikel – das ist dort zuverlässig vorhanden.

Makro ist die dritte Konstante im Alltag vieler Expats. Rund 80 Filialen gibt es landesweit, konzentriert auf größere Städte und Provinzhauptstädte. Das Sortiment richtet sich eigentlich an Gastronomen und Gewerbetreibende – Großpackungen, Tiefkühlware, Frischware in Menge. Trotzdem kaufen viele Privathaushalte dort, wenn der Preis stimmt oder man seltene westliche Produkte sucht. Importierter Käse, europäische Wurstwaren und Wein tauchen dort auf, wo andere Ketten passen.

Villa Market, Rimping, Foodland: gut, aber nicht überall

Villa Market ist die erste Adresse für Expats, die Importware suchen – französischer Käse, amerikanische Cerealien, europäische Pasta-Sorten. Allerdings konzentriert sich die Kette auf Bangkok, Phuket und einzelne Standorte in Pattaya. Wer in Hua Hin, Koh Samui oder Chiang Rai lebt, findet kein Villa Market. Tops Market, betrieben von der Central Group und mit über 235 Filialen die größte klassische Supermarktkette des Landes, hat eine etwas breitere Abdeckung – kommt aber ebenfalls selten in kleinen Provinzstädten an.

Rimping Supermarket ist weitgehend auf Chiang Mai und den Norden beschränkt. Wer dort lebt, schätzt das breite Sortiment an frischen Produkten und importierten Lebensmitteln. Foodland findet man vor allem in Bangkok und Pattaya – rund um die Uhr geöffnet, gut sortiert, für die Zielgruppe älterer Expats ein verlässlicher Anlaufpunkt auch spät abends. Gourmet Market läuft unter dem Premium-Dach der Mall Group und ist fast ausschließlich in Shopping-Centern in Bangkok und größeren Städten zu finden.

Online bestellen: was wirklich funktioniert

Tops Market und Big C betreiben eigene Online-Shops mit Lieferung nach Hause. Bei Tops gibt es drei feste Lieferzeitfenster am Tag, bei Big C wird nach der Bestellung telefonisch ein genauer Termin abgesprochen. Villa Market liefert über shoponline.villamarket.com – Lieferung ist ab einem bestimmten Bestellwert kostenlos, die Preise entsprechen denen im Geschäft. Für alle drei gilt: Lieferung läuft primär in Bangkok und größeren Städten. Wer auf dem Land wohnt, muss damit rechnen, dass der Lieferdienst die eigene Adresse nicht abdeckt.

Grab und LINE MAN Wongnai sind die zwei dominierenden Lieferdienste des Landes mit zusammen rund 86 Prozent Marktanteil – beide liefern neben Restaurantessen auch Lebensmittel aus ausgewählten Supermärkten und Convenience-Stores. Foodpanda ist im Mai 2025 aus dem Thai-Markt ausgestiegen, sein Kundenstamm wurde von Robinhood übernommen, das seitdem vor allem in Provinzstädten präsenter ist. Wer Lebensmittel per App bestellen will, ist mit Grab oder LINE MAN am besten bedient – die Abdeckung ist in Bangkok und größeren Städten solide, in ländlichen Gebieten aber lückenhaft.

Lazada und Shopee: nicht nur für Elektronik

Lazada und Shopee werden oft mit Kleidung und Elektronik verbunden – aber beide Plattformen haben starke Lebensmittelabteilungen. Haltbare Waren, Importprodukte, Nahrungsergänzungsmittel, Spezialitäten aus aller Welt: was im Supermarkt vor Ort fehlt, findet sich dort. Die Lieferzeit liegt je nach Produkt und Standort bei einem bis vier Tagen.

Seit Januar 2026 gelten neue Zollregeln: Thailand besteuert Online-Importe ab dem ersten Baht – die frühere Freigrenze von 1.500 Baht gibt es nicht mehr. Günstige Importe über internationale Shops sind damit teurer geworden. Bei Thai-Produkten auf diesen Plattformen ändert sich dagegen nichts.

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TikTok Shop ist der dritte große Player im Online-Handel und wächst schnell – vor allem über Live-Shopping-Formate. Für Lebensmittel und Alltagsprodukte ist die Plattform aber noch kein vollwertiger Ersatz für klassische Supermärkte. Wer gezielt nach bestimmten deutschen oder österreichischen Produkten sucht, wird auf Shopee und Lazada häufiger fündig als auf TikTok Shop.

Wochenmärkte und lokale Alternativen

In vielen Städten und Gemeinden gibt es morgendliche Wochenmärkte, auf denen frisches Obst, Gemüse, Fleisch und lokale Spezialitäten erheblich günstiger zu haben sind als im Supermarkt. Wer in einer Stadt mit funktionierendem Markt wohnt und Thai-Produkte bevorzugt, kann dort den Großteil seines Frischwaren-Bedarfs decken. Für westliche Importwaren hilft das wenig – aber für den täglichen Grundbedarf ist der lokale Markt oft die günstigste und frischeste Option.

Deutsche Metzgereien und Spezialitätenläden gibt es in Bangkok, Pattaya und Phuket vereinzelt – Orte, die hausgemachte Wurst, Schwarzbrot oder europäischen Käse anbieten, sind in der Expat-Szene bekannt und werden weitergegeben. Wer solche Bezugsquellen sucht, findet die aktuellen Adressen am schnellsten über Facebook-Gruppen für deutschsprachige Expats in der jeweiligen Stadt.

Was im Großstadtleben funktioniert, im Dorf aber nicht

Bangkok-Bewohner haben es in dieser Hinsicht am einfachsten. Villa Market, Gourmet Market, Tops, Big C, Makro, Foodland, Grab-Lieferung, LINE MAN-Lieferung, Lazada next-day – das alles steht gleichzeitig zur Verfügung. Wer dagegen in einer Kleinstadt oder einem abgelegenen Strandort lebt, braucht andere Strategien. Lotus’s und Big C können für Grundnahrungsmittel täglich genutzt werden, für Importwaren fährt man alle zwei Wochen in die nächste größere Stadt oder bestellt auf Shopee und nimmt längere Lieferzeiten in Kauf.

Viele Expats in der Provinz kombinieren beide Wege: lokaler Markt für Frischware, Lotus’s für Haushaltsartikel und Grundnahrungsmittel, Shopee für Importwaren. Für Chiang Mai-Bewohner kommt Rimping dazu, für Phuket oder Pattaya gibt es Villa Market. Wer weiß, was wo zu finden ist, kann gut ohne Kompromisse einkaufen – auch fernab von Bangkok.

Was sich gerade verändert

CP Axtra – der Konzern hinter Makro und Lotus’s – expandiert weiter. Ende 2025 wurden neue Flagship-Stores in Khon Kaen und Chonburi eröffnet. Bis Ende 2025 waren 2.509 Lotus’s-Filialen allein in Thailand aktiv, der Großteil in kleineren Formaten. Das bedeutet: Wer heute noch 30 Kilometer zum nächsten Lotus’s fährt, könnte in zwei Jahren einen deutlich näher haben. Die Expansion in die Provinz ist laufend.

Online-Shopping wird günstiger und schneller – aber durch die neuen Importzölle ab Januar 2026 auch teurer bei Auslandsbestellungen. Wer regelmäßig über Shopee oder Lazada internationale Produkte bestellt, merkt das am Kassenbon. Für Thai-Produkte auf diesen Plattformen ändert sich dagegen nichts. Der Trend, Lebensmittel online zu bestellen, ist in Thailand real: Der E-Commerce-Lebensmittelmarkt ist in den letzten Jahren stark gewachsen und soll laut Prognosen weiter zulegen.

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