BANGKOK, THAILAND – Die nationale Fluggesellschaft Thai Airways streicht im Mai massiv ihr Angebot zusammen. Mehr als 46 Flugverbindungen sind von den Kürzungen betroffen – darunter auch die Direktflüge nach Frankfurt und München.
Thai Airways zieht die Notbremse
Die Airline kämpft mit sinkenden Passagierzahlen auf wichtigen Strecken. Betroffen sind Flüge nach Singapur, Japan und Indien, aber auch Inlandsflüge nach Udon Thani und Khon Kaen geraten unter Druck.
Chef-Manager Chai Eamsiri erklärte im Verkehrsministerium, dass die Airline den Flugplan an die schwache Nachfrage anpassen müsse. Es handele sich jedoch nicht um dauerhafte Streichungen, sondern um vorübergehende Anpassungen für den Mai.
Frankfurt und München direkt betroffen
Thai Airways streicht auch auf dem Weg nach Europa. Die Verbindungen nach Frankfurt und München werden im Mai von täglich auf fünf Flüge pro Woche reduziert – dasselbe gilt für Kopenhagen und Stockholm. Frankfurt ist seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Destinationen im europäischen Netz von Thai Airways. Die Airline betont, es handle sich um eine vorübergehende Maßnahme, nicht um einen dauerhaften Rückzug aus Europa.
Wer im Mai über Frankfurt heim- oder nach Thailand fliegen will, sollte seinen Flugstatus rechtzeitig prüfen. Thai Airways hat angekündigt, betroffene Passagiere auf Partnerairlines umzubuchen oder volle Rückerstattungen anzubieten, wenn keine Alternative passt.
Passagiere sparen beim Urlaub
Viele Reisende halten ihr Geld wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit und der hohen Lebenskosten fest. Die Maschinen bleiben oft leer, was die Fluggesellschaft zu drastischen Schritten zwingt.
Anstatt täglich zu fliegen, hebt Thai Airways auf manchen Strecken nur noch fünfmal pro Woche ab. Auch kleinere Maschinen kommen zum Einsatz, um die Kosten für die halbleeren Flüge zu senken.
Spritpreise schießen durch die Decke
Besonders die Kosten für Kerosin setzen dem Unternehmen massiv zu. Laut Branchenberichten aus Thailand sprang der Preis für Jet-Treibstoff von rund 80 US-Dollar pro Barrel vor der Krise auf 170 bis 180 US-Dollar Mitte April 2026 – mehr als eine Verdopplung innerhalb weniger Wochen.
Thai Airways hatte etwa die Hälfte seines Treibstoffbedarfs bis Juni 2026 abgesichert, wie CEO Chai Eamsiri gegenüber der Zeitung The Nation Thailand erklärte. Das reichte aber nicht aus, um den Rest der gestiegenen Kosten aufzufangen. Schuld an dem Preisanstieg ist vor allem die angespannte Lage im Nahen Osten, die den Treibstofftransport durch die Straße von Hormuz erheblich verteuert hat.
Krisenstab überwacht jeden Flug
In der Zentrale in Bangkok wurde eine Art Lagezentrum eingerichtet. Experten beobachten dort täglich genau, wie viele Sitze in den Flugzeugen belegt sind.
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Sollte das Interesse der Urlauber plötzlich wieder steigen, will die Airline schnell reagieren. Die Frequenzen könnten in der Hauptreisezeit jederzeit wieder nach oben geschraubt werden.
Konkrete Streichungen auf den Deutschland-Routen
Die Zahlen sind präzise: Frankfurt verliert zwischen dem 18. und 27. Mai zwei wöchentliche Flüge – von 14 auf 12. München wird im selben Zeitraum von sieben auf fünf Flüge pro Woche zurückgeschraubt (19. bis 28. Mai). Auch Kopenhagen, Oslo und Stockholm sind betroffen, jeweils von sieben auf fünf Verbindungen wöchentlich.
Wer im betroffenen Zeitraum gebucht hat, sollte seinen Flugstatus prüfen. Thai Airways hat angekündigt, betroffene Passagiere auf Partnerairlines umzubuchen oder volle Rückerstattungen anzubieten, wenn keine passende Alternative gefunden wird.
Auch andere große Airlines kürzen
Thai Airways steht mit diesem Problem nicht allein. Die Lufthansa Gruppe hat angekündigt, bis Oktober bis zu 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen – die meisten davon von Frankfurt und München aus. Auch Cathay Pacific, Emirates, Etihad und Qatar Airways haben ihre Europa-Verbindungen reduziert.
Für Reisende zwischen Thailand und Deutschland bedeutet das: Wer über Dubai, Doha oder Abu Dhabi umsteigen wollte, muss sich auf Umwege einstellen. Die Europäische Luftsicherheitsbehörde EASA stuft mehrere Golfstaaten derzeit als Hochrisikogebiete ein, darunter die VAE, Katar, Saudi-Arabien und Iran. Direktflüge nach Bangkok haben deshalb aktuell mehr Nachfrage, sind aber auch teurer geworden.
Hoffnung durch Fracht und Pakete
Da weniger Menschen mitfliegen, bleibt in den Bäuchen der Flugzeuge mehr Platz für Waren. Die Airline hofft, durch den Transport von teuren Gütern und Medikamenten neues Geld zu verdienen.
Trotz der Krise hält die Führung an den Plänen fest, neue Flugzeuge zu kaufen. Langfristig soll die Fluggesellschaft stabil bleiben, auch wenn Kriege im Nahen Osten die gesamte Branche verunsichern.
Wie geht es weiter?
Experten gehen davon aus, dass sich die Lage nach dem Mai wieder entspannen könnte – vorausgesetzt, die geopolitischen Spannungen lassen nach und die Kerosinpreise beruhigen sich. Thai Airways selbst hat signalisiert, die Frankfurt-Verbindung langfristig nicht aufgeben zu wollen. Auf der Gegenseite plant KLM für den Sommer sogar zusätzliche Flüge zwischen Amsterdam und Bangkok – ein Zeichen, dass Asien als Markt für europäische Gesellschaften attraktiv bleibt.
Für Deutsche in Thailand oder Urlauber, die in den kommenden Monaten nach Hause fliegen wollen: Experten raten derzeit zu flexiblen Buchungsoptionen und empfehlen, den Aufpreis für eine Stornogebühr in Kauf zu nehmen. Wer über den Golf umsteigen will, sollte einen Plan B in der Tasche haben. Direktflüge sind aktuell zwar teurer, dafür aber verlässlicher.
Deine Meinung
Verzichtest du wegen der hohen Preise und der unsicheren Lage aktuell auf deine Flugreisen nach Deutschland – oder hast du schon alternative Routen gebucht?
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