Thai-Essen ist beliebt, aber auch gesund?

Jeder liebt Thai-Essen, doch nicht alles auf dem Teller tut dem Körper gut. Manches Gesunde täuscht, und die Thais selbst machen es oft ganz anders. Wissen Sie, was wirklich gut ist?

Thai-Essen ist beliebt, aber auch gesund?
KI generiertes Symbolbild

Die thailändische Küche gilt weltweit als gesund und abwechslungsreich, und wer in Thailand lebt, isst täglich davon. Trotzdem stehen in jeder Stadt Filialen großer Burger- und Hähnchenketten, und auch Pizza, Steak sowie koreanische und japanische Gerichte sind bei den Thailändern sehr beliebt. Für Ausländer sind deshalb drei Dinge wichtig: was dem Körper guttut, was man besser meidet und wo man für sein Geld am meisten bekommt.

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Was die thailändische Küche eigentlich ist

Die thailändische Küche ist keine einheitliche Küche, sondern besteht aus vier Regionalküchen: Zentralthailand, Norden, Isaan im Nordosten und Süden.[1] Wer nur Pad Thai und grünes Curry kennt, kennt vor allem die Küche rund um Bangkok. Wer im Land weiterreist, schmeckt deshalb in Chiang Mai, Udon Thani und auf Phuket jeweils etwas anderes.

Gemeinsam sind allen Regionen der Reis, frische Kräuter wie Zitronengras und Thai-Basilikum, Chili und Fischsauce. Im Norden fällt das Essen milder aus, im Nordosten sind die Gerichte scharf und werden mit Klebreis gegessen, im Süden kommen Kokosmilch und viele Meeresfrüchte dazu. Manche bekannte Gerichte stammen ursprünglich aus China oder Indien und sind über die Jahre thailändisch geworden.

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Wie ausgewogen das Essen wirklich ist

Die Grundlage ist gut, denn auf dem Teller liegen Reis, Gemüse, Kräuter, Fisch und Fleisch. Das Problem sind Salz und Zucker. Thailänder nehmen im Schnitt rund 3.600 Milligramm Natrium pro Tag zu sich, die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt höchstens 2.000. Auch Thailands eigene Ernährungsrichtlinien raten, süße und salzige Speisen zu meiden.[2]

Beim Zucker sieht es ähnlich aus: Die Gesundheitsbehörde nennt im Schnitt 21 Teelöffel pro Tag, empfohlen sind sechs.[3] Das meiste steckt in Getränken. Ein großer Eiskaffee enthält etwa neun Teelöffel, ein Bubble Tea bis zu zwölf. Wer gesund essen will, schaut deshalb weniger auf das Gericht als auf Soße, Brühe und Getränk. „Wan noi“ bedeutet „wenig süß“ und lässt sich an jedem Stand bestellen.

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Was man in Thailand besser nicht isst

Am meisten Vorsicht gilt rohem Süßwasserfisch. Gerichte wie Koi Pla, Larb mit rohem Fisch und Som Tam mit ungekochtem Pla Ra können Leberegel übertragen, und Limettensaft tötet die Larven nicht.[4] Nach Angaben der Gesundheitsbehörde sind mindestens sechs Millionen Menschen infiziert, vor allem im Norden und Nordosten. Thailand hat weltweit die höchste Rate an Gallengangskrebs.

Auch bei Hitze gilt: Gekochtes und Heißes ist sicherer als Rohes oder Eingelegtes, so rät es die Gesundheitsbehörde.[5] Dazu kommen Instantnudeln, die im Schnitt rund 1.750 Milligramm Natrium pro 100 Gramm enthalten.[2] Wer auf den Blutdruck achtet, isst sie selten und trinkt die Brühe nicht aus.

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Was Sie auf jeden Fall probieren sollten

Probieren Sie vor allem Gerichte, die frisch und gekocht auf den Tisch kommen: klare Suppen, gedünsteten oder gegrillten Fisch, Gemüse aus dem Wok und Salate mit gekochtem Fleisch. Som Tam schmeckt auch ohne ungekochtes Pla Ra, man muss es nur dazusagen. Wer scharfes Essen nicht verträgt, bestellt mit „mai phet“ und bekommt es nicht scharf.

Jede Region hat ihre eigene Spezialität. Im Norden lohnt sich Khao Soi, eine Nudelsuppe mit Kokoscurry. Im Nordosten gibt es gegrilltes Fleisch mit Klebreis und vielen Kräutern, im Süden kräftige Currys und Meeresfrüchte. Wer unterwegs ist, probiert am besten in jeder Gegend das, was die Thailänder dort selbst am liebsten essen.

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Warum Thais gern KFC und McDonald’s essen

Die Ketten haben sich den Thailändern angepasst. KFC verkauft zum Beispiel Reisgerichte und Hähnchen, das schärfer gewürzt ist als in anderen Ländern, und auch McDonald’s bietet neben Burgern weitere Gerichte an.[6] KFC hat mehr als 1.000 Filialen im Land, und seit dem Frühjahr gibt es in jeder Provinz eine.

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Auch die größte Pizzakette im Land ist thailändisch. The Pizza Company hat mehr als 400 Filialen in Thailand, und fast die Hälfte des Umsatzes kommt über die Lieferung.[6] Burger King gehört zum selben Konzern. Ich sehe darin keinen Bruch mit der Thai-Küche, sondern eine zweite Wahl für den Alltag, wenn die Familie einmal etwas anderes essen möchte.

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Warum auch Steak und Pizza bei Thailändern immer beliebter werden

Steak und Pizza werden beliebter, weil Thailänder zunehmend bereit sind, für gutes Fleisch mehr zu bezahlen, vor allem junge und wohlhabende.[7] Mir fällt auf, dass inzwischen auch kleine Restaurants Steak und Pizza anbieten. Auf manchen Märkten steht ein Pizzastand gleich neben dem Som-Tam-Stand und wird von Thailändern gut besucht.

Die großen Konzerne haben das erkannt. Einer von ihnen baut seine Steak-Marke inzwischen sogar an Tankstellen aus.[7] Für Ausländer ist das praktisch: Wer Lust auf ein Steak hat, braucht dafür oft keine Großstadt mehr, und ein Pizzaabend ist auch in kleineren Orten kein Problem.

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Koreanisch und japanisch essen die Thais besonders gern

Japanische Küche gibt es in Thailand fast überall. Nach der letzten Erhebung zählt das Land rund 5.800 japanische Restaurants, und jede Provinz hat mindestens eines.[8] Erstmals seit Beginn der Zählung ist die Zahl um gut zwei Prozent gesunken, der Markt gilt als ausgereift. Das Angebot reicht von Sushi über Ramen bis zu Grillrestaurants.

Koreanisches Essen wurde in Thailand vor allem durch Fernsehserien bekannt, den Anfang machte die Serie Dae Jang Geum. Es gilt als etwas Besonderes und wird meist im Restaurant gegessen, das scharfe Aroma kommt bei Thailändern gut an.[8] Ein Handelskonzern bringt in diesem Jahr eine weitere koreanische Grillkette ins Land.

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Was man Ausländern am ehesten empfiehlt

Ausländern empfehle ich frisch gekochte Gerichte, die heiß auf den Tisch kommen: Suppen, Reis mit Gemüse und Fleisch, Gebratenes und Gegrilltes. Das schont den Magen und lässt wenig Raum für Keime. Am besten isst man dort, wo auf Bestellung gekocht wird und viele Thailänder am Tisch sitzen.

Bei Getränken lohnt sich ein Blick auf die Süße. Wer „wan noi“ bestellt, bekommt weniger Zucker, und Wasser ist ohnehin die beste Wahl. Rohe Süßwasserfisch-Gerichte lässt man besser weg, so beliebt sie auch sein mögen. Instantnudeln kommen nicht jeden Tag in den Topf, und ein Burger oder eine Pizza ist ab und zu in Ordnung.

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Warum die Suppe am Straßenrand oft besser ist

Am Stand wird auf Bestellung gekocht und heiß serviert, das raten auch Reisemediziner der US-Gesundheitsbehörde CDC.[9] Dazu kommt der Preis: Eine einfache Mahlzeit kostet am Stand meist 40 bis 100 Baht. Im Restaurant zahlt man für ein ähnliches Gericht schnell das Doppelte oder mehr, ohne dass die Suppe deshalb besser schmeckt.

Gutes Essen hat mit dem Preis wenig zu tun. Die Restaurantführer von Michelin listen in Thailand 137 Adressen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, darunter Straßenstände, und ein Straßenlokal in Bangkok trägt sogar einen Stern. Am Straßenstand entsteht außerdem der größte Einzelposten im Umsatz der Gastronomie des ganzen Landes.

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Redaktionelle Hinweise

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Preise und Filialzahlen schwanken je nach Ort und Zeitpunkt, die genannten Werte entsprechen dem Stand von Oktober. Weitere Informationen zu Leberegeln und Lebensmittelsicherheit gibt die Gesundheitsbehörde (Department of Disease Control) unter der Hotline 1422.

  1. Thailand kennt vier Regionalküchen: Zentralthailand, Norden, Nordosten (Isaan) und Süden. Quelle: Tourism Authority of Thailand ↩
  2. Durchschnittliche Natriumaufnahme von 3.636 Milligramm pro Tag gegenüber 2.000 Milligramm WHO-Empfehlung; mittlerer Natriumgehalt von Instantnudeln 1.750 Milligramm pro 100 Gramm. Quelle: Preventing Chronic Disease (CDC). Die Ernährungsrichtlinien Thailands (Meiden süßer und salziger Speisen): FAO ↩
  3. 21 Teelöffel Zucker pro Tag nach Angaben der Gesundheitsbehörde, empfohlen sind sechs; ein Eiskaffee (650 Milliliter) enthält im Schnitt neun Teelöffel, ein Bubble Tea (300 Milliliter) bis zu zwölf. Quelle: Associated Press (KSAT) ↩
  4. Rohe oder nicht durchgegarte Süßwasserfischgerichte (Koi Pla, Larb mit rohem Fisch, ungekochtes Pla Ra) bergen Leberegel-Risiko, Limettensaft tötet die Larven nicht; mindestens sechs Millionen Infizierte, weltweit höchste Rate an Gallengangskrebs. Quelle: Nation Thailand, Nation Thailand (Rate und Infizierte) ↩
  5. Die Gesundheitsbehörde rät in der heißen Zeit, rohe und eingelegte Speisen zu meiden und Gekochtes zu essen. Quelle: Pattaya Mail ↩
  6. KFC mit über 1.000 Filialen, Filiale in jeder Provinz; The Pizza Company mit über 420 Filialen in Thailand, 45 Prozent des Umsatzes über Lieferung; Anpassung der Menüs von KFC und McDonald’s. Quelle: aviNews, Bangkok Post, Euromonitor ↩
  7. Thailänder zahlen zunehmend mehr für hochwertiges Rindfleisch, vor allem junge und wohlhabende Verbraucher; Ausbau der Steak-Marke an Tankstellen. Quelle: Meat & Livestock Australia, Thairath ↩
  8. 5.781 japanische Restaurants, erstmals Rückgang um 2,2 Prozent, Markt „ausgereift“; Restaurants in jeder Provinz; koreanische Welle seit der Serie Dae Jang Geum, Eröffnung einer weiteren koreanischen Grillkette. Quelle: Nation Thailand, Asia News Network, Bangkok Post, Central Group ↩
  9. Stände, die auf Bestellung kochen, und Verzicht auf Rohes; einfache Mahlzeit meist 40 bis 100 Baht; 137 Bib-Gourmand-Adressen, darunter Straßenstände; Straßenstände als größter Umsatzanteil der Gastronomie. Quelle: CDC Yellow Book, Chiang Rai Times, Michelin Guide, Nation Thailand ↩

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