Thailändisches Mädchen aus Zwangsprostitution in Nigeria gerettet

Von eigenen Angehörigen zur Prostitution nach Nigeria verschleppt: Eine 17-Jährige ist nach monatelangem Martyrium in ihre Heimat zurückgekehrt – doch gegen wen richten sich nun die Ermittlungen der Polizei?

Thailändisches Mädchen aus Zwangsprostitution in Nigeria gerettet
MGR Online

BANGKOK, THAILAND – Ein 17-jähriges thailändisches Mädchen ist nach mehr als zwei Monaten in Nigeria zurück in Thailand. Sie behauptet, von ihrer eigenen Familie zur Prostitution ins Ausland geschickt worden zu sein. Die Polizei ermittelt jetzt wegen Menschenhandels, Zwangsprostitution und Freiheitsberaubung gegen mehrere Verwandte.

Zurück in der Heimat – und sofort zur Polizei

Das Mädchen landete mit Unterstützung der thailändischen Botschaft in Nigeria auf dem Suvarnabhumi Flughafen. Am 10. Juni brachte Chalida Phalamat, Präsidentin der Be One Foundation, die 17-Jährige direkt zum Central Investigation Bureau.

Begleitet wurde sie von Beamten des Ministeriums für soziale Entwicklung und menschliche Sicherheit. Dort traf sie auf Ermittler der Anti-Trafficking in Persons Division, die jetzt Beweise sammeln und das Mädchen ausführlich befragen.

Mutter, Großmutter, Tante und Onkel unter Druck

Nach Angaben der Jugendlichen sollen mehrere Familienmitglieder sie zur Reise nach Nigeria gedrängt haben. Namentlich beschuldigt sie ihre Mutter, ihre Großmutter, ihre Tante und ihren Onkel.

Obwohl sie sich weigerte, sei sie massiv unter Druck gesetzt und schließlich zur Ausreise gezwungen worden. Die Be One Foundation begleitet das Mädchen nun bei der Suche nach Gerechtigkeit.

Fluchtversuch endete in Gewalt

Vor der Reise versuchte die 17-Jährige, bei ihrem Freund unterzutauchen. Ihre Verwandten spürten sie jedoch auf und sollen sie körperlich angegriffen haben.

Anschließend brachten sie das Mädchen zum Flughafen und schickten es nach Nigeria. Dort lebte sie nach eigenen Angaben zwei Monate unter schwierigen Bedingungen, bevor sie heimlich Kontakt zu ihrem Freund und dessen Tante aufnahm.

Hilferuf aus dem Ausland

Über die heimlichen Kontakte entschied sich das Mädchen, die Königliche Thailändische Botschaft in Nigeria um Hilfe zu bitten. Die Botschaft koordinierte ihre sichere Rückkehr nach Thailand.

Nach ihrer Ankunft erstattete das Mädchen Anzeige bei der Polizei und äußerte den Wunsch, ihren älteren Bruder zu sehen. Er sei das einzige Familienmitglied, das nichts von dem Menschenhandel wusste und nicht daran beteiligt war.

Bruder als Soldat an der Nordgrenze

Die Stiftung fand heraus, dass der Bruder als Soldat an der nördlichen Grenze stationiert ist. Als er von den Vorwürfen erfuhr, war er erschüttert und wollte seine Schwester sofort treffen.

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Die Behörden übernahmen die Reisekosten, um die Geschwister zusammenzuführen. Noch am selben Tag sprachen die beiden miteinander.

Tante soll selbst Opfer gewesen sein

Das Mädchen behauptet laut Khaosod, ihre Tante sei früher selbst durch Täuschung zu ähnlicher Arbeit ins Ausland gebracht worden. Nach ihrer Rückkehr nach Thailand habe sie sich mit der Mutter und anderen Verwandten verbündet.

Gemeinsam sollen sie die 17-Jährige unter Druck gesetzt haben, nun ihrerseits ins Ausland zu gehen. Diese innerfamiliäre Dynamik ist nun Teil der polizeilichen Ermittlungen.

Menschenhandel, Nötigung, Körperverletzung

Nach thailändischem Recht können die Vorwürfe als Menschenhandel, Beschaffung eines Kindes zur Prostitution, Nötigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung gewertet werden. Die genaue strafrechtliche Einordnung hängt von den gesammelten Beweisen ab.

Die Anti-Trafficking in Persons Division befragt das Mädchen detailliert und prüft, wie tief das mutmaßliche Netzwerk reicht. Die Ermittler wollen rechtliche Schritte gegen alle Beteiligten einleiten.

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Quelle: Thaiger

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