Sehr geehrte Redaktion, liebe Leserinnen und Leser,
ich wende mich mit einem Erlebnis an Sie, das mich noch immer beschäftigt – und das vermutlich nicht nur mich betrifft. Seit vielen Jahren bin ich Kunde bei der SCB Bank, meist zufrieden, und habe mich mit Banking-Apps lange nicht aufgehalten. Wozu auch, solange alles funktioniert.
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Vor wenigen Wochen ließ ich mir in der Filiale von einem Mitarbeiter die App einrichten. Kein großes Drama, alles lief rund, und für alltägliche Überweisungen ist das Ding tatsächlich praktisch. Damit war die Sache für mich erledigt.
Dann kam das Wochenende. Und damit die Verwirrung. Zunächst eine E-Mail der Bank – was mich schon stutzig machte, weil ich in zwanzig Jahren Kundenbeziehung noch keine einzige bekommen hatte. Ein Newsletter, Versicherungsprodukte, nichts Weltbewegendes. Ich öffnete ihn, legte das Handy weg.
Genau eine Stunde später: eine SMS. Meine Debitkarte sei bei einer internationalen Online-Zahlung gesperrt worden. Ich solle die Sperre in der App aufheben – oder die Filiale in Bangkok anrufen. Meine erste Reaktion war Skepsis, meine zweite war, die App zu öffnen und nachzuschauen.
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Die Karte ist dort schlicht nicht vorhanden. Kein Eintrag, kein Menüpunkt, keine Sperroption. Was gesperrt werden soll, taucht in der App gar nicht auf.
Das eigentliche Problem: Diese Karte ist für Online-Zahlungen schlicht nicht gedacht. Ich benutze sie seit Jahren ausschließlich zum Geldabheben. Im Thai-Inland wird sie bei großen Onlineplattformen nicht akzeptiert, internationale Transaktionen sind damit ohnehin nicht möglich. Wie also jemand – oder etwas – versucht haben soll, damit international online zu bezahlen, ist mir ein Rätsel.
Dazu die Feiertage. Songkran, Filialen geschlossen, Hotline im Warteschleifenmodus. Eine schnelle Klärung war nicht drin. Ich entschied mich, nichts zu tun – aus gutem Grund: Wer anfängt, blind in der App auf irgendwelche Buttons zu drücken, riskiert womöglich eine echte Sperrung, die er gar nicht wollte.
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Kriminellen Betrug halte ich für unwahrscheinlich. Eine Karte, die systembedingt nicht für Online-Zahlungen funktioniert, ist kein lohnendes Ziel. Wahrscheinlicher: ein Fehler im automatisierten Benachrichtigungssystem, vielleicht ausgelöst durch die App-Installation oder das Öffnen der Werbemail. Mein Konto ist nicht gesperrt, Überweisungen laufen normal.
Was mich trotzdem beschäftigt: Solche Meldungen kommen immer öfter. Die Kontrollmechanismen der Banken werden strenger, die Kommunikation dazu bleibt unklar, und als Kunde weiß man manchmal nicht, ob man es mit einem echten Problem, einem Systemfehler oder einer schlecht übersetzten Standardnachricht zu tun hat.
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Nach den Feiertagen gehe ich persönlich in die Filiale und lasse das klären. Riskieren möchte ich dabei nichts.
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Meine Frage an die Leserschaft: Hat jemand nach der Einrichtung einer Banking-App ähnliche Nachrichten erhalten – Transaktionsversuche auf einer Karte, die das gar nicht kann? Ich bin gespannt, ob das ein Einzelfall war.
Mit freundlichen Grüßen,
Ein besorgter Bankkunde
Anmerkung der Redaktion:
Wir danken unserem Leser für diesen Bericht. Was er beschreibt, ist kein Einzelphänomen: Automatisierte Warnsysteme thailändischer Banken haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen – und mit ihnen die Zahl unklarer oder schlicht falscher Benachrichtigungen. Besonders heikel ist das an Feiertagen, wenn Filialen und Hotlines nicht erreichbar sind und Kunden allein mit einer kryptischen SMS dastehen. Wir nehmen das Thema auf und werden bei den betroffenen Instituten nachfragen. Haben auch Sie solche Erfahrungen gemacht? Schreiben Sie uns.



Die ATM Karte bei der SCB Debit/Kredit muss in der App aktiviert werden. Dann kann man sie normalerweise auch lokal Online bei Lazada und Co. nutzen. Unten auf der Karte befindet sich das Mastercard Symbol. Theoretisch hat jemand irgendwie die Daten der Karte abgegriffen und versucht damit intl. zu kaufen. Alternativ sonst Systemfehler, oder eben eine Falschinterpretation der Ki die ja nun verstärkt zur Überwachung kommt.
Mit der Bank klären was Sache ist.
Ich stecke alle meine Karten inzwischen in so RFID Hüllen. Sicher ist sicher.
@Holger S. kann man machen, ist aber nicht wirklich nötig. Habe einfach immer mindesten zwei, besser drei oder mehr Karten aufeinander gestapelt.
Dann schaue dir das NFC Protokoll an. Drahtlos wird Energie eingespeist, die Karten modulieren nun durch gezielte Schwächung (höherer Energieverbrauch) des Feldes eine 0 bzw. 1. Mehrere Karten brauchen eben auch mehr Energie, kann sein, das die Leseanlage für Betrugszwecke darauf ausgelegt ist. Doch jetzt kommt das eigentliche Problem, alle Karten reden gleichzeitig. Und diesem Mischmasch kannst du nicht auftrennen, kam die 0 jetzt von deiner Giro- oder von deiner Kreditkarte?