BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Regierung warnt vor einer steigenden Zahl von Melioidose-Fällen („Bodenfieber“) und ruft besonders Risikogruppen zu erhöhter Vorsicht auf. Bis Mitte April wurden landesweit 732 Fälle und 23 Todesfälle gemeldet.
Aktuelle Lage: Fälle und Todesfälle in Thailand
Die stellvertretende Regierungssprecherin Lalida Perisviewattana teilte mit, das Gesundheitsministerium beobachte die Situation wegen eines anhaltenden Aufwärtstrends sehr genau.
Nach Daten vom 1. Januar bis 16. April wurden in Thailand 732 bestätigte Melioidose-Fälle registriert, 23 Menschen starben.
Besonders betroffen: Gesundheitsregion 7 und ältere Menschen
In der Gesundheitsregion 7, zu der auch Khon Kaen gehört, meldeten die Behörden 68 kumulative Fälle und zwei Todesfälle.
Am stärksten betroffen sind dort Menschen ab 50 Jahren, wie die Seuchenkontrolleure berichteten.
Was ist Melioidose („Bodenfieber“)?
Melioidose wird durch das Bakterium Burkholderia pseudomallei verursacht, das in tropischen Umgebungen vorkommt – auch in Thailand.
Die Krankheit ist auch als „soil fever“ bekannt, weil der Erreger häufig in Erde und Wasser zu finden ist.
So steckt man sich an: Erde, Wasser, Staub und Tiere
Eine Ansteckung kann durch direkten Kontakt mit kontaminierter Erde oder Wasser erfolgen, besonders wenn der Erreger über Hautwunden eindringt.
Weitere Wege sind das Einatmen kontaminierter Staub- oder Wassertröpfchen, das Verschlucken verunreinigter Nahrung oder Getränke sowie Kontakt mit infizierten Tieren (u. a. Schafe, Ziegen, Schweine, Wildschweine, Pferde, Katzen und Hunde).
Symptome und Inkubationszeit: Von Husten bis Abszess
Die Symptome hängen davon ab, welche Organe betroffen sind und wie stark das Immunsystem ist; meist treten Beschwerden zwischen einem und 21 Tagen nach der Exposition auf.
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In manchen Fällen können Symptome aber auch erst Monate oder Jahre später auftreten, häufig genannt werden Atemwegsprobleme wie Husten mit Auswurf und Atemnot sowie Hautabszesse oder chronische Wunden.
Gefährliche Verläufe: Blutvergiftung und Schock
Gelangen die Bakterien in den Blutkreislauf, drohen schwere Komplikationen wie Sepsis, niedriger Blutdruck, Schock und Tod.
Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes, chronischer Nierenerkrankung, Leber- oder Lungenerkrankungen, Thalassämie oder geschwächtem Immunsystem.
Welche Organe betroffen sein können
Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC kann sich Melioidose im Körper ausbreiten und mehrere Organe befallen.
Genannt werden unter anderem Leber, Milz, Prostata, Gelenke, Knochen, Lymphknoten, Haut und Gehirn.
Behandlung: Zwei Phasen, früh erkannt gut therapierbar
Melioidose ist behandelbar, wenn sie früh diagnostiziert wird, betonen die Behörden.
Die Therapie erfolgt je nach Schwere in zwei Phasen: zunächst mindestens zwei bis acht Wochen intravenöse Antibiotika, danach drei bis sechs Monate orale Antibiotika, um Rückfälle zu verhindern.
Kein Impfstoff: Diese Schutzmaßnahmen empfiehlt die Regierung
Da es derzeit keinen Impfstoff gibt, sollen besonders Landwirte, Beschäftigte in der Landwirtschaft und andere Personen mit häufigem Kontakt zu Erde und Wasser direkte Exposition möglichst vermeiden und bei unvermeidbarem Kontakt Stiefel und Handschuhe tragen.
Empfohlen werden außerdem gründliches Waschen von Händen und Füßen mit Seife, sofortiges Reinigen/Desinfizieren und wasserdichtes Abdecken von Wunden, nur abgekochtes oder korrekt gefiltertes Wasser zu trinken sowie das Meiden von Erde und Wasser bei Starkregen oder nach Überschwemmungen.
Wann zum Arzt und wo es Hilfe gibt
Wer länger als zwei Tage Fieber hat, Atemprobleme entwickelt oder infizierte Wunden bemerkt, soll umgehend medizinische Hilfe suchen.
Weitere Informationen gibt es über die 24-Stunden-Hotline der thailändischen Seuchenkontrolle unter 1422, zudem warnte Lalida: Melioidose sei heilbar, wenn sie schnell behandelt werde – niemand solle die Gefahr unterschätzen.



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