Thailand – Die Königliche Thailändische Polizei hat eine landesweite Kampagne gegen illegale Aktivitäten mit ausländischer Beteiligung gestartet. Gleichzeitig zeigen neue Zahlen aus Surat Thani und Phuket, wie groß das Problem bereits ist: Tausende Fälle, Strohmänner-Konstruktionen, Drogenhandel und Cyberkriminalität. Die Behörden versprechen diesmal Konsequenzen – auch für Beamte, die mitspielen.
Was bislang oft bei Ankündigungen blieb, bekommt jetzt eine Struktur. Nationalpolizeichef Pol. Gen. Kittharath Punpetch ordnete am 12. Mai 2026 eine Drei-Phasen-Kampagne über mehrere Monate an. Zeitgleich legen Provinzbehörden in Surat Thani Zahlen vor, die zeigen, wie tief verwurzelt das Problem ist. Für Expats in Thailand bedeutet das: mehr Kontrollen, strengere Prüfungen – und eine Behördenlandschaft, die gerade auf Durchzug schaltet.
Drei Phasen, ein Ziel: Kriminelle Strukturen ausreißen
Polizeisprecher Pol. Lt. Gen. Trairong Piwpan stellte die Strategie vor: sofortige landesweite Kontrollen, gefolgt von mittelfristigen Ermittlungen und langfristigen Strukturreformen. Die erste Phase läuft sofort an und richtet sich gegen Ausländer, die mit Drogenhandel, Wirtschaftskriminalität, Zoll- und Steuervergehen, Cyberkriminalität, illegaler Einwanderung, Prostitution, Menschenhandel oder Gewalt in Verbindung stehen.
Die Polizei soll dabei systematisch Datenbanken aufbauen und belastete Gruppen identifizieren. Das Ziel, das die Behörden selbst formulieren: kriminelle Netzwerke „ausreißen und ausrotten“. Starke Worte – ob dahinter eine ebenso entschlossene Umsetzung steht, wird die Praxis zeigen.
Task Force mit acht Ministerien
Für die Koordination auf Provinzebene ist eine gemeinsame Task Force geplant. Daran beteiligt sein sollen das Handelsministerium, das Finanzministerium, das Büro zur Bekämpfung der Geldwäsche, die Bank von Thailand, die Zollbehörde, die Verbrauchsteuerbehörde und das Liegenschaftsamt.
Vorrangige Gebiete werden zuerst ins Visier genommen, weitere Schritte hängen von laufenden Bewertungen ab. Welche Provinzen das konkret sind, ließ die Polizei bislang offen. Phuket, Pattaya und Koh Samui dürften ganz oben auf der Liste stehen.
Visa, Aufenthaltsrecht und harte Konsequenzen
In der mittelfristigen Phase, die sechs bis neun Monate dauern soll, übernimmt das Einwanderungsbüro die Prüfung von Visumverlängerungen, ausländischen Geschäftsaktivitäten und den dazugehörigen Dokumenten. Ausländer, die gegen Gesetze verstoßen, müssen mit dem Widerruf ihrer Aufenthaltserlaubnis rechnen.
Auch staatliche Beamte geraten ins Visier: Wer an illegalen Aktivitäten beteiligt ist, soll sofort mit rechtlichen und disziplinarischen Maßnahmen belegt werden. Dass die Polizei diesen Punkt ausdrücklich nennt, ist ungewöhnlich – und deutet darauf hin, dass die Behörden wissen, wo die eigentlichen Schwachstellen liegen.
Datenbank, schwarze Listen, schärfere Einreisekontrolle
Langfristig will die Polizei eine umfassende Ausländerdatenbank aufbauen und sie mit dem RTP-System OnePolice verbinden. Die Daten sollen auch mit lokalen Behörden verknüpft und der Datenaustausch mit ausländischen Regierungen verbessert werden.
Das hat direkte Folgen: schwarze Listen, Haftbefehle, Passagierkontrollen und Einreisechecks sollen dadurch deutlich effizienter werden. Parallel bereitet das Innenministerium Vorschläge für einen nationalen Politikausschuss und lokale Kontrollmechanismen vor.
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Strohmänner bei Land, Hotels und Restaurants
Passakorn Boonyalak, leitender Beamter bei der Kampagne, führte den Anstieg der Migration auf globale Konflikte und Thailands Visumbefreiungspolitik zurück. Besonders im Fokus: Ausländer, die sich über thailändische Strohmänner Zugang zu Land, Immobilien und Unternehmen verschaffen – obwohl das Gesetz dies verbietet.
Betroffen sind Bereiche wie Hotels, Krankenhäuser, private Universitäten, Restaurants und andere Dienstleistungsbetriebe. Die Behörden sehen darin ein Einfallstor für kriminelle Netzwerke, die sich so tiefer im Land verankern. Für Expats, die selbst sauber arbeiten, dürfte das vor allem eines bedeuten: mehr Papierkram, mehr Fragen beim nächsten Verlängerungsantrag.
Surat Thani: 2.603 Fälle in sieben Monaten
Was die nationale Ankündigung in Zahlen bedeutet, zeigt Surat Thani. Gouverneur Jumphote Wannachatsiri stellte am 10. Mai 2026 die Ergebnisse einer groß angelegten Razzia vor. Zwischen dem 1. Oktober 2025 und dem 30. April 2026 registrierten die Provinzbehörden 2.603 Fälle mit ausländischer Beteiligung.
Der größte Anteil entfiel auf Verkehrsverstöße: 1.757 Fälle. Dazu kamen 199 Fälle von Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis, 122 Fälle von illegaler Einreise oder unerlaubtem Aufenthalt sowie 5 Fälle von Strafvereitelung. Die Zahlen stammen aus einer Provinz – nicht aus dem Touristenzentrum Phuket, nicht aus der Metropole Bangkok.
Diese Nationalitäten tauchen am häufigsten auf
Bei der Aufschlüsselung nach Nationalitäten liegt Myanmar mit 1.103 erfassten Personen an der Spitze – ein großer Teil davon dürfte auf Arbeitsmigration ohne gültige Papiere entfallen. Dahinter folgen Russland mit 316, Israel mit 179, Frankreich mit 155 und das Vereinigte Königreich mit 143 Fällen.
Deutschland rangiert mit 116 Fällen auf Platz sechs der Statistik. Laos kommt auf 87, China auf 49, Kambodscha auf 37, Indien auf 8. Weitere Nationalitäten summieren sich auf 410 Fälle. Die Zahlen sind kein Urteil über eine Gruppe – aber sie zeigen, welche Nationalitäten in der Provinz besonders häufig in Konflikt mit dem Gesetz geraten.
Koh Phangan unter besonderer Beobachtung
Die am 27. April 2026 eingerichtete Sonderermittlungsgruppe richtet ihren Blick besonders auf Koh Phangan. Dort geht es um Landbesitz, Geschäftsbetriebe und Strohmänner-Konstruktionen, die gesetzliche Beschränkungen für Ausländer umgehen sollen.
Die Insel ist als Party- und Rückzugsort bei Ausländern beliebt – genau deshalb gerät sie ins Visier. Gouverneur Jumphote wies Bezirksleiter an, strafrechtlich verfolgte Unternehmen auf Aussetzung oder Schließung zu prüfen, bis eine ordentliche rechtliche Überprüfung abgeschlossen ist.
Phuket: über 3.200 Strafsachen in 16 Monaten
Phuket liefert noch deutlichere Zahlen. Zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 30. April 2026 registrierte die Inselprovinz mehr als 3.200 Strafsachen mit ausländischen Staatsangehörigen. Das sind im Schnitt über 200 Fälle pro Monat – in einer Provinz, die vom Tourismus lebt und auf ihr internationales Image angewiesen ist.
Für die Strafverfolgung bedeutet das dauerhaften Hochbetrieb. Für Besucher und Bewohner zeigen die Zahlen, dass Phuket längst kein rechtsfreier Raum ist – weder für Ausländer, die Gesetze brechen, noch für Behörden, die wegschauen.
Was jetzt für Expats gilt
Wer in Thailand lebt und seine Papiere in Ordnung hat, muss keine unmittelbaren Konsequenzen fürchten. Die Kampagne richtet sich ausdrücklich gegen kriminelle Strukturen, illegale Beschäftigung und Strohmänner-Konstruktionen. Trotzdem ist zu erwarten, dass Visumverlängerungen gründlicher geprüft werden und Ausweiskontrollen in Touristenzentren häufiger werden.
Wer Arbeit ausübt, ein Unternehmen betreibt oder Land hält, sollte seine Dokumentation jetzt prüfen – nicht erst wenn ein Beamter vor der Tür steht. Die Behörden haben angekündigt, dass sie Strukturen ins Visier nehmen, nicht nur einzelne Verstöße. Wer in der Grauzone operiert, sollte das ernst nehmen.
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Was man nicht alles mit Statistiken anfangen kann! Nehmen wir mal die von Surat Thani. Da fallen 1.757 von 2603 polizeilich registrierten Vorfällen mit Verkehrsverstößen auf. Jetzt schätze ich einfach mal, das wären locker sogar 3.514 Verkehrsverstöße wenn man die ohne Quittung auch noch dazu zählen würde. Das aber nur nebenbei. Übrig bleiben nach Abzug der Verkehrsverstöße gerade noch 846 vermutliche Straftaten. Wobei volle 520 keiner der benannten Gruppen zugewiesen sind. Warum? Vielleicht weil das die Vorkommnisse mit Ausländern beinhaltet in denen diese als im weitesten Sinne Geschädigten erfasst sind? Man weiß es nicht!
Geradezu absurd wirkt in diesem Zusammenhang dann die Auflistung der beteiligten Nationen. Beispielsweise die 1.103 erfassten Burmesen. Es kann aber nicht sein wie vermutet, dass davon ein großer Teil auf Arbeitsmigration ohne gültige Papiere entfallen dürfte, da die Auflistung der Straftaten gerade mal 199 Fälle von Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis und 122 Fälle von illegaler Einreise oder unerlaubtem Aufenthalt beinhaltet.
Ergo dieses ganze Tohuwabohu mag zur Stimmungsmache gegen Ausländer kräftig beitragen. Sachlich betrachtet und angesichts der Millionen von ausländischen Touristen und Residenten in diesem Land, mit einigen Ausnahmen schwerer Kriminalität abgesehen, nicht viel mehr als der berüchtigte Vogelschiss. Wer aber nun anderes unter der Anutin-Regierung erwartet hatte, lebt vermutlich auch ansonsten in einer wunderbaren Traumwelt.
Das ganze erklärt man mit einem Wort…resp 2 Wörter… THAI LOGIK
Der Saubermann räumt auf. Eigentlich müsste er sich selber aufräumen. Wähler Beeinflussung, durch 500 Baht pro Stimme. Stimmenkauf ist in Thailand doch verboten, wird aber bei jeder Wahl großzügig durchgeführt.
In unserm Nachbardorf wurde letztes Jahr der Dorfvorsteher neu gewählt. Ein Kandidat hat grosszügig pro Haus 1000 THB, gespendet, der Andere nicht ein Baht. Gewählt wurde derjenige der keine Spenden verteilt hat.
Der Stimmenkauf garantiert eben nicht immer das, von Spendern, gewünschte Resultat
bei uns in Hua Hin (ein Resort) wurde gewählt, wer am meisten geboten und bezahlt hat.
Natürlich eine Spende ??!