NONTHABURI – Eine thailändische Beamtin lernte einen Inder über eine Dating-App kennen und ließ ihn bei sich einziehen. Fast drei Jahre später sitzt der Mann in einer Polizeizelle: Er hatte sein Visum um sage und schreibe 1.201 Tage überzogen. Die Frau wirft ihm vor, sie emotional und finanziell ausgenutzt zu haben.
Festnahme nach über drei Jahren ohne gültiges Visum
Der 28-jährige Gurvinder Singh wurde am 3. Juli in einer Wohnanlage im Bang Kruai Distrikt von Beamten der Einwanderungsbehörde Nonthaburi festgenommen. Ein Check der Unterlagen ergab, dass seine Aufenthaltserlaubnis bereits am 19. März 2023 abgelaufen war.
Die Ermittlungen kamen ins Rollen, nachdem die 34-jährige thailändische Staatsbeamtin, die nur als Ms Dao bezeichnet wird, Anzeige bei den Behörden erstattet hatte. Sie wollte den rechtlichen Status des Mannes überprüfen lassen, bei dem sie sich finanziell verrannt hatte.
Von der Dating-App in die gemeinsame Wohnung
Das Paar lernte sich vor rund drei Jahren auf einer Dating-Plattform kennen. Zu diesem Zeitpunkt lebte und arbeitete Singh in Singapur, wo er nach eigener Aussage Tourismus studierte. Er gab an, aus einer wohlhabenden indischen Familie zu stammen und in Kanada, Russland und Zypern studiert zu haben.
Nach einigen Monaten Online-Kontakt folgte Singh der Einladung von Ms Dao nach Thailand und zog direkt in ihre Eigentumswohnung in Nonthaburi. Was als Liebesgeschichte begann, entwickelte sich für die Beamtin schleichend zu einem Albtraum.
Vorwurf: Komplett auf ihr Einkommen angewiesen
Ms Dao schilderte den Beamten, dass Singh sich nach seiner Ankunft weigerte, eine Arbeit aufzunehmen. Im Laufe der fast drei Jahre, die sie zusammenwohnten, habe er zudem jegliche Hilfe im Haushalt eingestellt und sei zunehmend jähzornig geworden.
Ihrem Gefühl nach hing er ihr komplett auf der Tasche und nutzte ihr Einkommen schamlos aus, um alle Lebenshaltungskosten zu decken. Ihre Ersparnisse und ihre Gutmütigkeit seien aufgebraucht, erklärte die Frau. Sie hat die Dating-App inzwischen gelöscht und warnt andere Nutzer davor, Fremden zu schnell zu vertrauen.
Der Beschuldigte sieht sich als Opfer der Umstände
Gurvinder Singh zeichnete bei seiner Befragung ein völlig anderes Bild. Er sei nur auf Drängen von Ms Dao nach Thailand gekommen und habe zunächst von seinen Ersparnissen aus Singapur gelebt, bis das Geld alle war.
Zudem habe die Beamtin ihm damals verboten, einen Job zu suchen – aus Angst, er könne von der Polizei aufgegriffen werden. Er selbst beteuert, nie handgreiflich gewesen zu sein und die Frau immer noch zu lieben. Von seiner wohlhabenden Familie in Indien, die ein Transportunternehmen und Mietobjekte besitzt, sei aufgrund eines abgebrochenen Kontakts keine Hilfe zu erwarten.
Endstation Bang Kruai und wartende Abschiebung
Für die Einwanderungsbeamten zählten jedoch nicht die Gefühle, sondern allein die Gesetzeslage. Nach der Vernehmung wurde Singh direkt an die Bang Kruai Polizeistation überstellt, wo er nun auf sein juristisches Nachspiel wartet.
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Die Behörden haben bereits klargestellt, dass nach Abschluss des rechtlichen Verfahrens seine Abschiebung aus Thailand vollzogen wird. Ein Comeback im Land des Lächelns dürfte für den 28-Jährigen damit in weite Ferne rücken.



Ms. Dao kann ich nur bedauern, nicht wegen ihrer finanziellen Verluste, vielmehr wegen Ihrer Naivität.