Leserbrief: 20 Jahre Thailand – Wissen schützt, Höflichkeit hilft

20 Jahre Thailand – und trotzdem Ärger mit Geld, Ehe und Behörden? Ein Leser zeigt, warum Wissen, Vorsorge und Höflichkeit den Unterschied machen. Was Sie unbedingt beachten sollten, lesen Sie hier!

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Erfahrungsbericht: Warum Vorbereitung und Respekt in Thailand den Unterschied machen

Täglich erreichen uns Nachrichten von Auswanderern, die in Thailand vor bürokratischen oder finanziellen Hürden stehen. Unser Leser Volker C., der seit 23 Jahren mit einer Thailänderin verheiratet ist und seit zwei Jahrzehnten permanent in Hua Hin lebt, sieht die Ursache oft im mangelnden Vorwissen.

Finanzielle Vorsorge und rechtliche Absicherung

Viele Residenten lassen sich beim Thema Geld zu sehr von Gefühlen leiten. Wer jedoch langfristig in Thailand investiert, sollte die lokalen Gesetze nicht ignorieren, sondern sie zu seinem Vorteil nutzen. Volker C. mahnt hier zur Sachlichkeit:

„Ich bin oft über die Unwissenheit über die Regeln in Thailand bei Ausländer erstaunt. Die Unwissenheit und der Leichtsinn bei Entscheidungen in Sache Geld ist für mich unverständlich, aber Liebe macht blind, sagt man. Ich habe vorher die Gesetze und Regeln gelesen und verhalte mich als Gast den Anforderungen entsprechend.“

Um sein Vermögen zu schützen, hat er einen juristisch wasserfesten Weg für sein Eigenheim gewählt:

„Meinen finanziellen Anteil am Grundstück und Haus habe ich über einen Darlehensvertrag mit meiner Frau abgesichert. Der Vertrag ist als Grundschuld auf meinen Namen im Grundbuch eingetragen; bei einem Verkauf muss mir das Darlehen plus Zinsen ausgezahlt werden. Ein Anwalt aus Bangkok hat dies in meinem Auftrag so mit dem Landamt geregelt.“

Redaktioneller Tipp: Eine solche Absicherung über das Landamt ist wesentlich sicherer als einfache privatrechtliche Verträge. Lassen Sie sich hierbei unbedingt von Experten beraten, um im Falle einer Trennung oder eines Verkaufs nicht leer auszugehen.

Fallstricke bei Ehe und Rentenansprüchen

Ein Thema, das viele erst im hohen Alter oder im Trauerfall trifft, ist die Anerkennung der Partnerschaft durch die deutschen Behörden. Wer hier nicht rechtzeitig handelt, riskiert die finanzielle Absicherung des Partners. Volker C. weist auf einen wichtigen Punkt hin:

„Darüber hinaus sollten Sie den Ausländern mitteilen, dass eine in Thailand geschlossene Ehe in Deutschland nicht anerkannt wird und bei Ableben des Ehemannes kein Witwenrentenanspruch besteht, ferner muss die Ehe mindestens 5 Jahre bestanden haben.“

Frage an die Community: Haben Sie Ihre Ehe in Deutschland nachbeurkunden lassen? Welche Erfahrungen haben Sie mit der deutschen Rentenversicherung in Bezug auf thailändische Partner gemacht?

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Die Philosophie des „Hutes in der Hand“

Oft hört man Klagen über die Immigration oder das Finanzamt. Doch laut Volker C. liegt der Schlüssel zu einer stressfreien Bürokratie im eigenen Verhalten. Er berichtet von durchweg positiven Erfahrungen – sogar bei komplexen Themen wie der Versteuerung der Rente:

„Ich hatte noch nie Probleme mit der Immigration oder der Bank. Bitte erwähnen Sie noch, dass ich bei allen Behörden immer freundlich und hilfsbereit behandelt wurde, auch bei dem Ausfüllen der Einkommensteuer-Unterlagen für die Steuer auf meine Rente in Thailand. Mein Vater hat mir beigebracht: ‚Mit dem Hut in der Hand kommst Du durch das Ganze Land‘ – d.h. freundlich sein, Verständnis zeigen bei Sprachproblemen und Achtung vor dem Anderen haben.“

Unsere Einschätzung: In einer Kultur, in der das Gesichtwahren oberste Priorität hat, ist Aggressivität gegenüber Beamten fast immer kontraproduktiv. Höflichkeit ist in Thailand kein Zeichen von Schwäche, sondern eine soziale Kompetenz, die Prozesse oft erheblich beschleunigt.

Was denken Sie?

Hat unser Leser recht, dass viele Probleme hausgemacht sind? Oder haben Sie trotz Vorbereitung und Freundlichkeit schlechte Erfahrungen gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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4 Kommentare zu „Leserbrief: 20 Jahre Thailand – Wissen schützt, Höflichkeit hilft

  1. Ja hat er zumindestens aus meiner SIcht 10 Jahre in Thailand lebend noch nie Probleme mit den Behörden, Polizei und sonst was gehabt. Das Gehmeinis ist Ruhe, Verständnis und Grundkenntnisse der thaländischen Sprache. Bei den Behörden wundern sie sich wenn ein Ausländer mit Ihnen in Thai kommuniziert auch wenn alles nicht perfket ausgesprochen ist.

  2. Den Leserbrief kann ich voll unterstützen. Bis auf die Absicherung „meines Hauses“, besser, das Haus, welches ich bezahlt habe, ist der Rest des Kommentares eigentlich nur logisch. Das erste Haus, welches im Dorf gebaut wurde, war nicht so teuer und damals hatte ich keine Ahnung von Verträgen zum Schutz meiner Finanzen. Als wir dieses dann verkauft haben und weg von dem Dorf neu gebaut haben, wusste ich, bei der Frau brauche ich keine Verträge. Menschenkenntnis sozusagen. Ich habe in Deutschland geheiratet, deshalb sind Pensionsansprüche meiner Frau kein Thema. Wobei ich nicht verstehe, warum man eine Heirat hier in Thailand nicht via Botschaft registrieren lässt. Angst vor Erben oder Unstimmigkeiten mit der Familie in Deutschland?
    In Bezug auf die Immigration kann ich nur beipflichten, selten hatte ich Probleme mit den Beamten und wenn, dann wegen meiner eigenen Dusseligkeit. Und wie ich schon öfters geschrieben habe, ohne Vorbereitung nach Thailand auszuwandern und dann auch noch schnell zu heiraten ist natürlich sehr naiv und mit einem gewissen Risiko behaftet, um es mal charmant auszudrücken.

  3. „Darüber hinaus sollten Sie den Ausländern mitteilen, dass eine in Thailand geschlossene Ehe in Deutschland nicht anerkannt wird und bei Ableben des Ehemannes kein Witwenrentenanspruch besteht, ferner muss die Ehe mindestens 5 Jahre bestanden haben.“

    So ganz stimmt das nicht. Eine Ehe mit einer Thai kann auch in Thailand nur geschlossen werden, wenn der deutsche Partner eine „Ehefähigkeitszeugnis“ aus Deutschland beibringt. In diesem Ehefähigkeitszeugnis wird in erster Linie geprüft, ob die zukünftige Ehefrau die Voraussetzung für eine Eheschließung in Deutschland erfüllt, auch wenn diese Ehe in Thailand geschlossen wird. Dazu gehören Angaben über die Eltern, ob ledig, geschieden oder verwitwet, Geburtsurkunde sowieso, alles bestätigt von thailändischen Behörden, übersetzt und von der Deutsche Botschaft beglaubigt. Diese Unterlagen werden dann in Deutschland geprüft, ebenso der Familienstand des zukünftigen deutschen Ehemannes, ledig, geschieden oder verwitwet. Das Ehefähigkeitszeugnis. das dann für ca. 150€ zugesandt wird, wird wiederum in Thailand von verschiedenen Behörden, unter anderem einer Abteilung des Außenministeriums, nach Übersetzung und Beglaubigung wiederum von der Deutschen Botschaft, hier anerkannt. Der Eheschließung bei der Amphur steht dann nichts mehr im Wege. Und diese Ehe wird dann auch in Deutschland anerkannt. Sicherheitshalber hatte ich nach der Eheschließung eine übersetzte und beglaubigte Kopie an die die deutsche Rentenversicherung geschickt, deren Eingang und Kenntnisnahme dann auch bestätigt wurde.

    Das mit den 5 Jahren stimmt, allerdings muss die Witwe mindestens 46 Jahre alt sein, um die „Große Witwenrente“ zu erhalten. Den Antrag sollte man schon zu Lebzeiten ausfüllen, natürlich noch mit offenem Sterbedatum und eine genaue Anleitung hinterlassen, welche Schritte weiter zu unternehmen sind. Und hier kommt dann wieder einmal die Deutsche Botschaft ins Spiel, die die notwendigen Papiere beglaubigt. Das alles findet man im Internet.

  4. und wieder ein gut gemeinter rat von mir ☝️!!
    bleibt single 👤, geniesst das leben in vollen zuegen ,und ihr habt mit dem ganzen gedoens nichts zu tun
    👍👍👍

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