Tödliche Kran-Katastrophe in Thailand: Pfusch bei Hochgeschwindigkeitsbahn

Systematisches Versagen führte zum Einsturz des Gigant-Krans auf einen Personenzug. Über 30 Menschen starben, doch trotz bewiesener Sicherheitsverstöße bleiben die verantwortlichen Baufirmen im Amt. Wie wird das Ministerium reagieren?

Tödliche Kran-Katastrophe in Thailand: Pfusch bei Hochgeschwindigkeitsbahn
ThaiEnquirer

Untersuchungen ergaben, dass zwei tödliche Kran-Einstürze im Januar auf systematische Sicherheits‑ und Aufsichtsfehler zurückgehen – nicht auf Materialmängel oder Wetter. Die Behörden kündigten Reformen und strenge Auflagen für die beteiligten Auftragnehmer an, verzichten aber vorerst auf eine Vertragskündigung.

Ministerium nennt Ursache: Aufsicht und Sicherheitskultur versagt

Das Verkehrsministerium erklärte am Montag, die Untersuchungen zeigten bei beiden Unfällen weit verbreitete Mängel in Arbeitssicherheitssystemen und bei der Projektaufsicht. Verantwortlich seien Versäumnisse von Auftragnehmern, Vorgesetzten und Überwachungsstellen, nicht fehlerhafte Bauteile oder natürliche Ursachen.

Die Ergebnisse wurden von Jirapong Thepphitak, dem stellvertretenden ständigen Sekretär für Verkehr, zusammen mit Anan Pothinimdaeng von der SRT und Piyapong Jiwattanakulpaisarn von der Autobahnbehörde vorgestellt. Die Behörden betonten, die Unfälle seien vermeidbar gewesen.

Schwerer Unfall bei Hochgeschwindigkeitsprojekt: Zug von Kran getroffen

Am 14. Januar stürzte laut Bericht die vordere Stützbasis eines Launching‑Gantry‑Krans aus mehr als 10 Metern Höhe auf den Special Express Nr. 21 zwischen Nong Nam Khun und Sikhio. Der Einschlag riss den zweiten Wagen auf, der später Feuer fing; der dritte Wagen entgleiste.

Die Bilanz: 30 getötete Passagiere und ein getöteter Bauarbeiter sowie 71 Verletzte. Der Bahnverkehr auf der unteren nordöstlichen Linie wurde nach der Katastrophe für 10 Tage eingestellt und mehr als 14 Zugverbindungen waren betroffen.

Wie der Kran einstürzte: Überlastete Stütze und fehlende Prozeduren

Untersucher fanden heraus, dass Arbeiter einen vorgeschriebenen Schritt zur Lastverteilung übersprungen hatten und so mehr als 700 Tonnen auf eine einzige Stützbasis verlagerten. Daraufhin rissen PT‑Bar‑Stahlbefestigungen, und die Kranstruktur stürzte auf den vorbeifahrenden Zug.

Das Komitee stellte fest, dass die Vorgänge routinemäßig gegen verbindliche Sicherheitsverfahren verstießen und dass notwendige Kraninspektionen überfällig waren. Die Katastrophe sei kein zufälliges Unglück gewesen.

Zweiter Einsturz auf Rama II: Stapelplatten und starre Fixierung

Ein Tag nach dem Zugunglück fiel ein Kran samt Baumaterialien auf Fahrzeuge auf der Rama II Road in Samut Sakhon; zwei Menschen starben, mehrere weitere wurden verletzt. Die Autobahnbehörde identifizierte denselben Auftragnehmer wie beim Bahnprojekt.

Die Ermittler machten mehrere Installationsfehler verantwortlich: auf abschüssigem Gelände waren Stahlplatten acht Schichten hoch (mehr als 80 Zentimeter) gestapelt, und das Stützsystem war starr fixiert statt auf thermische Ausdehnung ausgelegt. Der Einsturz verursachte geschätzte Schäden von rund 11 Millionen Baht, die der Auftragnehmer tragen soll.

Auftragnehmer, CSC und SRT in der Kritik

Das Committee bemängelte wiederholte Verstöße von Italian‑Thai Development (ITD): fehlende Anträge zur Streckensperrung, verspätete Genehmigungen und unterlassene Wartung von PT‑Bar‑Befestigungen trotz früherer Warnungen. Einen Genehmigungsantrag reichten Verantwortliche dem Bericht zufolge erst sechs Tage nach dem Unfall ein.

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Auch der Bauüberwachungsberater (CSC) wurde kritisiert: Ingenieure und Sicherheitsbeauftragte seien nicht dauerhaft vor Ort gewesen und Arbeitsfreigaben teils rückwirkend bis zu drei Wochen später unterschrieben worden. Die SRT bekam Vorwürfe wegen zu geringer eigener Aufsicht und zu großer Arbeitslast einzelner Ingenieure.

Keine Kündigung, aber harte Auflagen und Reformpläne

Die Behörden entschieden, die Verträge mit ITD nicht zu kündigen, weil beide Projekte kurz vor dem Abschluss stünden und eine Kündigung Verzögerungen sowie teure Neuausschreibungen nach sich ziehen könnte. Stattdessen sollen das gesamte Bauüberwachungsteam ersetzt und international qualifizierte Ingenieure eingestellt werden.

Auftragnehmer müssen laut Ministerium alle Schäden und Entschädigungen tragen. Vorgeschlagene Reformen umfassen ein Verbot von Arbeiten über aktiven Gleisen, das Ende rückwirkender Genehmigungen, unabhängige Inspektionen aller Launching‑Gantry‑Krane, Echtzeit‑Überwachungssysteme mit automatischen Abschaltmechanismen sowie verschärfte Qualifikationsstandards und höhere Strafen für Verstöße.

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Quelle: Thaienquirer

2 Kommentare zu „Tödliche Kran-Katastrophe in Thailand: Pfusch bei Hochgeschwindigkeitsbahn

  1. wundert mich überhaupt nicht, immer wieder dasselbe versagen, es ist und bleibt ein entwicklungsland dass sich nicht entwickelt. jammerschade diese abwärts spirale

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