Vergewaltigung oder Erpressung? Tourist sitzt in Bangkok fest

Er zahlte 70.000 Baht für eine Einigung – und durfte trotzdem nicht ausreisen. Ein Tourist wirft einer Thailänderin Erpressung vor.

Vergewaltigung oder Erpressung? Tourist sitzt in Bangkok fest
KhaoSod English

BANGKOK – Ein 54 Jahre alter chinesischer Tourist sitzt seit dem 25. Juli in Bangkok fest, festgehalten von einem Ausreiseverbot, das ihn kurz vor dem Abflug am Flughafen Suvarnabhumi erreichte. Der Grund: eine zweite Vergewaltigungsanzeige derselben Thailänderin, die schon einmal gegen ihn ausgesagt hatte. Der Mann, der unter dem Pseudonym Ma auftritt, bestreitet die Tat und wirft der Frau nun seinerseits vor, ihn mit heimlichen Aufnahmen zur Zahlung von umgerechnet mehreren Tausend Euro genötigt zu haben.

Die Geschichte begann in einem Ausgehviertel mit Bars und Clubs im Bangkoker Stadtteil Huai Khwang. Ma zufolge lernte er dort in der Nacht zum 18. Juli eine 36-jährige Thailänderin kennen, mit der er von Lokal zu Lokal zog. Er habe erstmals Lachgas probiert und danach starken Schwindel verspürt – deutlich stärker, als er es von Alkohol allein kenne. Die Frau habe ihn schließlich per Taxi zurück ins Hotel gebracht.

70.000 Baht gezahlt – Anzeige trotzdem nicht vom Tisch

Im Hotelzimmer sei es dann laut Ma zum Sex gekommen, während die Frau weiter Fotos, Videos und Tonaufnahmen gemacht habe. Erschöpft sei er eingeschlafen – um am nächsten Morgen von Polizisten geweckt zu werden. Die Frau hatte ihn wegen Vergewaltigung angezeigt. Bei der folgenden Aussprache auf der Polizeiwache Thong Lor habe sie ihm das Material gezeigt und mit rechtlichen Schritten gedroht, sollte er nicht zahlen. Aus Angst vor den Konsequenzen willigte Ma nach eigener Aussage ein: 70.000 Baht, protokolliert im Polizeibericht. Für ihn war die Sache damit erledigt.

Zweite Anzeige stoppt Rückflug nach China

Am 25. Juli, dem Tag seines geplanten Rückflugs, endete die vermeintliche Ruhe abrupt: Immigration-Beamte am Suvarnabhumi Airport hielten Ma auf und verwiesen auf eine weitere Anzeige bei der Polizei Thong Lor. Die Frau habe demnach behauptet, sich bei dem Kontakt mit einer Infektion angesteckt zu haben, und forderte zusätzlich 150.000 Baht. Zusammen mit der bereits gezahlten Summe stehen nun 220.000 Baht im Raum – während Ma nicht ausreisen darf.

Anwalt fordert lückenlose Aufklärung

Mit Dolmetscher und Anwalt Sitthichok Pao-in Arunritthawin trat Ma vor die Presse, um öffentlich Gerechtigkeit einzufordern. Sein Anwalt erklärte, sein Mandant fühle sich unfair behandelt: Beide Seiten hätten sich bereits geeinigt und dies polizeilich dokumentiert – dennoch sei später eine weitere Anzeige aufgetaucht, die ihm die Ausreise verwehrt. Er forderte die Ermittler auf, sämtliche Beweise, Fotos, Videos, Audioaufnahmen und Zeugenaussagen gründlich zu prüfen, um für beide Seiten Fairness herzustellen.

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Die Polizeiwache Thong Lor ermittelt weiter. Sowohl die Vergewaltigungsvorwürfe der Frau als auch die Erpressungsvorwürfe des Mannes sind bislang unbewiesene Behauptungen. Bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, bleibt offen, welche Version sich als zutreffend erweist – und ob Ma Thailand in absehbarer Zeit verlassen kann.

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Quelle: Khaosod English

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