CHIANG MAI, THAILAND — Ein 400 Jahre alter Tempel im Norden des Landes ist erneut Ziel von Vandalen geworden. Der Abt hat nun Anzeige erstattet, nachdem Kameras die Täter filmten. Es handelt sich wohl um Ausländer, die nachts die Mauern besprühten. Die Mönche sind es leid, ständig für die Reinigung zu zahlen.
Täter auf Video festgehalten
Der Vorsteher des Wat Dok Euang Tempels ging am Dienstag direkt zur Polizeiwache im Bezirk Muang. Er übergab den Beamten Aufnahmen der Überwachungskameras als Beweis. Die Tat ereignete sich bereits am 30. Januar gegen 1 Uhr nachts, als die Straßen leer waren.
Auf dem Video ist ein Paar deutlich zu erkennen. Experten vermuten, dass es sich um ausländische Touristen handelt. Sie machten sich an der Außenmauer zu schaffen und hinterließen dort Farbe. Nun hofft die Tempelleitung, dass die Polizei die beiden schnell findet.
Teure Reinigungskosten
Ein Mönch des Tempels berichtete gegenüber der Presse von großem Ärger. In den letzten Monaten kamen solche Vorfälle immer häufiger vor. Die Unbekannten hinterlassen oft fremdsprachige Zeichen oder Symbole an den heiligen Wänden. Das sieht nicht nur hässlich aus.
Der Tempel musste bereits Zehntausende Baht für Malerarbeiten ausgeben. Doch kaum ist die Mauer wieder weiß, kommen neue Schmierereien dazu. Das Geld fehlt dann an anderen Stellen. Die Mönche fordern nun ein hartes Durchgreifen der Behörden als Abschreckung.
Polizei verstärkt Streifen
Der örtliche Polizeikommandeur hat den Ernst der Lage erkannt. Er gab umgehend Anweisungen an seine Einheiten im ganzen Stadtgebiet. Die Beamten sollen ihre Augen offenhalten und verstärkt Streife fahren. Ziel ist es, die Täter auf frischer Tat zu ertappen.
Die Polizei will verhindern, dass noch mehr Gebäude beschädigt werden. Wer erwischt wird, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Das soll auch Nachahmer davon abhalten, zur Sprühdose zu greifen. Die Ermittlungen laufen derzeit auf Hochtouren.
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Das ganze Stadtbild leidet
Nicht nur der Wat Dok Euang ist betroffen. In ganz Chiang Mai klagen Bürger über Graffiti an privaten Zäunen und Geschäften. Auch öffentliche Gebäude bleiben nicht verschont. Die Schmierereien breiten sich im Stadtzentrum immer weiter aus und stören das Bild.
In der Stadt gibt es 38 Tempel. Viele davon sind Jahrhunderte alt und kulturell sehr wertvoll. Laut den Mönchen wurden fast alle schon einmal von Vandalen heimgesucht. Die Farbe an den historischen Mauern ist für die Gläubigen ein trauriger Anblick.
Warnung vor Nachahmern
Der stellvertretende Gouverneur der Provinz kennt das Problem gut. Es gehen ständig Beschwerden bei ihm ein. Er arbeitet nun eng mit der Polizei und dem Amt für Buddhismus zusammen. Gemeinsam suchen sie nach Wegen, den Vandalismus in den Griff zu bekommen.
Er warnt davor, dass solche Taten andere anstiften könnten. Besonders in der Altstadt ist das Risiko groß, da hier viele Touristen unterwegs sind. Die Behörden bitten auch die Bevölkerung um Mithilfe. Wer etwas sieht, soll sich sofort melden.
Gefahr für den Weltkulturerbe-Status
Die Schmierereien verärgern die einheimischen Buddhisten sehr. Sie empfinden das Verhalten als respektlos gegenüber ihrer Religion. Zudem könnte der gute Ruf von Chiang Mai dauerhaften Schaden nehmen. Die Stadt bewirbt sich gerade um einen wichtigen Titel.
Chiang Mai möchte UNESCO-Weltkulturerbe werden. Solche Vorfälle kommen da zur Unzeit. Ein gepflegtes Stadtbild ist wichtig für die Bewerbung. Wenn Touristen die Kulturstätten nicht achten, gefährdet das die Pläne der gesamten Region für die Zukunft.
Was sagen Sie dazu?
Es ist traurig zu sehen, wie historische Orte beschädigt werden. Touristen sollten sich als Gäste benehmen und Respekt zeigen. Sollten die Strafen für Vandalismus an religiösen Stätten deutlich härter ausfallen? Oder helfen hier nur noch Zäune und Wachpersonal?



Narrenhände Beschmieren Wände.
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