PATTAYA, THAILAND – Ein Spaziergang eines offenbar betrunkenen norwegischen Touristen am Strand von Pattaya hat in der Nacht zu Donnerstag für einen Polizeieinsatz und Unmut unter Anwohnern und Urlaubern gesorgt.
Polizei rückt zu nächtlichem Einsatz aus
In den frühen Morgenstunden wurden Beamte zur Pattaya Beach im Bezirk Chon Buri gerufen. Ein besorgter Anrufer meldete gegen 1 Uhr einen unbekleideten Ausländer, der am Ufer nahe Soi 13/3 im Tambon Nong Prue unterwegs gewesen sein soll.
Als die Polizei eintraf, traf sie den Mann jedoch bereits vollständig bekleidet am Strand sitzend an. Die Beamten sprachen den Touristen an und nahmen seine Personalien auf.
Zeuge berichtet von Bade-Einlage
Der Augenzeuge Thapakorn Saengtawan (36) schilderte, er habe beobachtet, wie der Ausländer sich zunächst am Strand entkleidet und sei dann ins Meer geschwommen.
Nach dem Schwimmen sei der Mann aus dem Wasser gekommen und auf eine Gruppe von Menschen am Strand zugegangen. „Er hat seine Kleidung ausgezogen, ist ins Meer gegangen und ist danach auf Leute zugelaufen, die am Strand saßen“, sagte Thapakorn.
Der Tourist habe dabei seine Genitalien vor den sitzenden Personen entblößt, bevor er zu seinen Sachen zurückgekehrt sei, sich wieder angezogen und anschließend erneut ins Wasser gegangen sei. Sein Verhalten habe für erhebliche Beunruhigung bei den Anwesenden gesorgt.
Thapakorn betonte, der Mann habe einen alkoholisierten Eindruck gemacht. „Ich wollte ihn warnen, dass dieses Verhalten unangebracht ist, vor allem da die meisten Touristen in der Gegend Frauen sind“, erklärte er.
Verwarnung statt Anzeige
Die eingesetzten Beamten erklärten dem Mann, dass öffentliches Nacktbaden und das Entblößen der Genitalien am Strand weder von Einheimischen noch von Touristen akzeptiert werde.
Die Polizei machte deutlich, dass öffentliches Nacktsein verboten ist, dass Respekt vor lokalen Normen und Kultur erwartet wird und dass insbesondere das Belästigen anderer Strandbesucher nicht toleriert wird.
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Die Polizei beließ es bei einer förmlichen Verwarnung. Der Tourist wurde eindringlich aufgefordert, künftig die örtlichen Verhaltensregeln zu respektieren. Nach dem Gespräch durfte er den Strand wieder verlassen.
Laut Polizei zielte das Vorgehen darauf ab, die Situation zu beruhigen und weitere Zwischenfälle in dem stark frequentierten Touristengebiet zu verhindern.
Kulturelle Unterschiede im Urlaubskontext
Thailand ist bekannt für seine Gastfreundschaft und Toleranz gegenüber Touristen. Dennoch gibt es klare Grenzen, wenn es um öffentliches Verhalten geht. Was in manchen westlichen Ländern möglicherweise als harmloses nächtliches Baden angesehen wird, kann in Thailand als respektlos und belästigend wahrgenommen werden.
Besonders in touristisch geprägten Gebieten wie Pattaya ist die Polizei darauf bedacht, ein Gleichgewicht zu wahren zwischen der wirtschaftlich wichtigen Tourismusbranche und dem Schutz der öffentlichen Ordnung sowie der Rechte anderer Besucher und Einheimischer.
Rechtliche Grundlagen in Thailand
Nach thailändischem Recht kann öffentliche Nacktheit als Störung der öffentlichen Ordnung geahndet werden. Je nach Schwere des Vorfalls und ob andere Personen belästigt wurden, können Geldstrafen oder in schwerwiegenden Fällen auch kurze Haftstrafen verhängt werden.
In diesem konkreten Fall entschied sich die Polizei für eine erzieherische Maßnahme statt einer formellen Anklage. Dies ist häufig die Vorgehensweise bei Ersttätern, die offensichtlich unter Alkoholeinfluss standen und keine weiteren Straftaten begangen haben.
Reaktionen der örtlichen Gemeinschaft
Vorfälle wie dieser sorgen regelmäßig für Diskussionen in der lokalen Gemeinschaft von Pattaya. Während einige Anwohner und Geschäftsinhaber für härtere Strafen plädieren, um ein deutliches Signal zu senden, argumentieren andere, dass Touristen eine wichtige Einnahmequelle darstellen und dass Verwarnungen ausreichend sein können, sofern niemand zu Schaden gekommen ist.
Zeugen am Strand berichteten von ihrer Beunruhigung, insbesondere da sich unter den Anwesenden auch Familien mit Kindern befanden. Die schnelle Reaktion der Polizei wurde allgemein positiv aufgenommen und trug dazu bei, dass sich die Situation nicht weiter zuspitzte.
Alkoholkonsum und Touristenverhalten
Pattaya ist bekannt für sein ausgeprägtes Nachtleben, das zahlreiche internationale Besucher anzieht. Mit dem Alkoholkonsum gehen jedoch immer wieder Verhaltensweisen einher, die über die Grenzen des Akzeptablen hinausgehen.
Lokale Behörden haben in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen, um problematisches Verhalten einzudämmen. Dazu gehören verstärkte Polizeipräsenz in den Abend- und Nachtstunden, Aufklärungskampagnen in Hotels und Informationsmaterial für ankommende Touristen über lokale Gesetze und kulturelle Normen.
Präventive Maßnahmen und Aufklärung
Tourismusverbände und lokale Behörden arbeiten kontinuierlich daran, Besucher bereits vor ihrer Ankunft über angemessenes Verhalten zu informieren. Viele Hotels und Unterkünfte stellen ihren Gästen Informationsbroschüren zur Verfügung, die wichtige Verhaltensregeln erklären.
Dennoch zeigen Vorfälle wie dieser, dass es eine Herausforderung bleibt, allen Touristen die kulturellen Erwartungen und rechtlichen Grenzen zu vermitteln, besonders wenn Alkohol im Spiel ist. Die thailändische Tourismuspolizei setzt daher auf eine Kombination aus Prävention, Aufklärung und konsequentem Eingreifen bei Verstößen.
🗣 Urlaub endet nicht dort, wo Respekt beginnt
Ein Strand ist kein rechtsfreier Raum. Und Urlaub kein Freifahrtschein. Wenn sich jemand vor anderen entblößt, Angst auslöst und Grenzen überschreitet – ist das noch „betrunkenes Fehlverhalten“ oder schon bewusste Respektlosigkeit?
Sollte so etwas härter bestraft werden, um ein Zeichen zu setzen? Oder reicht eine Verwarnung, solange niemand verletzt wurde? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Behörden in Pattaya, sondern Touristenziele weltweit, die einen Balanceakt zwischen Gastfreundschaft und dem Schutz der öffentlichen Ordnung vollziehen müssen.



Das Verhalten der Polizei ist in diesem Zusammenhang einmal -positiv- zu loben, keine Bestrafung sondern lediglich eine Ermahnung an den Touristen aus Norwegen. Er hätte ja auch seine Unterhose beim Schwimmen anbehalten können, wenn ihm nach einem Bad im Meer gelüstet hätte – um diese späte Zeit.