BANGKOK, THAILAND – Ein früherer Vizechef der National Intelligence Agency fordert die Regierung auf, bei der Tourismuspolitik nicht nur auf Rekordzahlen zu schauen, sondern nationale Sicherheit und öffentliche Ordnung in den Mittelpunkt zu stellen.
Ein früherer Geheimdienstler warnt vor falschen Prioritäten
Nantiwat Samart, ehemaliger stellvertretender Direktor der National Intelligence Agency, riet der Regierung, die Debatte über Touristenankünfte zu verlassen und stattdessen Risiken für Sicherheit und Alltag ernster zu nehmen.
Er verwies darauf, dass in sozialen Medien die Forderungen lauter würden, die visafreie Einreise wieder zu streichen, weil sie angeblich Probleme im Zusammenhang mit israelischen Touristen begünstige.
Was die visafreie Einreise derzeit erlaubt
Die visafreie Einreise gilt aktuell für Bürger aus 93 Ländern und ermöglicht Aufenthalte von bis zu 60 Tagen.
Zusätzlich ist eine Verlängerung um 30 Tage möglich, wobei die Regelung laut Nantiwat in der Amtszeit der früheren Premierministerin Paetongtarn Shinawatra eingeführt wurde.
Keine Feindseligkeit – aber Forderung nach „Qualitätstouristen“
Nantiwat betonte, die thailändische Bevölkerung sei weder antisemitisch noch grundsätzlich gegen eine bestimmte Nationalität, und das Land heiße ausländische Gäste weiterhin willkommen.
Gleichzeitig verlangte er ein konsequentes Screening bei der Einreise, um „quality“-Touristen von Personen zu unterscheiden, die illegal arbeiten oder sich dauerhaft niederlassen wollten.
Vorabprüfung statt freier Zugang – das wäre die Idee
Ein klassischer Visa-Prozess vor Reiseantritt könne nach Nantiwats Ansicht bereits vor Abflug filtern, wer einreisen darf und wer nicht.
Dabei gehe es unter anderem um den Nachweis ausreichender Geldmittel für den Aufenthalt und darum, eine faktisch unkontrollierte Einreise zu verhindern.
Sicherheitsrisiken – von Terror bis Cybercrime
Der Ex-Geheimdienstler forderte mehr Aufmerksamkeit für die nationalen Sicherheitsfolgen einer weit offenen Einreisepolitik.
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Als Bedrohungen nannte er Terrorismus, Betrügerbanden, ausländische Mafia-Gruppen und Cyberkriminalität.
Overstay und Kontrolle – Immigration soll härter durchgreifen
Wer unabhängig von der Nationalität sein Visum überziehe, solle das Land verlassen müssen, sagte Nantiwat.
Die Immigration Police müsse dafür das geltende Recht strikt und sichtbar durchsetzen, um Abschreckung und Ordnung zu sichern.
Vorwürfe aus dem Netz – illegale Jobs, Strohmänner, Insel-Hotspots
Thailändische Nutzer in sozialen Medien werfen israelischen Touristen unter anderem vor, illegal zu arbeiten, Geschäfte aufzubauen und Land über thailändische Nominees zu erwerben.
Als Schwerpunkte werden besonders Koh Phangan, Koh Samui, Phuket sowie der Bezirk Pai in der Provinz Mae Hong Son genannt.
Pai als Symbolfall – Zahlen und das Gefühl einer Parallelwelt
Für Pai kursiert online die Behauptung, es hielten sich zeitweise mehr als 4.000 israelische Touristen gleichzeitig dort auf, inklusive eigener Gebetsstätte und sichtbarer Community-Strukturen.
Einige Stimmen deuten das als Zeichen, dass Teile des Ortes faktisch zu einer Art „zweitem Zuhause“ für Ausländer würden, was die politische Empfindlichkeit der Debatte weiter erhöht.
Deine Meinung
Soll Thailand bei der visafreien Einreise stärker auf Sicherheitsprüfungen setzen, auch wenn das weniger Touristen bedeuten könnte?
Welche Erfahrungen gibt es in Urlaubsorten wie Phuket, Koh Samui oder Pai mit Overstay, illegaler Arbeit und konsequenter Kontrolle durch die Behörden?



Visafreie Einreise für 60 Tage finde ich ok. Man kann ja die Problemländer ausschliessen. Zuviel Bürokratie schadet eher als es nützt.
Das mit den „Problemländern“ erinnert mich ein bisschen an den Stoiberischen „Problembären“. Letzterer wurde bekanntlich einfach nur abgeschossen.
Unabhängig davon, wie könnte man solche „Problemländer“ identifizieren? Allein die Anzahl an Overstayer und/oder sonstige illegale Aktivitäten kann es ja nicht sein, oder? In welches Verhältnis setzt man diese? Zum Beispiel zur Gesamtzahl der Einreisen vielleicht? Nach Ländern? Nach Kontinenten? Nach Regionen? Oder was? Man wird immer, egal aus welchem Land, Region oder Erdteil in einem ganz niedrigen Promillebereich landen.
Aber nehmen wir rein hypothetisch mal an, dass beispielweise Israeli und Chinesen aus der Masse negativ hervorstechen. Die lässt man dann nur noch mit vorheriger Prüfung, sprich Visum ins Land. Den Ärger mit Jerusalem und Peking würde ich mir als thailändische Regierung nicht unbedingt einhandeln wollen. Vor allem nicht mit Peking. Und noch etwas, reisen nur wenige, wieder nur hypothetisch angenommen Österreicher oder Schweizer ein, dann hätten ein paar ganz wenige schwarze Schafe sofort einen ganz erheblichen Einfluss auf so eine Auswertung. Es ist halt alles sehr relativ.