BANGKOK, Thailand – Bei Durchsuchungen in Bangkok stießen Ermittler auf Unterlagen zu mehr als 61 Unternehmen, die unter derselben Adresse registriert waren. Die Sondereinheit DSI prüft, ob bei Geschäften mit Israel-Bezug thailändische Anteilseigner nur als Strohleute eingesetzt wurden. Im Mittelpunkt stehen die tatsächliche Kontrolle der Firmen und die Herkunft ihrer Gelder.
Mehr als 61 Firmen an einer Adresse
Die DSI durchsuchte am 8. Oktober drei Orte in Bangkok. In den Geschäftsräumen der Gan Chabad Co., Ltd. im Bezirk Bang Rak fanden die Ermittler Unterlagen zu mehr als 61 Unternehmen, die unter derselben Adresse registriert waren.
Die Aktion unter dem Namen „Yuttharat“ richtet sich gegen mögliche Strohmänner-Konstruktionen mit thailändischen Anteilseignern. Die Ermittler prüfen, wer die Unternehmen tatsächlich kontrolliert und von ihnen profitiert.
Unterlagen zu Grundstücken, Spenden und Steuern
Bei Gan Chabad fanden die Ermittler laut DSI Dokumente zu Stiftungen und Vereinen, Spenden, Mitgliederlisten sowie Grundstückskäufen und -verkäufen. Auch Unterlagen zu Bauvorhaben und Steuererklärungen fanden die Ermittler.
Weitere Dokumente betrafen den Betrieb von Chabad-Häusern, Restaurantlizenzen sowie Hotels und andere Unterkünfte. Die Ermittler untersuchen außerdem Geldquellen, Eigentumsverhältnisse und die Einhaltung thailändischer Gesetze.
Dieselben Personen in mehreren Firmen
Bei ersten Prüfungen tauchte laut DSI eine Gruppe von Personen als Geschäftsführer oder Anteilseigner mehrerer Unternehmen auf. Darunter waren auch Menschen, die durch Einbürgerung die thailändische Staatsangehörigkeit erhalten hatten.
Die DSI untersucht nun die Verbindungen zwischen den Firmen und die Rechtmäßigkeit ihrer Geschäftsmodelle. Die Prüfung umfasst auch Fälle, in denen es um den Erwerb der thailändischen Staatsangehörigkeit geht. Sie soll auch Aktivitäten erfassen, die Thailands wirtschaftliche Sicherheit, Ressourcen, öffentliche Ordnung und nationale Interessen beeinträchtigen könnten.
Drei Myanmarer ohne Arbeitserlaubnis in Phra Nakhon
In einer Gan-Chabad-Stiftung im Bangkoker Bezirk Phra Nakhon fanden Ermittler nach Angaben der DSI drei Myanmarer, die mutmaßlich ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt waren. Die Behörden werfen ihnen außerdem vor, ohne Genehmigung nach Thailand eingereist zu sein und sich dort aufzuhalten.
Gegen einen Arbeitgeber wurde ein Verfahren wegen der mutmaßlichen Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte ohne Genehmigung eingeleitet. Die DSI berief sich dabei auf die geänderte Notverordnung von 2017 zur Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte sowie auf das Einwanderungsgesetz von 1979.
Zwei Lao ohne Genehmigung in Khlong Toei
Bei der Jewish Association of Thailand im Bezirk Khlong Toei trafen die Ermittler laut DSI zwei Lao an, die mutmaßlich ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt waren.
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Auch dort leiteten die Behörden ein Verfahren gegen einen Arbeitgeber ein. Grundlage ist die Notverordnung zur Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte.
Ermittlungen gegen Cosy Beach View und zwei Personen
Die Durchsuchungen in Bangkok folgten auf eine Aktion an drei Orten in Chon Buri am 21. August 2026. Sie gehört zum Sonderfall 135/2569 und betrifft den Vorwurf, Cosy Beach View Co., Ltd. und Beteiligte hätten das Ausländergesetz von 1999 umgangen oder verletzt.
Am 7. Oktober teilte die DSI drei Beschuldigten offiziell die Vorwürfe mit. Gegen die Firma geht es um den mutmaßlichen Betrieb eines Unternehmens durch eine ausländische Einheit ohne erforderliche Genehmigung.

Vorwürfe gegen Geschäftsführer und thailändischen Anteilseigner
Ein israelischer Staatsangehöriger, der als Geschäftsführer tätig war, soll dem mutmaßlichen Verstoß wissentlich zugestimmt oder keine angemessenen Schritte zu dessen Verhinderung unternommen haben. Ein thailändischer Anteilseigner wird beschuldigt, das Geschäft eines Ausländers rechtswidrig unterstützt oder gemeinsam mit ihm betrieben zu haben.
Die DSI untersucht bei den Vorwürfen, wer die Unternehmen tatsächlich kontrollierte und ob thailändische Anteilseigner eigenes Kapital investierten oder Anteile für Ausländer hielten. Die Ermittler prüfen außerdem die Herkunft der Gelder und die Eigentumsverhältnisse.
Frühere Prüfungen auf Samui und Phangan
Thailands Ermittlungen zu Firmen mit Israel-Bezug betreffen auch Immobilien-, Hotel- und Wellnessgeschäfte auf Koh Samui und Koh Phangan. Im Juli wurde berichtet, dass das Department of Business Development 34 Firmen mit mutmaßlichen Strohmännern an die DSI verwiesen hatte.
Erste Durchsuchungen betrafen fünf Ziele mit Verbindungen zu chinesischen und israelischen Geschäftsleuten. Die Ermittler prüften dabei ebenfalls Geldquellen, tatsächliche Kontrolle und die Rolle thailändischer Anteilseigner.
Weitere Prüfung nach Ermittlungen zu einem Friedhof
Im September untersuchten die Behörden Unternehmen mit Verbindung zu Gan Chabad wegen Grundstücksbesitzes und möglicher Strohmänner-Konstruktionen. Vorausgegangen war eine Untersuchung zu einem Friedhof in der Provinz Chachoengsao.
Die Behörden erklärten, Gan Chabad sei als thailändische juristische Person registriert und die vertretungsberechtigten Geschäftsführer seien thailändische Staatsangehörige. Fragen zu möglichen Strohmännern beträfen andere Firmen und Geschäfte, die geprüft würden.
Beweise gehen an weitere Behörden
Die bei den Durchsuchungen in Bangkok gesammelten Beweise sollen die Ermittlungen ausweiten und an zuständige Behörden weitergeleitet werden. Die DSI erklärte, Thailand stehe Ausländern offen, die sich an die Gesetze halten, warnte aber vor deren Umgehung und einer rechtswidrigen Nutzung nationaler Ressourcen. Solche Konstruktionen dürften laut DSI auch keine Konflikte schaffen oder die nationale Sicherheit bedrohen.
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