Illegal gebaut: Hochhaus wird abgerissen!

🏗️⚠️ Jahrelang Stillstand, Klagen und Ausreden – doch jetzt tauchen plötzlich Absperrungen auf. Ein umstrittenes Gebäude rückt erneut in den Fokus, während Behörden unter Druck geraten. Beginnt hier endlich das Ende eines Bauskandals?

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BANGKOK, THAILAND – Die Stadtverwaltung von Bangkok hat nach mehr als einem Jahrzehnt Verzögerung mit den ersten konkreten Vorbereitungen für den Abriss des umstrittenen Aetas-Ruamrudee-Gebäudes begonnen.

Erste Absperrungen nach höchstrichterlichem Urteil

Nach Angaben des Consumer Council hat die Bangkok Metropolitan Administration (BMA) begonnen, das Gelände des Aetas-Hotels in Soi Ruamrudee mit provisorischen Stahlbarrieren abzusperren. Die dauerhaft geplante Umzäunung mit Metallschutzzäunen ist jedoch noch nicht errichtet worden, da die entsprechende Finanzierung noch nicht endgültig genehmigt wurde.

Der Schritt markierte den ersten sichtbaren Fortschritt, seit der Oberste Verwaltungsgerichtshof im November 2025 sein endgültiges Urteil gefällt und den Abriss des Gebäudes angeordnet hatte. Bereits seit Mitte der 2000er-Jahre galt das Projekt als heftig umstritten.

Nächste Schritte: Komitee und neuer Abrissunternehmer

Laut dem Consumer Council sieht der Fahrplan der BMA vor, zunächst ein Komitee einzusetzen, das Baustoffe inspiziert und abnimmt. Anschließend soll ein neuer privater Auftragnehmer ausgewählt werden, der den eigentlichen Abriss durchführt.

Der bisher vorgesehene Unternehmer, Thamlay Thai Thammachat Co Ltd, könne nicht mehr tätig werden, da sich das Unternehmen unter gerichtlicher Zwangsverwaltung befinde. Die Suche nach einem neuen Dienstleister ist damit ein entscheidender Schritt für den Beginn der eigentlichen Abrissarbeiten.

Der Rat betonte, er werde das Verfahren eng überwachen und die Stadtverwaltung zu zügigem Handeln drängen. Die Durchsetzung des Urteils sei entscheidend, um Verbraucherrechte zu schützen und das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Justizsystem zu stärken.

Verzögerte Zusagen der Stadtverwaltung

Der Consumer Council verwies darauf, dass es bereits im November 2025 Gespräche mit dem Gouverneur von Bangkok und dem Direktor des Bezirks Pathumwan gegeben habe. Dabei habe die BMA zugesagt, die Abrissvorbereitungen bis Anfang Dezember aufzunehmen.

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ZUM ANGEBOT

Der ursprünglich geplante Termin für die Umzäunung sei allerdings später verschoben worden. Bezirksbeamte hätten dies mit der Notwendigkeit begründet, die Zeitpläne zu überarbeiten. Nun gelten die errichteten provisorischen Barrieren als erstes konkretes Signal, dass der Abriss tatsächlich vorbereitet wird.

Rechtsgrundlage: Zu schmale Straße, fehlerhafte Genehmigung

Das Hotel war auf einer Straße gebaut worden, die weniger als zehn Meter breit ist und damit gegen das Building Control Act verstieß. Anwohner hatten bereits seit 2005 Einspruch gegen das Projekt erhoben, dennoch erteilten die zuständigen Bezirksbehörden eine Baugenehmigung.

Im Jahr 2012 ordnete ein unteres Verwaltungsgericht erstmals den Abriss an. 2016 veröffentlichte die BMA eine formelle Abrissverfügung direkt am Gebäude.

Klage des Eigentümers scheitert vor dem Höchstgericht

Larppratharn Co Ltd, Eigentümerin des Aetas-Hotels, hatte 2021 Klage gegen den damaligen Bezirksdirektor erhoben und ihm grobe Fahrlässigkeit wegen einer falschen Zertifizierung vorgeworfen. Das Unternehmen argumentierte, Beamte der BMA hätten es versäumt, vor der Baugenehmigung die tatsächliche Breite der Zufahrtsstraße in Soi Ruamrudee zu prüfen, was letztlich zur Abrissverfügung geführt habe.

Der Oberste Verwaltungsgerichtshof wies die Klage im November 2025 ab und bestätigte die bestehende Abrissanordnung. Das Gericht stellte fest, dass die Kläger die ursprüngliche Verfügung spätestens am 4. November 2016 zur Kenntnis genommen hatten, als sie öffentlich am Gebäude ausgehängt wurde.

Der Druck auf die Stadtverwaltung, das Urteil nun vollständig umzusetzen, bleibt damit hoch.

Über zehn Jahre Beschwerden. Urteile. Verzögerungen. Klagen.
Jetzt erst bewegen sich die Absperrgitter.

Dieser Fall ist mehr als ein Gebäude – er ist ein Test für Verwaltung, Justiz und Glaubwürdigkeit.
Was ist ein Gerichtsurteil wert, wenn seine Umsetzung ein Jahrzehnt dauert?
Und wie viele ähnliche Fälle verschwinden still, ohne je sichtbare Konsequenzen zu haben?

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Quelle: Bangkok Post

3 Kommentare zu „Illegal gebaut: Hochhaus wird abgerissen!

  1. Im Grunde müsste der Bauherr die Stadt verklagen, da die Baubewilligung ja erteilt wurde! Der Fehler wurde von der Stadt respektive von der zuständigen Verwaltung begangen! Da aber 2 Krähen einander die Augen nicht aushacken und von der Verwaltung niemand das Gesicht verlieren darf, ist der Bauherr der Dumme. Rechtsverständnis Thaistyle.

  2. @Roman
    Das ist nicht nur Thai-Style.
    Einen sehr ähnlichen fall gibt’s in Rangsdorf im Berliner Umland.
    Hier hat eine Familie bei einer Zwangsversteigerung ein Grundstück rechtmäßig erworben und darauf ein Haus gebaut.
    Später stellte sich heraus, daß die Zwangsversteigerung nicht rechtmäßig war und die Familie soll das Haus abreißen, das Grundstück zurückgeben und dem Besitzer eine Nutzungsentschädigung zahlen.
    Die Prozesse laufen seit ca. 10 Jahren, Entscheidung nicht in Sicht.

Kommentare sind geschlossen.

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