Zehn Namen, eine Partei – Neuer Polit-Skandal

🚹 Online-Scams, GlĂŒcksspiel, Politik – eine explosive Mischung. Behörden bestĂ€tigen, dass alle VerdĂ€chtigen aus demselben Lager stammen sollen. Doch aus Angst vor Klagen schweigt man noch. Warum hĂ€lt man die Namen zurĂŒck?

Zehn Namen, eine Partei – Neuer Polit-Skandal
Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Zehn Parlamentskandidaten sollen in ein Netzwerk aus Online-GlĂŒcksspiel und Betrugsseiten verstrickt sein – und stammen nach Regierungsangaben alle aus derselben Partei. Die Namen bleiben vorerst geheim, die Ermittlungen laufen weiter unter Einbindung mehrerer Behörden.

Regierung verspricht Offenlegung der Namen

Digital Economy and Society Minister Chaichanok Chidchob kĂŒndigte am Dienstag an, die IdentitĂ€ten der betroffenen Politiker offenzulegen, sobald die Untersuchungen weiter fortgeschritten seien. Die VerdĂ€chtigen stĂŒnden im Zusammenhang mit Online-GlĂŒcksspielseiten und Betrugsnetzwerken, die derzeit von Sicherheitsbehörden ausgewertet wĂŒrden.

Auf die Frage, ob alle zehn Kandidaten derselben Partei angehörten, antwortete Chaichanok kurz und eindeutig: „Sie sind es.“ Details zu der betroffenen Partei nannte er nicht. Er betonte jedoch, die Öffentlichkeit werde die Namen „zu gegebener Zeit“ erfahren.

Vorsicht wegen möglicher Klagen

Justizminister Pol Lt Gen Rutthapon Naowarat mahnte zur Geduld. Ermittler benötigten zusĂ€tzliche Zeit, da mehrere Behörden an der Beweisaufnahme beteiligt seien, darunter die Royal Thai Police und das Department of Special Investigation (DSI). Die Verfahren stĂŒtzten sich in hohem Maße auf nachrichtendienstliche Erkenntnisse, die noch geprĂŒft wĂŒrden.

In einem spĂ€teren Interview erklĂ€rte Rutthapon, eine voreilige Veröffentlichung der Namen könne schwerwiegende rechtliche Folgen haben. „Wenn ich die Namen jetzt offenlege, bin ich der Erste, der verklagt wird“, sagte er. Er verwies darauf, dass vor allem noch nicht abschließend bewertete Hinweise vorlĂ€gen.

Der Justizminister wies Spekulationen zurĂŒck, die Verzögerungen seien politisch motiviert. „Das ist keine politische Schikane“, betonte er und verwies darauf, dass bereits mehrere FĂ€lle bewusst diskret behandelt worden seien, um VorwĂŒrfe politischer Einflussnahme zu vermeiden. Er fĂŒgte hinzu, er wolle nicht „im Alter im GefĂ€ngnis landen“.

Reaktion der betroffenen Partei

Am Montag nahm Wiroj Lakkhanaadisorn, Listenwahlkandidat und stellvertretender Vorsitzender der People’s Party (PP), zu den wachsenden Sorgen Stellung. Hintergrund waren die Festnahme eines PP-Kandidaten und Berichte ĂŒber weitere mögliche Festnahmen von Bewerbern dieser Partei.

Wiroj erklĂ€rte, die Partei habe ein strenges PrĂŒfverfahren fĂŒr Kandidaten eingefĂŒhrt, darunter ÜberprĂŒfungen der strafrechtlichen Vergangenheit und AuskĂŒnfte von Kreditunternehmen. Ziel sei gewesen, nur Personen ohne offene Haftbefehle und ohne schwere Vorstrafen aufzustellen.

Laut Wiroj seien sĂ€mtliche rechtlichen Schritte gegen PP-Kandidaten erst nach Abschluss der Kandidatenregistrierung eingeleitet worden. Betroffen seien Personen gewesen, die zuvor keine EintrĂ€ge im Strafregister gehabt hĂ€tten. Zugleich rĂ€umte er ein, dass Beschwerden gegen einige Kandidaten vorlĂ€gen, und versicherte: Die Partei nehme alle VorwĂŒrfe ernst.

Politische und rechtliche Risiken

Die AffĂ€re berĂŒhrt zentrale Fragen der politischen IntegritĂ€t und der BekĂ€mpfung von Online-KriminalitĂ€t. Ermittler und Regierungsvertreter stehen dabei zwischen AufklĂ€rungsdruck und Rechtsrisiken bei der öffentlichen Benennung VerdĂ€chtiger.

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‱ Gefahr von Verleumdungsklagen bei zu frĂŒher Namensnennung

‱ Belastung der politischen GlaubwĂŒrdigkeit bei Korruptions- und BetrugsvorwĂŒrfen

‱ Hoher Ermittlungsaufwand wegen komplexer Online-Strukturen und mehrerer beteiligter Behörden

Bis zum Abschluss der Untersuchungen bleibt offen, welche konkreten strafrechtlichen Schritte den zehn Parlamentskandidaten drohen und welche politischen Folgen sich daraus fĂŒr die betroffene Partei ergeben werden.

🗣 Wenn der Verdacht bis ins Parlament reicht

Zehn Kandidaten. Eine Partei. Und Verbindungen zu Scam-Netzwerken und Online-Gambling.
Was bedeutet Demokratie, wenn diejenigen, die Gesetze machen sollen, selbst im Schatten digitaler Verbrechen stehen?
Ist das der Anfang einer ĂŒberfĂ€lligen Reinigung – oder nur ein weiteres Kapitel in einer endlosen Serie politischer AffĂ€ren? Und vor allem: Glaubst du noch, dass wirklich alle Namen auf den Tisch kommen?

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Quelle: Bangkok Post