PATHUM THANI, THAILAND – Ein 32-jähriger Thai ist festgenommen worden, der laut Ermittlern als zentraler Dolmetscher für ein chinesisch geführtes Betrugs- und Menschenhandelsnetzwerk gearbeitet haben soll. Gegen den Mann namens Worawut lagen insgesamt 12 Haftbefehle vor, die im Zusammenhang mit der Verschleppung thailändischer Staatsbürger nach Kambodscha stehen.
Festnahme in Pathum Thani
Der Verdächtige Worawut wurde am 01.03.2026 gegenüber dem Einkaufszentrum Future Park an der Phahonyothin Road im Gebiet Prachathipat im Bezirk Thanyaburi der Provinz Pathum Thani festgenommen.
Ihm werden unter anderem gemeinschaftliche Täuschung, Bedrohung, Gewaltanwendung und unrechtmäßiger Zwang zur Ausreise von Personen sowie das widerrechtliche Unterstellen dieser Personen unter die Kontrolle anderer zur Last gelegt.
Ermittler und Haftbefehle
Die Festnahme wurde von Pol Col Chaiyathipoom Amnuaychai, Leiter der Division 5 der Crime Suppression Division, und Pol Lt Col Panumas Saengbuakhao, stellvertretender Leiter derselben Einheit, koordiniert.
Zu den insgesamt 12 Haftbefehlen gehört ein Beschluss des Provinzgerichts Sa Kaeo mit der Nummer J.338/2565 vom 05.05.2022, weitere elf Haftbefehle betreffen ähnliche Tatvorwürfe.
Ursprung des Verfahrens
Der Fall geht auf einen Einsatz vom 10.04.2022 zurück, bei dem thailändische Behörden gemeinsam mit kambodschanischen Einsatzkräften 24 thailändische Staatsbürger aus der Gewalt eines chinesischen Arbeitgebers in Sihanoukville in Kambodscha befreiten.
Die Geretteten wurden anschließend in die Provinz Sa Kaeo zurückgebracht, wo die Auswertung der Beweise später zur Ausstellung der Haftbefehle gegen den nun Festgenommenen führte.
Rekrutierung und Kontrolle der Opfer
Nach Aussagen der Opfer soll Worawut von der Anwerbung über die Anreise bis zur Kontrolle vor Ort eine Schlüsselrolle gespielt und über Facebook vermeintliche Jobangebote in Kambodscha veröffentlicht haben.
Vor Ort seien den thailändischen Arbeitskräften die Mobiltelefone weggenommen, der Kontakt zur Familie unterbunden und die vereinbarten Löhne zurückgehalten worden.
Arbeit als Dolmetscher und Arbeitsregeln
Die Polizei teilte mit, der Verdächtige habe als Dolmetscher fungiert, direkte Anweisungen der chinesischen Auftraggeber übersetzt und an die thailändischen Opfer weitergegeben, während er deren Arbeit überwachte.
Die Betroffenen seien gezwungen gewesen, täglich Betrugsziele von 30.000 bis 50.000 Baht zu erreichen, zusätzlich habe es strikte Regeln wie ein Verbot gegeben, die Toilette länger als 12 Minuten zu benutzen, wobei bei Überschreitung 10 US-Dollar pro Minute als Geldstrafe verhängt worden seien.
Einsatz in Kambodscha und Aussage des Verdächtigen
Während des gemeinsamen Einsatzes thailändischer und kambodschanischer Beamter soll der Verdächtige versucht haben, die Befreiung zu behindern, indem er den Opfern sagte, es handle sich um „falsche Polizisten“, die sie weiterverkaufen würden.
Nach einem Bericht von Thaitabloid gab Worawut in der Vernehmung zu, als Dolmetscher für die chinesischen Arbeitgeber gearbeitet und dafür 25.000 bis 30.000 Baht pro Monat erhalten zu haben, bestritt jedoch, selbst für die Anwerbung der Opfer verantwortlich gewesen zu sein, und wurde für weitere rechtliche Schritte an die Polizeidienststelle Aranyaprathet überstellt.



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