BANGKOK, THAILAND – Die Schließung der Straße von Hormus inmitten neuer Kriegsgefahr im Nahen Osten lässt auch in Thailand die Alarmglocken läuten, weil das Land stark von Ölimporten abhängt. 178,1 Milliarden Baht an entgangenen Diesel-Steuereinnahmen aus den Jahren 2022 bis 2024 zeigen, wie teuer staatliche Preisbremsen am Ende werden können.
Hormus dicht – warum das Thailand sofort trifft
Die neue Eskalation zwischen USA, Israel und Iran und die damit verbundene Schließung der Straße von Hormus erhöht die Unsicherheit an den Rohstoffmärkten.
Für Thailand bedeutet jede Störung dieser Route ein direktes Risiko bei Transport, Verfügbarkeit und Preis von Rohöl, mit Folgen für Inflation, Produktionskosten und Lebenshaltung.
Rückblick 2022 – als der Ukraine-Krieg Ölpreise nach oben riss
Schon Anfang 2022 hatte der Krieg zwischen Russland und der Ukraine die Energiepreise weltweit nach oben getrieben, Dubai- und West-Texas-Öl lagen damals bei rund 90 US-Dollar pro Barrel.
Zwischen Mai und Juli 2022 verschärfte sich die Lage, Dubai-Öl kletterte im Schnitt auf 104 US-Dollar, während West Texas zwischen 101 und 105 US-Dollar schwankte.
Diesel an der Zapfsäule – wie Bangkok den Preisdeckel baute
Als die Belastung für den Oil Fuel Fund zunahm, griff das Kabinett zu einem klassischen Instrument: der Senkung der Diesel-Verbrauchsteuer.
Zwischen 2022 und 2023 beschloss die Regierung laut Rückblick acht Maßnahmen, um die Pumpenpreise zu dämpfen und einen breiteren wirtschaftlichen Dominoeffekt zu verhindern.
Acht Kabinettsbeschlüsse – die Bilanz der Steuersenkungen
Den Auftakt machte am 15. Februar 2022 eine Reduktion um 3 Baht pro Liter für drei Monate, später folgten mehrfach verlängerte Schritte von 5 Baht pro Liter, die sich über 2022 und bis ins Frühjahr 2023 zogen.
Unter dem späteren Regierungschef Srettha Thavisin kam am 13. September 2023 erneut ein Schnitt um 2,50 Baht pro Liter für drei Monate hinzu, der laut Bericht weitere 15 Milliarden Baht Steuerausfall brachte.
178,1 Milliarden Baht weniger – und ein Fonds tief im Minus
In Summe führten die Steuermaßnahmen von 2022 bis 2023 sowie eine weitere Senkung um 1 Baht pro Liter Anfang 2024 zu 178,1 Milliarden Baht weniger Steuereinnahmen.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Parallel rutschte der Oil Fuel Fund stark ins Minus, die Schuldenlast habe Mitte 2022 zeitweise über 130 Milliarden Baht erreicht, weshalb die Regierung eine Kreditlinie bis 150 Milliarden Baht mit dem Finanzministerium als Garant genehmigte.
Neuer Nahost-Krieg – der nächste Stresstest für die Regierung
Der aktuelle Konflikt mit Schwerpunkt in einer der wichtigsten Energie-Exportregionen der Welt birgt das Potenzial, eine noch größere Energiekrise auszulösen als die Verwerfungen nach Beginn des Ukraine-Kriegs.
Für die thailändische Regierung wird damit erneut zur Schlüsselfrage, wie ein Ölpreisschock abgefedert werden kann, ohne Staatshaushalt und Fonds ein weiteres Mal in eine teure Schieflage zu treiben.



Bin ja gespannt wie lange sie sich diese Subventionierung noch leisten können. Insbesondere da jetzt auch noch massive Einbrüche im internationalem Tourismusgeschäft drohen.