PATTAYA, THAILAND – Die Immigration Police Division 3 hat in Zentr al-Pattaya einen chinesischen Staatsbürger festgenommen, der laut Ermittlern über Online-Kanäle Lachgas und weitere illegale Produkte an junge Kunden verkauft haben soll. Bei der Razzia am 11. März stellten Beamte zudem eine Schusswaffe, Munition sowie Vape-Pods mit gefährlichen Zusätzen sicher.
Razzia in Zentr al-Pattaya nach Hinweisen aus der Szene
Ausgelöst wurde der Zugriff laut Polizei durch Informationen der Special Investigations Unit von Immigration Police Division 3, die einen Online-Vertrieb an Teenager und junge Erwachsene vermutete.
Die Ermittler lokalisierten daraufhin eine Wohnadresse in zentraler Lage von Pattaya und bereiteten einen Zugriff unter verdeckten Maßnahmen vor.
Kontrollkauf führt direkt zur Wohnungstür
Nach Überwachung setzten die Beamten auf einen kontrollierten Kauf und bestellten online einen Tank Lachgas für 2.400 Baht.
Als ein Motorradkurier die Lieferung brachte und der Verdächtige mit der Box vor die Tür trat, gaben sich die Beamten zu erkennen und nahmen ihn fest.
Waffen, Munition, Pods und Gasflaschen sichergestellt
Bei der Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben unter anderem eine unlizenzierte .38-mm-Kurzwaffe (TAUROS), einen Glock-Magazin, sowie umfangreiche Munition in mehreren Kalibern.
Ebenfalls beschlagnahmt wurden 30 Vape-Pod-Kartuschen (im lokalen Sprachgebrauch oft als Zombie Pods bezeichnet) und 17 Tanks mit Distickstoffmonoxid (N₂O), besser bekannt als Lachgas.
Verdacht – Etomidat als gefährlicher Zusatz in Vape-Produkten
Die Ermittler führen die sichergestellten Pods auf Etomidat zurück, ein kurz wirksames Narkosemittel, das medizinisch eingesetzt wird, aber in illegalen Mischungen als riskanter Zusatz gilt.
Behörden warnen, dass der Missbrauch solcher Produkte schwere neurologische Dämpfung, Dissoziation und lebensgefährliche Folgen auslösen kann.
Welche Straftaten im Raum stehen
Der Festgenommene räumte bei der ersten Befragung laut Polizei ein, Eigentümer der sichergestellten Gegenstände zu sein.
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Gegen ihn laufen nun Verfahren wegen unerlaubten Verkaufs von Arzneimitteln (Lachgas), illegalen Waffen- und Munitionsbesitzes sowie wegen Besitzes und Verbreitung von Betäubungsmitteln der Kategorie 2 ohne Genehmigung.
Warum Lachgas in Thailand ein rechtliches Minenfeld ist
Lachgas wird legal in Medizin, Lebensmittelverarbeitung und Industrie verwendet, doch der Freizeitverkauf fällt in Thailand unter strenge Vorgaben des Medicine Act von 1967 und angrenzende Regelwerke.
Nach Darstellung der Behörden können Verstöße mit bis zu fünf Jahren Haft und Geldstrafen geahndet werden, weshalb die Polizei den Online-Vertrieb besonders ins Visier nimmt.
Ermittler wollen Hintermänner und internationale Verbindungen prüfen
Der Fall passt nach Angaben der Immigration Police zu einer Linie, die Pol. Lt. Gen. Phanumast Boonyalaksami, Chef des Immigration Bureau, für härtere Maßnahmen gegen grenzüberschreitende Kriminalität vorgegeben habe.
Der Verdächtige und alle Beweismittel wurden an die Pattaya City Police Station übergeben, während die Ermittler nun nach möglichen Mittätern und Netzwerken im In- und Ausland suchen.
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Der Fall zeigt, wie schnell sich verbotene Substanzen über Lieferdienste und Messenger bis in den Alltag von Ausgehvierteln fressen und wie schwer Kontrolle im Onlinehandel geworden ist.
Sollten Behörden stärker gegen Plattformen und Lieferketten vorgehen oder vor allem Prävention an Schulen und in Nightlife-Hotspots ausbauen – was ist der wirksamere Weg?



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