CHIANG MAI – Ein Brite hat den radikalen Schnitt gewagt und lebt jetzt für weniger als ein Drittel seiner bisherigen Kosten in Thailand. Robert Hoadley tauschte das teure Leben in Portsmouth gegen ein entspanntes Dasein in Chiang Mai und genießt nun nach eigenen Angaben finanzielle Freiheit, ein warmes Klima und einen besseren Lebensstil.
Von 3.000 auf 800 Pfund im Monat
Robert Hoadley, 45, kehrte dem Vereinigten Königreich 2025 den Rücken. Zuvor musste er monatlich mehr als 3.000 GBP für seine Lebenshaltung stemmen.
Jetzt kommt er in Chiang Mai mit nur 800 GBP aus – und das bei einem Lebensstandard, der ihn nach eigenen Worten deutlich zufriedener macht.
Frust im Baugewerbe führte zum radikalen Cut
Hoadley hatte jahrelang im Baugewerbe geschuftet, oft unter langen Arbeitszeiten, ohne das wirkliche Gefühl von Freiheit. Die steigenden Rechnungen fraßen sein Einkommen nahezu auf.
Er wollte nicht bis zur Rente warten und entschloss sich zu einem drastischen Schritt: Er verkaufte alles, was er besaß, und zog mehr als 6.000 Meilen weit weg nach Nordthailand.
Vom Bauarbeiter zum Online-Erfolg
Heute arbeitet Hoadley als Content Creator und baut mehrere Online-Einkommensquellen auf. Auf seiner Plattform „Sea Turkey Adventures“ berichtet er über die Lebenshaltungskosten und das Auswandern.
Seine Videos wecken enormes Interesse: Einzelne Clips knacken die Marke von über 200.000 Aufrufen, und mehr als 6.000 Follower verfolgen regelmäßig seine Abenteuer.
Weniger saufen, mehr leben
Das tägliche Leben im warmen Chiang Mai empfindet der Brite als weit weniger stressig. Erschwingliche Fitnessstudios, Cafés, Schwimmbäder und Outdoor-Aktivitäten lassen ihm viel Raum für Gesundheit und Routine.
Ein kühles Pint gibt es bereits ab 2 GBP. Dennoch trinkt Hoadley nach eigener Aussage deutlich weniger als noch in der Heimat und konzentriert sich lieber auf Fitness.
Was der Brite an der Heimat vermisst
So glücklich Hoadley in Thailand ist – ganz ohne Wehmut geht es nicht. Seine Freunde und Familie fehlen ihm ebenso wie die traditionelle Pub-Kultur im UK.
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Auch bestimmte Lebensmittel sowie der spezielle britische Humor und Sarkasmus lassen sich in der Ferne nur schwer ersetzen, räumt der 45-Jährige offen ein.
Thailand bleibt sein neues Zuhause
Trotz allem Heimweh denkt Hoadley nicht an eine Rückkehr. Er baut sein Online-Geschäft weiter aus und bleibt seinem neuen Leben treu. Seine Geschichte steht für einen wachsenden Trend: Immer mehr Briten suchen im Ausland nach einer Möglichkeit, ihre Lebenshaltungskosten drastisch zu senken, während sie ihr Einkommen aus der Ferne bestreiten.
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Erstmal ist es für Körper und Geist einfacher, mit 45 auszuwandern als mit 65. Und wenn er genug Erspartes und Erlös vom Verkauf „von Allem“ hat, warum nicht. Nur, er muss die Jahre bis zur Rente überbrücken. Wenn das geht als Content Creator (was auch immer das ist), umso besser. Kann aber nicht jeder, behaupte ich mal. Britischen Humor und Sarkasmus kann er mit seinen Landsleuten doch weiterhin pflegen, bei Thais kommt man damit natürlich nicht weiter.
Da täuscht Du Dich! Der arme Kerl muss weit mehr als nur bis zur Rente überbrücken. Wer britische Renten der DWP kennt, weiß von was ich da schreibe. Falls der glauben sollte, nur ein halbes Berufsleben als Bauarbeiter einbezahlt zu haben reicht schon für eine auskömmliche Rente in Thailand, dann Gute Nacht.
Ich weiß nicht ob es stimmt, aber uns hat ein Engländer in Hua Hin erzählt, das er immer noch in England gemeldet ist und daher mindestens 2 x Jahr nach England zurück fliegt. Der Grund sei, das für Auslandsengländer die Rente auf die Höhe zum Rentenbeginn eingefroren wird und es bis zum letzten Tag keine Rentenerhöhung gebe.
Abgesehen davon, dass es kein Meldewesen in UK gibt, stimmt das mit der eingefrorenen DWP-Rente*. Zumindest für Thailand da es kein Sozialversicherungsabkommen mit UK hat. Anders als die Philippinen beispielsweise. Es genügt auch einen Wohnsitz in der EU zu haben. Ob es sich aber lohnt nur wegen der Rentenanpassungen zweimal jährlich nach UK zu fliegen bezweifle ich. Die fallen auch nicht viel höher aus als bei uns. Lediglich vor Parlamentswahlen, da gibt’s zufällig immer etwas mehr. Vor der letzten Wahl waren es plötzlich fast 10%. Die Rentenanpassungen finden dort im April statt und Renten werden auf wöchentlicher Basis errechnet und alle 4 Wochen ausbezahlt.
Viele Briten haben daneben noch private oder betriebliche Renten. Das läuft über Rentenfonds, die aber wesentlich weniger reguliert sind als wird das so kennen. Im Ergebnis stehen manche am Ende dann doch, mehr oder weniger wieder nur mit ihrer DWP-Rente da.
* DWP = Department for Work and Pension, sowas ähnliches wie unsere GRV.
Vom Bauarbeiter in England, ohne das wirkliche Gefühl von Freiheit, zum Content Creator (was auch immer das ist) in Thailand, bestimmt mit dem Gefühl von wirklicher Freiheit.
Ja Thailand ist das neue Land der unbegrenzten Möglichkeiten.