BANGKOK, Thailand – Mehrere Proteste gegen Israelis und Streitfälle mit israelischen Touristen sorgen in Thailand für Spannungen. Israels Botschafterin Alona Fisher-Kamm will verhindern, dass der Konflikt im Nahen Osten nach Thailand getragen wird. Sie sagte zudem, es falle ihr in Thailand weiterhin sehr schwer, das Wort „antisemitisch“ zu verwenden. Tourismus ist für die thailändische Wirtschaft von großer Bedeutung.
Proteste vor der Botschaft, jüdisches Fest abgesagt
In den vergangenen Wochen versammelten sich mehrfach Demonstranten vor der israelischen Botschaft in Bangkok. Bei einer Kundgebung unter Führung des ultraroyalistischen „Gelbhemden“-Anführers Sondhi Limthongkul zeigten Teilnehmer Schilder mit den Aufschriften „Juden raus“ und „Ihr Juden versteht die thailändische Kultur nicht, also geht“.
Auch auf Phuket gab es Proteste. Dort wurde ein Abendessen zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana kurzfristig abgesagt, weil die Veranstalter Gewalt befürchteten.
Vorwürfe wegen Respektlosigkeit
Im Mittelpunkt der Proteste stehen vor allem Vorwürfe gegen israelische Touristen. Ihnen wird vorgehalten, sich unhöflich zu verhalten und lokale Bräuche nicht zu respektieren.
Fisher-Kamm sprach von einer möglichen kulturellen Kluft zwischen Israelis und Thais. Sie räumte Fälle von Respektlosigkeit und schlechtem Benehmen ein, warnte aber davor, einzelne Vorfälle übermäßig aufzubauschen. Sie sagte außerdem, in sozialen Medien gebe es eine Kampagne, die Israelis und Thais voneinander trennen wolle.
Streit auf Koh Samui führt zu Abschiebung
Auf Koh Samui sorgten ein Franzose und seine thailändische Ehefrau für Schlagzeilen, nachdem sie israelischen Touristen den Zutritt zu ihrem Zoo verboten hatten. Als Begründung nannten sie schlechtes Verhalten.
Die thailändische Regierung ordnete in der vergangenen Woche die Abschiebung des Franzosen an. Sie verwies dabei auf mehrere Punkte und erklärte, sein Vorgehen könne religiöse Spannungen verschärfen.
Weitere Vorwürfe zu Schulen und Landbesitz
Israelische Staatsangehörige werden neben Bürgern anderer Länder beschuldigt, thailändische Strohmänner zu nutzen. Damit sollen Beschränkungen für den Besitz von Land und Unternehmen durch Ausländer umgangen werden.
Thailändische Medien berichteten zuletzt über mehrere Fälle. Dazu zählen eine mutmaßlich illegale Schule auf Koh Phangan, das wegen der dort lebenden Israelis auch „Little Tel Aviv“ genannt wird, sowie ein jüdischer Friedhof, auf dem nach Medienberichten auch nach Ablauf der Genehmigung Bestattungen stattgefunden haben sollen.
Botschafterin spricht mit Außenminister
Fisher-Kamm traf sich in der vergangenen Woche mit Außenminister Sihasak Phuangketkeow. Bei dem Gespräch ging es darum, wie die Spannungen verringert werden können.
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Sihasak stellte klar, dass Thailands Gastfreundschaft nicht bedeute, dass Touristen jeder Nationalität im Land tun könnten, was sie wollten. Wenn die Regierung nichts unternehme, könne dies die Beziehungen zwischen Thailand und Israel belasten.
Thailand bleibt für Israelis ein wichtiges Reiseziel
Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 420.000 Israelis Thailand. Das Land ist vor allem bei jungen Israelis beliebt, die ihren verpflichtenden Militärdienst beendet haben. Ein bilaterales Abkommen ermöglicht außerdem Zehntausenden Thais die Arbeit in Israel, vor allem in der Landwirtschaft.
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Die israelische Botschaft verbreitet inzwischen hebräische Broschüren mit Verhaltensregeln für Besucher. Sie werden über soziale Medien, Fluggesellschaften und Reisebüros weitergegeben. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass die Mehrheit der Befragten von Problemen mit dem Verhalten einzelner Israelis weiß und strikte Anwendung der Gesetze unterstützt.

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