KOH SAMUI, THAILAND – Bei einer Razzia auf Koh Samui haben Behörden und Polizei 13 Ziele ins Visier genommen. Nach Behördenangaben wurden zwölf Beschuldigte festgenommen oder stellten sich; ein ehemaliger stellvertretender Bürgermeister kündigte an, sich am Folgetag zu stellen, darunter Staatsbedienstete, thailändische Unterstützer und sieben Menschen aus Myanmar. Ihnen wird vorgeworfen, unrechtmäßig rosafarbene Ausländerausweise beschafft zu haben.
13 Ziele auf Koh Samui durchsucht
Am 16. September 2026 rückten Beamte der Bezirksverwaltung, der Polizei und der Ermittlungsgruppe des Zentrums zur Bekämpfung von Melderegisterbetrug aus. Durchsucht wurden 13 Ziele im Bezirk Koh Samui in der Provinz Surat Thani.
Während die Einsatzkräfte sich vorbereiteten, stellte sich auch Satit Chuchuea den Behörden. Ihm wurde die Unterstützung einer Straftat vorgeworfen. Ein Ermittlungsbeamter der Polizeistation Koh Samui verlas den Haftbefehl und die Vorwürfe, die Satit zur Kenntnis nahm.
Beamte, Thailänder und sieben Menschen aus Myanmar betroffen
Zu den Beschuldigten zählen nach Angaben der Behörden zwei Staatsbedienstete. Ein ehemaliger stellvertretender Bürgermeister von Koh Samui kündigte an, sich am folgenden Tag zu stellen, da er noch aus der Provinz Satun unterwegs war. Ein zuständiger Sachbearbeiter für Melderegister und Ausweise der Stadtverwaltung Koh Samui stellte sich bei der Polizeistation.
Vier thailändische Unterstützer meldeten sich ebenfalls bei der Polizei. Sieben Menschen aus Myanmar wurden in ihren Unterkünften im Gebiet des Verwaltungsbezirks Bo Phut festgenommen und zur weiteren Bearbeitung zur Polizeistation Koh Samui gebracht. Die Behörde sprach insgesamt von zwölf Festnahmen oder freiwilligen Übergaben, nannte in der Aufschlüsselung jedoch zwei, vier und sieben Personen.
Ermittler schildern Vorgehen mit falschen Angaben
Nach den bisherigen Ermittlungen soll die Gruppe Rohingya mit myanmarischer Staatsangehörigkeit und gültigen Reisepässen dazu gebracht haben, sich als Personen ohne Ausweispapiere auszugeben. Auf dieser Grundlage sollten bei der Stadtverwaltung Koh Samui Melderegisterdaten angelegt und sogenannte Nullnummern-Ausweise beantragt werden.
Anschließend wurden die Betroffenen nach Angaben der Ermittler zum Bezirksamt Koh Samui gebracht, um dort fotografiert zu werden und die rosafarbene Karte zu erhalten. Das Bezirksamt stellt diese Karte aus, wenn die von der Stadtverwaltung bestätigten Unterlagen vorliegen.
Welche Rechte die rosafarbene Karte bietet
Die rosafarbene Identitätskarte trägt eine 13-stellige Nummer, die bei ausländischen Arbeitnehmern und ihren Angehörigen mit einer Null oder zwei Nullen beginnt. Sie kann im Alltag als Identitätsnachweis dienen, etwa bei Behörden, Krankenhäusern, Banken, beim Kauf einer SIM-Karte oder bei Reisen innerhalb Thailands.
Die Karte kann außerdem einen vorübergehenden Aufenthalt nach den jeweiligen Beschlüssen des Kabinetts ermöglichen. Eine Arbeit ist nur mit einer gültigen Arbeitserlaubnis erlaubt. Für Kinder und Menschen ohne Melderegisterstatus können staatlich festgelegte Grundangebote im Gesundheits- und Bildungsbereich zugänglich sein.
Kein Ersatz für Staatsangehörigkeit oder Visum
Mit der Karte erhalten die Inhaber nicht die gleichen Rechte wie thailändische Staatsbürger. Dazu gehören weder das Wahlrecht noch ein automatischer Anspruch auf die Umwandlung in die thailändische Staatsangehörigkeit.
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Die Karte ersetzt auch kein Visum und befreit nicht von der 90-Tage-Meldung bei der Einwanderungsbehörde. Die darin enthaltenen Rechte gelten nur im Rahmen der jeweils festgelegten Aufenthaltsregelungen.
Ermittlungen nach früherem Fall in Don Sak ausgeweitet
Der Einsatz auf Koh Samui folgte auf Ermittlungen gegen Menschen aus Myanmar im Bezirk Don Sak in der Provinz Surat Thani. Danach gingen bei den Behörden Beschwerden über die unrechtmäßige Nutzung von Nullnummern-Ausweisen und Karten für Menschen ohne thailändische Staatsangehörigkeit oder Melderegisterstatus auf Koh Samui ein.
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Die Ermittler kamen nach eigenen Angaben zu dem Ergebnis, dass Menschen aus Myanmar solche Karten unrechtmäßig erhalten hatten. Das Zentrum zur Bekämpfung von Melderegisterbetrug kündigte an, weitere Fälle zu prüfen und Verstöße gegen die Meldevorschriften konsequent zu verfolgen.

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