USA prüfen neue Zölle gegen Thailand

Derzeit gelten 12,5 Prozent Zoll auf Importe. Eine Überkapazitäten-Untersuchung könnte weitere Zölle bringen. Die Verhandlungen laufen weiter.

USA prüfen neue Zölle gegen Thailand
Nation

BANGKOK – Thailand drohen zusätzliche US-Zölle, bevor das geplante ART-Abkommen mit Washington abgeschlossen ist. Auslöser könnte eine laufende Untersuchung zu Überkapazitäten sein. Die genaue Höhe möglicher Abgaben ist offen, während Bangkok noch an den Inhalten der Vereinbarung arbeitet.

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Neue US-Zölle könnten vor dem Abkommen kommen

Thailand zahlt derzeit einen US-Zoll von 12,5 Prozent. Diese Abgabe basiert auf Abschnitt 301 des US-Handelsgesetzes und betrifft Maßnahmen gegen die Einfuhr von Waren, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden.

Eine separate Untersuchung zu Überkapazitäten könnte weitere Zölle bringen, bevor Thailand seine Verhandlungen über das ART-Abkommen beendet. Chotima sagte, der Zeitpunkt einer US-Entscheidung sei offen, eine Bekanntgabe könne aber näher rücken.

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Früherer Zoll von 19 Prozent wurde aufgehoben

Thailand war zuvor mit einem sogenannten Gegenzoll von 19 Prozent belegt worden. Diese Maßnahme wurde zurückgenommen, nachdem der US Supreme Court im Februar 2026 die rechtliche Grundlage dafür verworfen hatte.

Washington verfolgt seitdem andere handelspolitische Instrumente, darunter Untersuchungen nach Abschnitt 301. Für diese Regelung gibt es laut Chotima keine feste Obergrenze bei den Zollsätzen.

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Thailändische Exporteure fürchten Wettbewerbsnachteile

Falls die US-Abgaben für Thailand höher ausfallen als für konkurrierende Länder, könnten thailändische Waren auf dem US-Markt an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Chotima verwies dabei auf die möglichen Folgen für die Exporteure.

Ein abgeschlossenes ART-Abkommen könnte Thailand eine Behandlung näher an der von Malaysia und Indonesien bringen. Beide Länder unterliegen bei der Maßnahme im Zusammenhang mit Zwangsarbeit einem Satz von 10 Prozent, der jedoch an bestimmte Einfuhrverbote oder Zusagen gebunden ist und nicht automatisch mit der Unterzeichnung eines Abkommens gilt. Malaysia und Indonesien sind ebenfalls von der Überkapazitäten-Untersuchung betroffen; insgesamt führt die Mitteilung des USTR vom März 2026 16 Volkswirtschaften auf, darunter Thailand, Malaysia, Indonesien und Vietnam.

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Thailand weist US-Daten zu Produktion und Weiterleitung zurück

Suphajee sagte, Thailand habe den USA detaillierte Informationen und Belege zu den Vorwürfen der Warenweiterleitung übermittelt. Drei untersuchte Industriegruppen hätten keine Verstöße begangen.

Nach thailändischen Angaben liegt deren Produktionskapazität bei 75 bis 100 Prozent. Die US-Seite sei zuvor von weniger als 60 Prozent ausgegangen. Thailand hält diese Einschätzung für veraltet und will die Daten mit dem Department of Foreign Trade aktualisieren.

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US-Behörden prüfen Verhältnis von Produktion und Exporten

Chotima erklärte, die US-Bedenken seien teilweise durch ein aus Washington angenommene Missverhältnis zwischen Thailands Produktionskapazität und den Exportmengen in die USA ausgelöst worden.

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Dadurch sei die Frage aufgekommen, ob Waren aus anderen Ländern beteiligt sein könnten. Thailand will mit aktualisierten Angaben zeigen, wie hoch die tatsächliche heimische Produktion ist.

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Verhandlungen über das ART-Abkommen laufen weiter

Die Verhandler arbeiten noch an einem Entwurf mit zahlreichen Bestimmungen und offenen Punkten. Die thailändische Seite hatte Anfang September eine Einigung über die Hauptbedingungen gemeldet, technische Teams sollten danach die verbleibenden Details klären.

Suphajee wollte weiter auf positive Nachrichten hoffen. Einen genauen Termin für den Abschluss konnte Chotima jedoch nicht nennen. Die Gespräche finden in den USA, per Videokonferenz und zwischen mehreren thailändischen Ministerien statt.

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Treffen mit Trump soll weitere Vorschläge bringen

Suphajee sagte, Thailand wolle den inhaltlichen Rahmen vor der Reise von Anutin und seiner Delegation in die USA vereinbaren. Dort werde im Zusammenhang mit dem Forum der Vereinten Nationen ein weiteres Treffen mit Trump erwartet.

Konkrete Zollzahlen wurden bislang nicht veröffentlicht. Anutin soll einen Sondervorschlag direkt mit Trump besprechen, während das Handelsministerium die Inhalte des Abkommens fertigstellt.

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Abkommen braucht Zustimmung in Thailand

Selbst ein fertiger Verhandlungstext würde in Thailand nicht sofort gelten. Zunächst wäre die Zustimmung des Kabinetts nötig. Nach der Unterzeichnung müssten öffentliche Anhörungen stattfinden und das Abkommen über das normale Verfahren dem Parlament vorgelegt werden.

Chotima ordnete das ART als internationales Abkommen ein. Der Ablauf sei daher in wichtigen Punkten mit dem Verfahren für ein Freihandelsabkommen vergleichbar. Die Vereinbarungen der USA mit Indonesien und Malaysia seien trotz ihrer Unterzeichnung ebenfalls noch nicht in Kraft getreten.

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ART betrifft Marktzugang und ist kein neues Freihandelsabkommen

Berichte über Gespräche in sechs Warengruppen oder Kapiteln beziehen sich laut Chotima auf den bestehenden ART-Rahmen und nicht auf den Start eines neuen bilateralen Freihandelsabkommens. Die vertraulichen Detailbestimmungen seien noch nicht veröffentlicht. Thailand orientiert sich dabei laut Chotima an einem ähnlichen Ansatz wie bei den US-Abkommen mit Malaysia und Indonesien sowie am NTE-Bericht des USTR zu ausländischen Handelshemmnissen.

Zu den US-Forderungen gehören demnach der Abbau thailändischer Handelsschranken, bessere Bedingungen für Investitionen und ein leichterer Zugang zum thailändischen Markt für US-Unternehmen. Geplante Käufe von US-Flugzeugen, Futtermais und Sojaschrot bleiben Teil des Verständnisses, doch die Regierung kann private Firmen nicht zu bestimmten Abnahmemengen verpflichten.

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Weitere Handelsgespräche mit der EU

Thailand verhandelt getrennt von den US-Gesprächen über ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der Abschluss ist bis Ende 2026 angepeilt.

Das Department of Trade Negotiations erklärte, der Schutz nationaler Interessen habe Vorrang vor einem schnellen Abschluss. Thailand will die offenen US-Fragen weiter über Gespräche und aktualisierte Produktionsdaten bearbeiten.

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Thailand will die ART-Verhandlungen fortsetzen, während eine zusätzliche US-Zollentscheidung weiterhin aussteht.

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Quelle: Nation (Business) Thailand

6 Kommentare zu „USA prüfen neue Zölle gegen Thailand“

  1. Ein Teil der Verhandlungen mit der EU sollte eine Gleichbehandlungsklausel enthalten.
    Thais dürfen in DACH keinen Grund/Boden erwerben,
    Thais müssen überall den zehnfachen Eintritt bezahlen.
    …oder wir dürfen in Thailand Grundstücke besitzen und zahlen Eintritte auf Thai Niveau.

    1. Antwort auf: Peter Pepermans

      Es ist ja bekannt, dass Thailand wie auch Deutschland so ihre Probleme mit dem Pisa-Test haben. Da brauchen die hier nicht noch zusätzlich so einen Peter Pepermans. Ergo bleib in Laos wo alles angeblich viel, viel friedlicher, ruhiger, gesitteter zugeht.
      👍

    2. Antwort auf: Peter Pepermans

      Köstlich! Ausgerechnet Herr Pepermans, der kein gutes Haar an Thailand lässt und sich nach Laos abgesetzt hat, fordert jetzt Grundbesitz für Farangs in Thailand. Plant da etwa jemand heimlich die Rückkehr, weil es im laotischen Exil doch nicht so rosig läuft? Erst tagein, tagaus meckern und dann trotzdem ein Stückchen Thai-Boden abhaben wollen – genau mein Humor!

      1. Antwort auf: Marc

        Zeig mir, dass du keine Ahnung von Wirtschaft hast, ohne zu sagen, dass du keine Ahnung von Wirtschaft hast. 🤡 Marc, Zölle zahlt am Ende der amerikanische Verbraucher an der Supermarktkasse, nicht der thailändische Exporteur. Aber träum ruhig weiter von fettem Jubel!

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