BANGKOK, Thailand – Der Zoll hat seit dem 1. Januar mehr als 4 Milliarden Baht an Einfuhrabgaben und Mehrwertsteuer auf ausländische Online-Bestellungen eingenommen. Mehr als 225 Millionen importierte Waren im Wert von rund 14 Milliarden Baht generierten diese Einnahmen. Damit liegt die Einnahme über dem ursprünglichen Ziel von 3 Milliarden Baht.
Online-Waren bringen mehr als 4 Milliarden Baht
Zoll-Generaldirektor Phanthong Loykulnan teilte am 14. September mit, dass die Einnahmen aus den besteuerten Online-Importen die Erwartungen übertroffen haben. Seit Jahresbeginn werden Einfuhren ab dem ersten Baht mit Abgaben und Mehrwertsteuer belastet.
Für Ausländer in Thailand wird das vor allem beim Einkauf auf ausländischen Webseiten und Marktplätzen spürbar. Eine Freigrenze für günstige Online-Importe gibt es nicht mehr, der Endpreis kann daher über dem angegebenen Kaufpreis liegen.
Lokale Händler sollen stärker profitieren
Die Maßnahme stieß nach Angaben von Phanthong bei der Thailändischen Handelskammer und dem Handelsrat von Thailand auf Zustimmung. Beide Organisationen erwarten fairere Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen im Land.
Die Einfuhren verschiedener Waren aus dem Ausland hätten begonnen, sich zu stabilisieren. Verbraucher wichen zunehmend auf Plattformen aus, die Händler mit Sitz in Thailand anbieten.
Behörden prüfen falsche Herkunftsangaben
Das Zollamt arbeitet mit dem Außenhandelsamt zusammen, um Waren mit der falschen Kennzeichnung „Made in Thailand“ aufzuspüren. Hintergrund ist die strengere Prüfung der Herkunft thailändischer Exporte durch die USA.
Phanthong bezeichnete das Problem als nicht weit verbreitet, bestätigte aber einzelne Fälle. Die Behörden wollen prüfen, ob die betroffenen Anlagen tatsächlich Waren in Thailand herstellen.
Abgedeckte Maschinen bei Kontrollen
Bei einigen kontrollierten Fabriken fanden die Behörden gültige Betriebslizenzen und große Maschinen vor. Die Maschinen waren nach Angaben des Zollchefs jedoch mit Planen abgedeckt.
Phanthong sagte, dass das Problem teilweise darauf zurückzuführen sein könnte, dass der Index der Industrieproduktion neue Branchen nicht vollständig abbildet. Teile der Datengrundlage stammten weiterhin aus traditionellen Industriezweigen.
Einnahmen des Zollamts steigen auf 590 Milliarden Baht
In den ersten elf Monaten des Haushaltsjahres 2026, von Oktober 2025 bis August 2026, nahm das Zollamt rund 590 Milliarden Baht an Steuern und Gebühren für andere Behörden ein. Das waren 9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Für das gesamte Haushaltsjahr werden mehr als 600 Milliarden Baht erwartet. Im vergangenen Haushaltsjahr hatte die Summe bei 596 Milliarden Baht gelegen.
Mehrwertsteuer treibt Einnahmen
Die für das Finanzamt eingezogene Mehrwertsteuer erreichte in den elf Monaten 380 Milliarden Baht. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 11 Prozent, den das Zollamt mit dem starken Wachstum von Importen und Exporten in Verbindung brachte.
Zölle machen laut Phanthong nur einen kleinen Teil der Einnahmen aus, weil Freihandelsabkommen mit vielen Ländern die Einfuhrzölle für die meisten Waren auf null senken. Pro 100 Baht Importwert fallen demnach im Schnitt nur etwa 0,82 Baht Zoll an, während der größere Teil aus Steuern und Gebühren für andere Behörden stammt.
Lesen Sie auch: Die Hintergründe strengerer Kontoprüfungen bei Ausländern
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
Lesen Sie auch: Hackerangriff auf Thailands Netzbetreiber 3BB

Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: