Thailand hat sein Einreisesystem zum 15. September umgebaut – still, ohne große Ankündigung, aber mit spürbaren Konsequenzen. Wer bisher mit 60 Tagen im Stempel kalkuliert hat, bekommt jetzt 30. Wer geschäftlich einreisen wollte und kein Visum beantragt hat, steht vor einem Problem. Und wer glaubt, ein schneller Grenzübertritt löst alles, hat die neuen Regeln noch nicht gelesen. Höchste Zeit, das zu ändern.
Was sich am 15. September geändert hat
Wer ohne Visum nach Thailand einreist, bekommt 30 Tage. Nicht 60. Die Übergangsregelung aus dem Juli 2024 ist Geschichte. Das Innenministerium hat vier Bekanntmachungen im Royal Gazette veröffentlicht, in Kraft getreten nach 15 Tagen. Wer bis zum 14. September eingereist war, behielt seinen 60-Tage-Stempel – wer danach landete, bekommt 30.
Dass die Hälfte der erlaubten Zeit einfach wegfällt, ist unangenehm genug. Aber die zweite Änderung trifft einen ganz anderen Personenkreis härter: Die visumfreie Einreise gilt jetzt ausschließlich für Tourismus. Wer geschäftlich nach Thailand fliegt – für ein Meeting, eine Messe, einen Kundentermin – braucht ab sofort ein Visum. Kein Stempel mehr, kein Durchwinken am Counter.
Business-Einreise ohne Visum ist vorbei
Bisher erlaubte die visumfreie Einreise offiziell drei Zwecke: Urlaub, kurzfristige geschäftliche Termine und dringende einmalige Arbeitseinsätze. Genau das hat die Regierung jetzt gestrichen. Übrig bleibt: Tourismus. Wer das ignoriert und trotzdem geschäftlich einreist, riskiert die Abweisung am Schalter – die Beamten dürfen bei Zweifel an der Einreiseabsicht den Zutritt verweigern.
Das betrifft jeden, der für eine Woche zum Kunden fährt, auf einer Konferenz spricht oder eine Anlage in Betrieb nimmt. Für solche Fälle ist das Non-Immigrant-Visum Typ B der richtige Weg – und der muss vor dem Abflug beantragt werden. Wer das erst am Flughafen herausfindet, hat ein Problem.
Kurzurlaub bis 30 Tage – wer problemlos durchkommt
Für einen klassischen Urlaub bis vier Wochen hat sich im Kern nichts geändert. Reisepass mit mindestens sechs Monaten Restgültigkeit, Rückflugticket, genug Geld auf dem Konto – und die Passkontrolle läuft durch. Die Beamten können nach Barmitteln fragen: Der Richtwert liegt bei 10.000 Baht pro Person. Wer das nicht vorweisen kann, riskiert eine längere Unterhaltung am Schalter.
Einmal, direkt vor Ort beim zuständigen Immigration Office, lässt sich der 30-Tage-Aufenthalt um weitere 30 Tage verlängern. Kostet 1.900 Baht, braucht einen gültigen Reisepass, ein Passfoto und einen Unterkunftsnachweis. Muss vor Ablauf der Frist beantragt werden. Wer das rechtzeitig macht, kommt auf 60 Tage – ohne Visum, ohne Grenzüberquerung.
Wer länger bleiben will: das klassische Touristenvisum
Wer von vornherein weiß, dass die Reise länger als 30 Tage dauert, fährt mit dem Touristenvisum TR besser. Es gibt 60 Tage Aufenthalt ab Einreise, verlängerbar auf 90 Tage vor Ort für 1.900 Baht. Beantragt wird online über das E-Visa-Portal der thailändischen Regierung. Botschaftsgebühr: rund 35 Euro für die Einfacheinreise. Bearbeitungszeit zehn bis 15 Werktage, frühestens drei Monate vor der geplanten Einreise möglich.
Wer mit dem Touristenvisum einreist und das Land danach verlässt, verliert die Aufenthaltserlaubnis – außer er hat sich vorher einen Re-Entry Permit beim Immigration Office besorgt. Einfachversion: 1.000 Baht. Mehrfachversion: 3.800 Baht. Wer das vergisst, steht vor der Wahl: neues Visum beantragen oder ohne gültigen Status zurückfliegen.
Vielreisende: das Multiple Entry Tourist Visa
Wer mehrmals im Jahr nach Thailand kommt – sei es für Urlaub, ein verlängertes Winterquartier in Etappen oder einfach weil die Region im Lebensmittelpunkt steht – sollte das METV kennen. Das Multiple Entry Tourist Visa ist sechs Monate gültig und erlaubt mehrfache Einreisen, jedes Mal 60 Tage Aufenthalt. Der Finanznachweis liegt bei 200.000 Baht – etwa 5.200 Euro. Das klingt nach viel, ist aber kein Depot: Es reicht, dass der Betrag zum Zeitpunkt der Beantragung vorhanden ist.
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Ein praktischer Kniff: Wer kurz vor Ende der sechsmonatigen Gültigkeit noch einmal einreist, darf danach die vollen 60 Tage bleiben. In der Praxis sind das fast acht Monate Spielraum mit einem einzigen Visum. Für alle, die regelmäßig und flexibel zwischen Thailand und Europa pendeln wollen, ist das METV die sauberste Lösung.
Digital Nomads und Workation: das DTV
Das Destination Thailand Visa ist für einen bestimmten Typ Reisender gemacht: wer remote für eine ausländische Firma arbeitet und länger bleiben will, ohne den Beruf zu pausieren. Fünf Jahre Laufzeit, 180 Tage pro Einreise, einmalig verlängerbar um weitere 180 Tage für 1.900 Baht. Finanziell muss man 500.000 Baht nachweisen – rund 13.000 Euro.
Wer das DTV für eine Thai-Sprachschule nutzen wollte, hat seit 2025 Pech: Das Außenministerium hat Sprachschulen aus der sogenannten Soft-Power-Kategorie gestrichen. Geblieben sind zertifizierte Muay-Thai-Camps und Kochkurse. Und wer ohne echte Verträge oder Rechnungen antritt, bekommt eine Ablehnung. Das Portal prüft das.
Geschäftsreisende: Non-B beantragen, bevor das Ticket gebucht ist
Wer beruflich nach Thailand muss, braucht das Non-Immigrant-Visum Typ B. Es erlaubt 90 Tage Aufenthalt, kommt als Einzel- oder Mehrfacheinreise und erfordert: Firmenpapiere, ein Einladungsschreiben des thailändischen Geschäftspartners und einen Finanznachweis über mindestens 30.000 Baht. Beantragt wird online über das E-Visa-Portal – wer die Unterlagen nicht selbst zusammenstellen will, kann ein Visa-Beratungsbüro einschalten.
Zehn Werktage Bearbeitungszeit sind der Richtwert – in der Praxis kann es länger dauern. Wer das Visum erst beantragt, wenn der Flug bereits gebucht ist, lebt gefährlich. Gültig ist das Non-B 90 Tage ab Ausstellung, nicht ab Einreise. Zu früh beantragt, Reise verschoben – und plötzlich läuft die Uhr schon vor dem ersten Flug.
Landgrenzen und Border-Runs – was noch geht
Über Landgrenzen visumfrei einreisen – das war jahrelang der Klassiker für alle, die einfach mehr Zeit im Land haben wollten. Jetzt gilt: Über Landübergänge sind visumfreie Einreisen auf maximal zwei Mal pro Kalenderjahr begrenzt. Wer öfter will, braucht ein Visum. Und wer an der Grenze nicht überzeugend erklären kann, warum er schon wieder da ist, kann abgewiesen werden.
Für reine Touristen ohne Grenz-Routine ist das kaum relevant. Relevant wird es für alle, die Thailand als Basiscamp nutzen und bisher auf wiederholte Kurzausreisen gesetzt haben. Die Lösung ist dieselbe wie sonst: das richtige Visum im Vorfeld beantragen, statt auf Grenzstempel zu spekulieren.
TDAC: das Formular, das alle brauchen
Unabhängig vom Visumsstatus muss jeder, der nach Thailand einreist, die Thailand Digital Arrival Card ausfüllen – frühestens 72 Stunden vor der Ankunft, spätestens vor der Passkontrolle. Einzige offizielle Seite: tdac.immigration.go.th. Kostenlos. Wer auf anderen Seiten landet und zur Kasse gebeten wird, hat die falsche Seite erwischt. Nach dem Absenden kommt per E-Mail ein QR-Code – der wird am Schalter vorgezeigt.
Die TDAC ist kein Visum und kein Visumsersatz. Sie ist schlicht die digitale Einreisemeldung, die seit Mai 2025 das Papierformular TM6 ersetzt. Pro Einreise eine neue TDAC – wer wiederkommt, muss neu ausfüllen.
Hinweis der Redaktion
Dieser Artikel gibt den Stand vom 15. September 2026 wieder. Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern. Vor der Reise empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Website der thailändischen Botschaft im jeweiligen Land oder das E-Visa-Portal unter thaievisa.go.th. Hinweis: Dieser Artikel enthält Links zu unseren Werbepartnern.

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