BANGKOK, Thailand – Zwei ausländische Patienten haben in Thailand einen personalisierten Krebsimpfstoff erhalten. Die einjährige Behandlung kostet derzeit rund 4 bis 7 Millionen Baht, könnte nach erfolgreichem Abschluss des Projekts und einer anschließenden Ausweitung auf staatliche Krankenhäuser auf knapp 1 Million Baht sinken.
Zwei Patienten erhalten die Behandlung
Ein Patient kommt aus Australien, der andere aus dem Nahen Osten. Beide wurden im Rahmen eines Projekts behandelt, das Forschung und Patientenversorgung verbindet und an dem die Chulalongkorn-Universität sowie ein privates Krankenhaus beteiligt sind.
Nach Angaben von Dr. Mingkwan Suphannaphong, Direktorin der Government Pharmaceutical Organization, richtet sich das Programm derzeit an zahlungskräftige Patienten und sammelt dabei Patientenfälle. Die beiden Ausländer wählten Thailand, weil die Behandlung dort günstiger war als in ihren Heimatländern.
Ein Jahr Behandlung kostet bis zu sieben Millionen Baht
Die aktuelle Behandlung besteht nach bisheriger Planung aus vier Impfstoffgaben innerhalb eines Jahres und kostet etwa 4 bis 7 Millionen Baht. Damit ist sie zwar günstiger als vergleichbare Behandlungen im Ausland, bleibt für thailändische Patienten aber teuer.
In staatlichen Krankenhäusern gibt es bisher keine Fälle, weil der personalisierte Krebsimpfstoff noch nicht Bestandteil des Leistungspakets ist. Patienten müssen die Kosten deshalb vollständig selbst tragen.
Staatliche Kliniken könnten den Preis deutlich senken
Wenn das Projekt erfolgreich abgeschlossen und auf staatliche Häuser wie das Rajavithi Hospital ausgeweitet wird, könnten die Kosten laut Mingkwan auf knapp 1 Million Baht fallen. Einsparungen bei Unterkunft und Serviceleistungen privater Kliniken sollen dabei helfen.
Die Behandlung könnte damit näher an die Kosten herkömmlicher Krebstherapien heranrücken. Die Government Pharmaceutical Organization entwickelt den Impfstoff gemeinsam mit Seqker Biosciences und der medizinischen Fakultät der Chulalongkorn-Universität. Die Zusammenarbeit basiert auf einer am 1. Dezember 2022 unterzeichneten Absichtserklärung zur Förderung von Präzisionsmedizin und Innovationen in der Krebsbehandlung in Thailand.
Der Impfstoff wird für jeden Patienten hergestellt
Der personalisierte Krebsimpfstoff soll bestehende Tumore behandeln. Er regt das Immunsystem an, Krebszellen genauer zu erkennen und anzugreifen. Eine vorbeugende Impfung ist er nicht.
Für jeden Patienten wird zunächst eine Tumorprobe genetisch untersucht. Dabei suchen die Forscher nach Veränderungen und prüfen, wie diese die Eiweißproduktion beeinflussen. Die daraus gewonnenen genetischen Informationen dienen anschließend dazu, Proteine für einen individuell abgestimmten Impfstoff herzustellen.
Begleitend zu normalen Krebsmedikamenten
Patienten mit derselben Krebsart können unterschiedliche genetische oder Eiweißveränderungen aufweisen. Deshalb wird der Impfstoff nicht als Standardmittel für alle Patienten mit derselben Diagnose hergestellt.
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Der personalisierte Impfstoff muss nach Angaben der Government Pharmaceutical Organization zusammen mit den üblichen Krebsmedikamenten eingesetzt werden. Internationale Forschungsprojekte untersuchen personalisierte Krebsimpfstoffe unter anderem bei Haut-, Nieren-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, insbesondere in Kombination mit Immuntherapie. In Thailand wurden Patienten mit Brust-, Magen- und Darmkrebs in die Forschung einbezogen. Das thailändische Entwicklungsprogramm nutzt zudem Genomsequenzierung, Bioinformatik und die heimische Impfstoffproduktion; gegenüber Europa oder den USA wurde ein potenzieller Kostenvorteil um das Vier- bis Fünffache berichtet.
Kleine Patientengruppe wird bis 2026 überwacht
In der aktuellen Forschungsphase sollen etwa sieben bis zehn Patienten behandelt und beobachtet werden. Im Mittelpunkt stehen die regelmäßige Anwendung, Nebenwirkungen und die Reaktion auf die Behandlung.
Mingkwan ordnete das Projekt einer Phase-3- oder Phase-4-Studie zu. Die Phasen 1 und 2 seien bereits abgeschlossen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wird nach ihren Angaben bis Ende 2026 erwartet.
Produktion soll nahe bei den Patienten liegen
Die Government Pharmaceutical Organization prüft als Produktionsstandort das ursprüngliche Gelände an der Rama-VI-Straße gegenüber dem Ramathibodi Hospital. Mingkwan hält den Standort für geeigneter als Anlagen in Rangsit oder Saraburi, weil Herstellung und Lieferung schnell auf die einzelnen Patienten abgestimmt werden müssten.
Für Ziele wie Phuket könnte der Impfstoff mit Inlandsflügen transportiert werden. Die Lieferung soll dabei höchstens drei Stunden dauern. Als weitere Herausforderungen nannte Mingkwan die Ausweitung der Produktion sowie die Organisation von Behandlung und Betreuung.
Langzeitvisa und Behandlung in Phuket geplant
Nach der Behandlung eines dritten Patienten will das Projekt seine Daten zusammenstellen und dem Außenministerium einen Vorschlag für langfristige medizinische Visa vorlegen. Ausländische Patienten, die wiederholt Impfstoffgaben benötigen, könnten dann länger in Thailand bleiben, statt mehrfach ein- und auszureisen.
Mingkwan sprach zunächst von etwa vier Behandlungen pro Jahr und später von vier oder sieben Impfstoffgaben. Als mögliche Ergänzung zu Bangkok wurde ein Pilotbereich in Phuket genannt, in dem Patienten bleiben und behandelt werden könnten.
So können sich Patienten informieren
Interessenten müssen zunächst von Krebsspezialisten der teilnehmenden Krankenhäuser nach festgelegten Kriterien untersucht werden. Erst danach kann geprüft werden, ob sie für das Projekt infrage kommen.
Anfragen sind über das Formular der Government Pharmaceutical Organization, über das LINE-Konto @gpocancervaccine oder telefonisch unter 02 203 8541 möglich.

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