10 Jahre getäuscht! Gesuchter Chinesen-Boss verhaftet

Bei drei Firmen in Samut Sakhon entdeckten Ermittler Vermögenswerte von rund 600 Millionen Baht. Auch der Sohn steht wegen einer mutmaßlich falschen Identität im Fokus.

10 Jahre getäuscht! Gesuchter Chinesen-Boss verhaftet
ThaiRath

Samut Sakhon, Thailand – Thailändische Behörden haben einen von China gesuchten Mann festgenommen, der sich nach den bisherigen Ermittlungen mehr als zehn Jahre lang mit einer anderen Identität in Thailand aufgehalten haben soll. Er soll als „Mr. Myo“ mit einem myanmarischen Pass aufgetreten sein und gemeinsam mit seinem Sohn ein Netzwerk aus drei Firmen mit Grundstücken und Anlagen im Wert von rund 600 Millionen Baht betrieben haben. Der Fall betrifft auch den Verdacht auf thailändische Scheinanteile und eine unrechtmäßige Identität im Melderegister.

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Festnahme nach Identitätsprüfung

Am 16. September nahmen Polizeieinheiten, die Behörde für Provinzverwaltung, die Geldwäschebehörde und der Gouverneur der Provinz Samut Sakhon den Mann sowie seinen Sohn fest. Grundlage der Ermittlungen war unter anderem ein Abgleich des Gesichtserkennungssystems der Einwanderungsbehörde.

Die Prüfung ergab den Verdacht, dass „Mr. Myo“ tatsächlich Mr. Li, ein chinesischer Staatsangehöriger, sein könnte. Die chinesischen Behörden suchen ihn wegen des Vorwurfs, Korruption bei einem staatlichen Projekt unterstützt zu haben.

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Drei Firmen mit 600 Millionen Baht

Die Ermittler stießen auf drei Unternehmen mit den Bezeichnungen K, A und L. Alle drei Firmen haben ihren Sitz an derselben Adresse im Bezirk Krathum Baen in Samut Sakhon.

Das eingetragene Kapital beläuft sich zusammen auf 191 Millionen Baht. Die Unternehmen besitzen sieben Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 28 Rai, zwei Ngan und 9,4 Quadrat-Wah. Der Gesamtwert wird auf rund 600 Millionen Baht geschätzt. Die Flächen wurden als Wohnraum, Fabrikgelände und für vermietete Geschäftsräume genutzt.

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Thailänder sollen nur als Strohmänner gedient haben

Nach Angaben der Ermittler hielt „Mr. Myo“ direkt Anteile an allen drei Firmen und war jeweils zeichnungsberechtigter Direktor. Die thailändischen Anteilseigner arbeiteten demnach als unabhängige Fahrer. Einer von ihnen soll regelmäßig Waren für Firma A transportiert, aber nie in eines der Unternehmen investiert haben.

Die Behörden ermitteln deshalb wegen des Verdachts, dass thailändische Staatsbürger als Strohmänner für einen Ausländer eingesetzt wurden. Ein Gericht in Samut Sakhon erließ daraufhin einen Haftbefehl wegen möglicher Verstöße gegen die Regeln für ausländische Beteiligungen und gegen das Wirtschaftsrecht.

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14 Einreisen mit chinesischem Pass, danach 48 mit myanmarischer Identität

Mr. Li soll zwischen 2013 und 2016 insgesamt 14-mal mit einem chinesischen Pass nach Thailand ein- und ausgereist sein. Ab 2018 nutzte er nach den Ermittlungen die Identität „Mr. Myo“ und einen Pass aus Myanmar.

Mit dieser Identität reiste er weitere 48-mal nach Thailand ein und aus. Die Ermittler werfen ihm vor, Kapital in Thailand gewaschen zu haben.

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Sohn mit thailändischem Ausweis im Visier

Bei der Durchsuchung beschlagnahmten die Beamten wichtige Unterlagen, Grundstücksurkunden und einen Kaufvertrag über neun Millionen Baht. Dabei trafen sie auf den Sohn des Verdächtigen, der einen thailändischen Personalausweis vorlegte.

Der Fingerabdruck des Mannes soll jedoch mit den Daten von Mr. Ji, einem chinesischen Staatsbürger, übereinstimmen. Die erste Ausstellung seines thailändischen Ausweises im Jahr 2023 führt laut Ermittlern zu einem früher festgenommenen früheren Verwaltungsbeamten, der Ausländern bei der Beschaffung von thailändischen Ausweisen geholfen haben soll.

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DNA-Proben sollen familiäre Angaben klären

Die Polizei nahm Mr. Li und seinen Sohn fest und entnahm beiden DNA-Proben. Auch eine Thailänderin, die im Melderegister als Mutter des Sohnes eingetragen ist, soll getestet werden.

Die Ermittler wollen damit die familiäre Beziehung prüfen. Sollte sich ein Mitwissen über die mutmaßliche Identitätsübertragung bestätigen, könnten weitere rechtliche Schritte folgen.

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Weitere Vorwürfe gegen den Verdächtigen

Gegen „Mr. Myo“ liegt außerdem eine Anzeige einer chinesischen Angestellten von Firma A vor. Sie wirft ihm vor, sie attackiert, ihren Laptop zerstört und sie unter Zwang zur Unterzeichnung eines Schuldanerkenntnisses über 15 Millionen Baht gebracht zu haben.

Die Frau soll außerdem den Diebstahl von Geld und wichtigen Dokumenten sowie eine Freiheitsberaubung geschildert haben und dabei schwer verletzt worden sein. Sie konnte nach eigenen Angaben fliehen und erstattete bei der Polizeistation Krathum Baen Anzeige.

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Behörden wollen Melderegister weiter kontrollieren

Die nationale Polizei kündigte an, gemeinsam mit den beteiligten Behörden gegen missbräuchliche Identitäten, Strohmänner und grenzüberschreitende Kriminalität vorzugehen. Hinweise auf Manipulationen im Melderegister oder verdächtige Vorgänge können bei jeder Polizeistation oder über die 24 Stunden besetzte Hotline 1599 gemeldet werden.

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Nach Angaben der Behörden sollen korrekte Meldedaten die Rechte der Bevölkerung schützen und den Behörden helfen, Identitätsmissbrauch, Strohmänner, Nominee-Strukturen und grenzüberschreitende Straftaten früher zu erkennen.

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Quelle: Thairath

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